Zehn Ratsmitglieder verabschieden sich

Adieu Lokalpolitik

Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (3.v.r.) umringt von den verabschiedeten Ratsmitgliedern Ernst-August Kröger (v.l.), Ralf Münkel, Ernst Friesecke, Ursel Brüning-Wildhagen, Hermann Hilken, Kirsten Holsten, Renate Bassen, Carsten Peters und Mathias Selk.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Die Zeichen standen auf Abschied am Montagabend im Meyerhof. Im feierlichen Rahmen, bei Hochzeitssuppe und Schnittchen, dankte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) ehemaligen Mandatsträgern für deren Arbeit im Rat der Gemeinde Scheeßel. Zehn der insgesamt 30 Kommunalpolitiker machen Platz für neue Gesichter im neu gewählten höchsten politischen Gremium der Gemeinde, das sich in der kommenden Woche zur konstituierenden Sitzung trifft.

29 Ratssitzungen, 107 Zusammenkünfte des Verwaltungsausschusses, 110 Fachausschüsse – das sind in Zahlen ausgedrückt die Arbeitsnachweise des alten Scheeßeler Gemeinderates. Insgesamt 246 Mal wurde getagt, rechnete die Bürgermeisterin vor. Und sie wollte damit bei der Feierstunde zum Ausdruck bringen, was die Lokalpolitiker in der seit Montag offiziell beendeten Wahlperiode alles geleistet haben. Sie erinnerte auch an die unzähligen Vorlagen, die die Verwaltung den Mandatsträgern „zugemutet“ habe, um Entscheidungen vorzubereiten.

Einen inhaltlichen Rückblick auf die in den vergangenen fünf Jahren gefällten Beschlüsse sparte sich Dittmer-Scheele. „Jeder hier wird noch darum wissen und sein ganz persönliches Fazit gezogen haben.“ Und sie erzählte den geladenen Gästen sicher nichts Neues, als sie meinte, Lokalpolitiker zu sein sei „keine Garantie geliebt zu werden“. Stattdessen müsse man sich häufig Kritik gefallen lassen, oder wie sie es formulierte: „Es gibt einen großen Erläuterungsbedarf.“

Urkunden und geprägte Ehrenmedaillen

Allen scheidenden Ratsmitgliedern dankte die Bürgermeisterin mit herzlichen und sehr persönlichen Worten für ihren Einsatz fürs Gemeinwohl. Dafür erhielten jene, die sich vollends aus der Kommunalpolitik zurückziehen, neben Urkunden auch eigens für sie geprägte Ehrenmedaillen für besondere Verdienste um die Gemeinde. Zu ihnen zählen Ursel Brüning Wildhagen (Grüne) und Kirsten Holsten (SPD), die beide jeweils fünf Jahre im Rat aktiv waren, Mathias Selk (SPD, sechs Jahre), der parteilose Einzelratsherr Ernst Friesecke (fünf Jahre), Hermann Hilken (CDU, 20 Jahre), Ernst-August Kröger (CDU, 32 Jahre) sowie Renate Bassen (CDU, 30 Jahre). Ebenfalls aus dem Rat verabschiedet wurden Carsten Peters (Grüne), Jürgen Wahlers (SPD) und Ralf Münkel (Gruppe 57), die allesamt sich jedoch weiterhin auf Ortsratsebene engagieren werden.

Auch Ratsvorsitzender Wolfgang Kirschstein (SPD) fand Worte des Dankes, die er an die nunmehr „Ehemaligen“ richtete. Er habe sich die Frage gestellt, was Menschen generell dazu antreibt, sich auf kommunalpolitische Arbeit – seinen Worten nach „eine echte Dienstleistung, und dann auch noch umsonst“ – einzulassen. Eine pauschale Antwort habe er nicht gefunden. „Womöglich liegt es ja daran, dass Zuhause die Redehoheit nicht mehr so gegeben ist.“ Eine Bemerkung, die unter den 50 Anwesenden für lautes Gelächter sorgte – wie auch die Ausführungen von Hans-Hinrich Kahrs. Der Schriftsteller und Philologe aus Alfstedt referierte – passend zur Plattdüütschen Week, die der Heimatverein gerade ausgerufen hat – über die Plattdeutsche Sprache im Wandel der Zeit.

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