Einmündungsbereich der K 224 in die B 75 bei Veersebrück 

Ein brandgefährliches Pflaster?

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Zwei Stoppschilder regeln an der B 75 den Verkehr – eines vor dem Radweg, ein anderes vor der Hauptstraße. 

Veersebrück - Von Lars Warnecke. Dienstag, 18. Oktober, 2016: Ein aus Bartelsdorf kommender Golf-Fahrer will in den frühen Morgenstunden im Einmündungsbereich der K 224 in die B 75 in Richtung Scheeßel abbiegen. Dabei übersieht der Mann eine 15-Jährige, die gerade auf ihrem Mofa den Radweg passiert. Sie fällt zu Boden. Bis auf wenige Blessuren kommt sie mit dem Schrecken davon. Donnerstag, 20. Oktober. Keine 48 Stunden später ereignet sich an gleicher Stelle erneut ein Unfall. Dieses Mal will ein 17-jähriger Rollerfahrer von der Bundesstraße nach links auf die Kreisstraße in Richtung Bartelsdorf abbiegen. In diesem Moment kommt ihm ein Opel entgegen. Offenbar schätzt der junge Mann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs falsch ein. Er prallt mit dem Pkw zusammen – und erleidet schwere Verletzungen.

Es sind Unfälle wie diese, die immer wieder im Zusammenhang mit dem bei Veersebrück liegenden Einmündungsbereich stehen. Der Scheeßeler Gemeindeverwaltung ist der Abschnitt, in dem auf der B 75 bis zu 100 Kilometer pro Stunde gefahren werden dürfen, schon länger ein Dorn im Auge. Seit dem Jahr 2012 habe man im Rathaus mehrere Anträge beim Landkreis auf Einrichtung einer Tempo-70-Zone gestellt, sagt Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele. Bisher seien diese Bemühungen jedoch im Sande verlaufen. „Aus meiner Sicht besteht dort aber auf jeden Fall Handlungsbedarf.“

Die Hoffnung aufgegeben, dass sich vor Ort doch noch etwas ändern könnte, hat die Gemeindechefin nicht. Und das, obwohl die Verkehrsschaukommission (ein Verbund von Vertretern der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, des Landesamts für Straßenbau und Verkehr, der Polizei, der Gemeinde Scheeßel und weiterer Fachbehörden), im Gegensatz zu einer Anliegerinitiative aus dem Jahr 2014 das abgelehnt hätten. Dittmer-Scheele: „Erst nach den jüngsten Unfällen haben wir beim Kreis Ende Oktober erneut einen Antrag auf Geschwindigkeitsreduzierung eingereicht.“

Der sei inzwischen auch an die zuständige Landesbaubehörde übermittelt worden, gibt Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier Auskunft. Eine Stellungnahme aus Verden stünde indes noch aus. Ihren Worte zufolge dürften Geschwindigkeitsbeschränkungen nur dort angeordnet werden, wo es aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist. Huchzermeier: „Diese zwingende Notwendigkeit wird von der Polizei hier nicht gesehen.“

Tempolimit nicht immer geeignetes Mittel

Ein Tempolimit sei nun einmal nicht immer das geeignete Mittel, um Unfälle zu vermeiden, meint deren Sprecher Heiner van der Werp. Unabhängig von den beiden jüngsten Unfällen würden kreisweit alle gemeldeten Vorfälle polizeilich erfasst und die erhobenen Daten Jahr für Jahr aufs Neue ausgewertet. In der sogenannten Unfallkommission, in der neben den Ordnungshütern ebenso die Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörden ständige Mitglieder sind, würden Unfallhäufungen identifiziert, analysiert und gegebenenfalls entgegenwirkende Maßnahmen beschlossen. „Neben der reinen Anzahl an Unfällen berücksichtigen wir dabei auch die Unfallschwere sowie die Unfalltypen.“ Van der Werp: „Sollte sich der Einmündungsbereich als Unfallschwerpunkt herauskristallisieren, wird im kommenden Frühjahr über Ursachen beraten und entsprechend gehandelt.“

Wie solche Maßnahmen aussehen könnten, davon hat Ernst-August-Kröger, Bartelsdorfs ehemaliger Ortsbürgermeister, ein sehr genaues Bild. Ihm geht nicht nur die legitime Raserei gegen den Strich, sondern auch die seinem Empfinden nach eingeschränkte Sicht von der Kreis- auf die Bundesstraße. „Meiner Meinung nach müssten dort auf zehn Metern links und rechts einmal dringend die Büsche und Bäume weggenommen werden – vor allem die in Richtung Rotenburg.“

Ebenfalls wolle er den Radweg an die B 75 herangezogen wissen – so würde sich auch das speziell den Radverkehr betreffende Stoppschild erübrigen. Kröger: „Vor dem hält eh keiner an.“

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