Pavillon auf der Scheeßeler Roseninsel erfährt Restaurierung / Förderung durch Denkmalschutz-Stiftung

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Bauherr und Unterstützer (v.l.): Herbert John (Lotto Niedersachsen), Tassilo Turner (Ingenieur), Eigentümer Jan Müller-Scheeßel und Hannes Bibelhausen, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Die Restaurierung des historischen Pavillons auf der Roseninsel, unweit der Scheeßeler Mühle, schreitet voran. Gestern erhielt der engagierte Denkmaleigentümer und Mühlenwart Jan Müller-Scheeßel einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Damit stehen weitere 7 500 Euro für die Wiederherstellung des an der Wümme ufernden Bauwerks – konkret der Austausch der losen Fundamente auf der Wasserseite sowie der verrotteten Schwellen und Ständer – zur Verfügung.

Um die 55 000 Euro wird die Restaurierung kosten. „Es ist, wenn man anfängt, dann doch mehr nötig als gedacht“, sagt Müller-Scheeßel, der den vielen Unterstützern – weitere Mittel kommen vom Land, der VGH-Stiftung sowie durch das EU-Programm Leader – dankt. Für die DSD freute sich deren Ortskurator Hannes Bibelhausen, die Maßnahme unterstützen zu können. Das Geld stammt aus der Lotterie Glücksspirale, Lotto-Bezirksleiter Herbert John schaute sich gestern ebenfalls auf der auf Privatgrund befindlichen Baustelle um, die in diesen Wochen fest in den Händen einer auf altes Fachwerk spezialisierten Firma ist.

Blickt man auf die Anfänge des an eine Mischung aus Schweizerhaus und antikem Tempel erinnernden Pavillons zurück, muss man bis ins Jahr 1861 zurückgehen. Damals wurde das Bauwerk zur Verschönerung der künstlich angelegten, etwa 500 Quadratmeter großen Roseninsel errichtet. „Um 1850 wurde sie Teil des Wümmegartens, einer Mischung aus Zier- und Nutzgarten“, berichtet der Mühlenwart. Impulse für die Gartengestaltung stammten seinen Worten nach vermutlich von einer Englandreise, die der Grundstückseigentümer Leopold Müller zusammen mit Mitgliedern des landwirtschaftlichen Vereins 1857 unternommen hatte.

Bei dem Pavillon selbst handelt es sich um einen zeltdachgedeckten einräumigen Bau mit dreiseitig umlaufender Balustrade. „Ursprünglich sollte er wohl ohne Tür der Entspannung inmitten der Teich-Park-Anlagen dienen“, mutmaßt Müller-Scheeßel, der vor allem von der „sorgfältigen Verzimmerung und kunstvollen Ausmauerung“ schwärmt.

Etwa 80 Prozent der Gebäudesubstanz würden noch aus der Erbauungszeit stammen, nachdem der Pavillon im Jahr 1905 zuletzt eine Restaurierung erfuhr. „Wir stellen nun wieder den Ursprungszustand her“, sagt der Eigentümer.

Über Jahrzehnte befand sich das Gelände in einem Dornröschenschlaf. Nachdem die Finanzierung sichergestellt war und die zuletzt verwilderte Insel und der zugewachsene Pavillon wieder freigelegt wurden, konnte Anfang des Monates mit der Restaurierung des bürgerlichen Gartenhauses, von dem es laut Ortskurator Bibelhausen niedersachsenweit nur noch zwei weitere gibt, begonnen werden.

Anfang Oktober, so Müller-Scheeßel, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Und wer weiß“, sagt er schmunzelnd, „vielleicht finden hier ja irgendwann auch einmal Hochzeiten statt.“

Von Lars Warnecke

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