Zwist zwischen „Pyroland“ und Behörden

Nach Pyroevent-Absage: Am eigenen Ast gesägt?

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Wer hat da an wessen Ast gesägt? Fest steht: Der illuminierte Baumals Wahrzeichen des Pyrospektakels ist wohl erstmal Geschichte.

Scheeßel - Mit der überraschenden Absage seines diesjährigen Pyrospektakels am Eichenring hat Florian von Bothmer eine Welle von Diskussionen losgetreten.

Die Stellungnahme dazu von Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele hat den Pyroland-Chef erbost: „Die Art und Weise, wie man mir als Veranstalter die Schuld in die Schuhe schieben will, hat mich geärgert und fassungslos gemacht.“ 

Nach Hunderten von Arbeitsstunden, die er seit März in dieses Projekt gesteckt habe, sei der Vorwurf der Rathauschefin, er wolle nicht mit den Anwohnern sprechen, der reinste Hohn: „Im Sinne des Sprengstoffgesetzes sind wir als professionelle Feuerwerker gar nicht verpflichtet, Genehmigungen zum Abbrennen von Feuerwerken oder Zustimmungen von Anwohnern einzuholen. Wir sind lediglich angehalten, die Feuerwerke anzuzeigen, alles andere käme einem Berufsverbot gleich. Natürlich benötigen wir dazu die Einverständniserklärung der Besitzer der Flächen, auf denen wir das Feuerwerk abbrennen.“ Diese lägen bereits seit 2015 vor.

Knackpunkt: Gespräch mit den Anwohnern

Der Knackpunkt: Hat von Bothmer, wie von der Gemeinde gefordert, das Gespräch mit den unmittelbaren Anwohnern gesucht? Laut eigener Aussage hat der Lauenbrücker das grüne Licht all derer, „deren Zustimmung wir für die Durchführung der Veranstaltung wirklich benötigen. Auch im vergangenen Jahr hätten wir ohne sehr gute Gespräche mit Anwohnern und Waldbesitzern sicher kein Event durchgeführt.“ 

Die Gemeinde habe darüber hinaus verlangt, man solle „quasi jede ‚Feldmaus‘ um Erlaubnis bitten, so von Bothmer. „Man kann doch nicht weitgehend Unbeteiligte mit solch einer Macht ausstatten. Ich kann als Anwohner in Scheeßel auch nicht den Weihnachtsmarkt kippen, wenn er mir nicht passt. Ich wollte gleiches Recht für alle.“

Was die von der Gemeinde geforderten schriftlichen Einverständniserklärungen der Anwohner betrifft, so versichert er: „Was die tatsächlich genutzten Flächen angeht: Da liegen die Erklärungen – allesamt positiv beantwortet – vor.“

Feuerwerker lehnt persönliches Gespräch ab

Er ist sich sicher: „Bei dem, was wir da aufziehen, haben wir die gesetzlichen Auflagen komplett übererfüllt.“ Der Begründer der Lauenbrücker Feuerwerke redet Tacheles: „Ich bin einfach nicht bereit, nun auch noch Dinge beibringen zu müssen, die im Sinne des Sprengstoffgesetzes nicht notwendig sind.“ 

Die zwei Angebote zu persönlichen Gesprächen habe er aus gutem Grund abgelehnt: „Ich habe 2014 sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit dem gesprochenen Wort, das im Zweifelsfall auslegbar ist und sich manchmal auch verflüchtigt. Meine Fragen schriftlich zu beantworten, dazu war man nicht bereit.“

hey

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