Tennet will möglichen Trassenverlauf im Herbst vorstellen

„SuedLink“: Startschuss für Bürgerbeteiligung

Beim Netzausbau wollen die Verantwortlichen frühzeitig die Bürger einbinden. - Foto: imago

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Für die Energiewende muss das Stromnetz in Deutschland ausgebaut werden. Eines der wichtigsten Projekte dabei: die etwa 800 Kilometer lange Stromautobahn „SuedLink“, die die Windkraftstandorte im Norden mit den energieintensiven Firmen im Süden verbinden soll. Nachdem erste Entwürfe der Trassenführung vom Betreiber Tennet verworfen werden mussten, möchte er bald neue Pläne vorlegen. Jetzt sollen die Bürger mitreden können.

Ursprünglich hatte das niederländische Unternehmen geplant, „SuedLink“ über 50 Kilometer auch durch den Landkreis Rotenburg zu bauen – von Norden kommend, dann zunächst parallel zur Autobahn 1 über Sottrum und später zwischen Eversen und Westerwalsede hindurch Richtung Verden. Nachdem der Bundestag Ende 2015 beschlossen hatte, die komplette Trasse als Erdkabel umsetzen zu wollen, musste Tennet neu planen und zudem von der Bundesnetzagentur geforderte Nachbesserungen vornehmen. Über den bundesweiten und vom Wirtschaftsministerium finanzierten Bürgerdialog Stromnetz sollen die Menschen vor Ort nun daran beteiligt werden und Hinweise zu möglichen Trassenführungen geben können.

„Wir stehen noch total am Anfang“, sagt die Sprecherin des Bürgerdialogs, Katrin Witt. Bislang sei noch keine Trasse festgeschrieben. Im Gegenteil: Tennet steckt derzeit mitten in den Planungen, will aber im Herbst laut Mitteilung des Bürgerdialogs erste Vorschläge für einen neuen „SuedLink“-Verlauf vorstellen. Negative Auswirkungen beim Ausbau des Stromnetzes sollten für die Bürger so gering wie möglich gehalten werden. Frühzeitig sollten sie ihre Bedenken und Vorschläge äußern können. Dabei gehe es dem Netzbetreiber erst einmal ums Informieren. „Tennet will frühzeitig von Sorgen wissen“, sagt Gesa Dodt, die beim Bürgerdialog für den Raum Stade und damit für den Landkreis Rotenburg zuständige Regionalmanagerin.

Wege der Kommunikation geht die Initiative einige. Zunächst suche man mit Infoveranstaltungen den persönlichen Kontakt, zudem gebe es im ganzen Bundesgebiet verteilt zehn Regionalbüros, auch sollen Infomobile in die betroffenen Gebiete fahren, um über aktuelle Planungsstände, Alternativen und Auswirkungen auf die Umgebung hinzuweisen. Entsprechende Informationen und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme stellt der Bürgerdialog im Internet bereit.

Auch technische Fragen möchte die Initiative beantworten – beispielsweise zu Unterschieden zwischen Freileitungen sowie Erdkabeln oder Gleich- und Wechselstromleitungen, wie auch zu dem formalen Verlauf des Genehmigungsverfahrens.

Gerade was Umwelt- und Raumverträglichkeit angeht, hätten die Bürger Fragen. Schließlich muss auch bei Erdkabeln – wie bei „SuedLink“ geplant – zunächst ein langer Graben ausgehoben werden. Zwar sei man Stand jetzt noch in der groben Planung, doch „nicht jedes kleine Biotop kann berücksichtigt werden“, so Witt. Zudem könnten sich laut der beim Bürgerdialog für Umweltfragen Zuständigen Judith Grünert Grundwasserströmungen verändern und der Boden durch die Baumaschinen Schäden davon tragen – auch wenn es entsprechende Schutzmaßnahmen gebe.

Doch trotz Bürgerbeteiligung wird es auch nach Abschluss der Planungen nicht ausschließlich zufriedene Gesichter geben. Das weiß auch Witt: „Es ist schwierig, alle unter einem Hut zu bekommen.“

www.buergerdialog-stromnetz.de

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