Unterstedter Geschäft zeigt sich beim Ahauser Herbst

„Wollzeit" öffnet Türen für die Öffentlichkeit

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Otto Kettenburg, Christoph Behrens, Fabian Knappig (oben von links), Jochen Bremer und Kerstin Quensell-Kettenburg arbeiten beim Thema Wolle zusammen.

Unterstedt - Von Bettina Diercks. Schafe sind keine zu entdecken, aber kistenweise Wolle in den unterschiedlichsten Naturfarben und Faserstärken, alles sortiert nach Kontinenten und Ländern. Früher drehte sich in dem Gebäude an der Alten Dorfstraße in Unterstedt alles um Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz, heute ums Schaf. Am Wochenende kann das auch erstmals die Öffentlichkeit entdecken.

Am Wochenende kann jeder mal fühlen, womit Wollzeit arbeitet.

Ganz dem haarigen Produkt des weltweit vorkommenden Wiederkäuers verschrieben haben sich Otto Kettenburg und Jochen Bremer. Die beiden gelernten Wollhändler haben 2004 „Global Wool“ und später Wollzeit gegründet, nachdem ihr vorheriger Arbeitgeber in Bremen pleite gegangen war. Schon einige Jahre vorher, genauer gesagt vor 17 Jahren, hatte sich die gelernte Industriekauffrau Kerstin Quensell-Kettenburg mit dem Wolllust-Schurwollversand in Unterstedt selbstständig gemacht. „Wir veredeln und färben Wolle und Edelhaare aus aller Welt“, sagt Quensell-Kettenburg: Südamerika, Spanien, Skandinavien.

Dann kam „Global Wool“ dazu. Nach Kettenburg und Bremer stießen 2009 Christoph Behrens und 2011 Fabian Knappig dazu. Otto Kettenburg über das tonnenschwere Geschäft: „Wir importieren Wolle aus 25 Ländern in etwa 200 verschiedenen Qualitäten und exportieren in 30 Länder weltweit. Wolltypen regionaler Rassen handeln wir ebenfalls.“

In Niedersachsen für Niedersachsen produziert

Doch vor drei Jahren stolperten er und seine Kollegen über eine ganz besonderer Wollprobe einer Merino-Schafrasse aus dem Altaigebirge im kasachisch/mongolischen Grenzgebiet. Die Woll-Truppe stellte sich die Frage: „Was machen wir mit so einer tollen Wolle?“ Sie überzeugte durch extreme Weich- und Feinheit. „Wir waren fasziniert von der hochfeinen Qualität.“ Aber: „Wir sind Händler, keine Produzenten“, war sich die Gruppe eigentlich einig. „Der weiche und anschmiegsame Griff und die schönen Naturfarben haben uns dann dazu angeregt, Wolldecken und -plaids fertigen zu lassen“, sagt Kettenburg. So, wie Wolldecken eigentlich sein sollen. „Und, die Naturfarben waren einfach der Clou“, sagt der gebürtige Unterstedter. Weiß, Braun und Naturgrau. Letzteres sei in der Wollwelt etwas ganz Besonderes.

Auf der Suche nach einer passenden Weberei, die auf jeden Fall in Deutschland liegen sollte, wurden sie quasi in der Nachbarschaft fündig: am Jadebusen. Passender konnte es kaum sein. „In Niedersachsen für Niedersachsen produziert. Das wollten wir“, sagt Kettenburg.

Ausgewählte Fachgeschäfte führen die Decken

Die ersten Decken wurden vor drei Jahren gewebt und dann an Freunde verschenkt und verkauft. Die Resonanz war so überwältigend, dass „Wollzeit“ anfing, den Einzelhandel zu akquirieren. Ausgewählte Fachgeschäfte in der Region führen die hochwertigen Decken.

Kettenburg schwärmt: „Wolle isoliert, wärmt im Winter, kühlt im Sommer.“ Kein Wunder sei, dass immer mehr Hersteller von Sportwäsche und -bekleidung sich wieder auf ihre Wurzeln besinnen und vermehrt diese Naturware einsetzen würden. Etwas, was Kettenburg und Kollegen begeistert und begrüßen. Denn weiterer Vorteil von Wolle: Sie hat einen selbstreinigend Effekt, baut selbstständig und auf natürlichem Weg Bakterien ab und absorbiert Schadstoffe. Damit liegt sie voll im Trend der Zeit.

Erstmals öffnet „Global Wool“ beziehungsweise „Wollzeit“ jetzt seine Türen für die Öffentlichkeit, damit jeder sich einmal einen haptischen Eindruck von den Wolldecken und -plaids machen kann. Da im Nachbarort der „Ahauser Herbst“ stattfindet, öffnet das Unternehmen am Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr seine Türen und lädt dazu ein, sich selbst von den Decken ein Bild zu machen.

www.wollzeit.com

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