„Gentle Flavour“ begeistert mit feinen Kompositionen und rockigen Arrangements

Zwischen Liebe, Trump und Vodka-Harp

Marcel Baße (Gitarre, v.l.), Sänger Michael Stänger, Matthias Zeißig (Bass) und Mitstreiter schlugen im Haake-Meyer rockige Klänge an. - Foto: hey

Rotenburg - Kann Rock 'n' Roll wehmütig machen? Er kann – zumindest, wenn die Band „Gentle Flavour“ heißt und die nunmehr vierte Stippvisite der fünfköpfigen Formation am Freitagabend im Haake Meyer definitiv die letzte im Rahmen der sich dem Ende zuneigenden Kir-Konzerte war. Organisatorin Marita Hesselink-Grötzbach von der Kulturinitiative sinddie „Rocker aus Rockstedt“ längst ans Herz gewachsen, und für die Musiker gehörte die Institution in der Fußgängerzone zu einem ihrer beiden „Wohnzimmer“ im Norden.

Den Charakter eines Wohnzimmerkonzertes hatten denn auch die knapp drei Stunden bester handgemachter Musik vor allem mit eigenen Songs zwischen Rock, Blues und Song-Writing, eingängigen Melodien, feinen Arrangements und immer wieder schönen Gitarren-Einwürfen von Marcel Baße. Der feierte mit einem Song, bei dem er Sänger Michael in punkto Songtext abgelöst hatte, eine wunderschöne Premiere. Dass die Band nicht nur musikalisch etwas zu sagen hat, sondern auch politisch Stellung bezieht, stellte Sänger und „Vodka-Harp-Spieler“ Michael Stänger etwa bei „Count every Vote“ unter Beweis, ursprünglich im Bush-Wahlkampf geschrieben, „aber plötzlich ist es wieder aktuell.“

Mal Don Henley, mal Neil Young – Stänger überzeugte mit einer wandlungsfähigen Stimme, die dem schön durchkomponierten, fast akustischen „Dream a little Dream“ mit Ohrwurmpotenzial ebenso Strahlkraft verlieh wie dem Abgehstück „Dusty Road“, das auch der 2010 erschienenen CD den Namen gab, oder der frenetisch gefeierten Zugabe „No Cold Nights anymore“.

Aber auch einige Cover waren zu hören: Neben Paul Weller, dessen Songs die Gründungsmitglieder Baße und Stänger nach einer gemeinsamen Schülerband vor zehn Jahren wieder vereint hatte, evozierte Stänger mit einem Stück aus dem Streifen „American Graffiti“ das Lebensgefühl der 70er oder ließ mit „Another One in the Dark“ Dylan-Sohn Jacob zu Wort kommen. Dabei setzte Gunnar Schmidt an der Hammondorgel immer wieder Akzente. „Denkwürdig“ nicht nur exzessiv geäußerte Begeisterung einiger der 40 Zuhörer, sondern auch die Intensität des intimen Konzerts, bei dem sich die „Rocker“ in Punkto Volumen zunächst etwas zurückgenommen hatten: „Es ist grad so schön – so könnt's weitergehen!“, brachte Hesselink-Grötzbach die Stimmung nach dem Abend im Wohnzimmer auf den Punkt. 

hey

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