Krimi-Lesung

Ulrich Wickert: Auf der Suche nach der Wahrheit

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Ulrich Wickert

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Was macht Ulrich Wickert, einer der bekanntesten ARD-Moderatoren und Auslandskorrespondenten, in Washington, New York und Paris wenn er im Ruhestand ist? Er tut das, was er als Journalist immer getan hat – Wickert ist stets auf der Suche nach der Wahrheit und Aufklärung. Das spiegelt sich auch in seinem neuesten Krimi „Das Schloss in der Normandie“ wider.

Es geht darin um die Aufklärung von Korruption und Prostitution, die bis in die höchsten Kreise der Politik reicht. Der Roman spielt in Frankreich, dem Land, das Wickert ganz besonders in sein Herz geschlossen hat.

Eingerahmt von Volker Eichler (l.) und Stefan Kalt von der Sparkasse, die Moderatorin Hilke Theesen und Ulrich Wickert.

In der Aula der Berufsbildenden Schulen in Rotenburg war es mucksmäuschenstill, als Wickert aus seinem Roman vorlas und von der Flucht der afrikanischen Prostituierten „Togotoy“ und der Polizistin Tracy aus der Schlossklinik, in der sie aus fadenscheinige Gründen untergebracht waren. Der einzige Ausweg, um den Torturen des dort experimentierenden Arztes zu entgehen.

Es folgten einige Erklärungen des Autors zum besseren Verständnis der Zuhörer zu Geschehnissen in weiteren Kapitel des Krimis. Mit seiner unnachahmlichen Stimme liest Wickert weiter, wie die geflüchtete Afrikanerin in einem Waldstück in der Nähe des Schlosses ermordet wird.

Ein Fall für den Untersuchungsrichter Jacques Ricou, der bereits in den fünf vorhergehenden Romanen die Aufklärungsarbeit übernommen hatte. „Ich habe bewusst das Amt eines Untersuchungsrichters als Ermittler in meinem Krimi gewählt, zumal mit der Romanfigur Kommissar Maigret ein polizeilicher Aufklärer bereits vergeben war“, erklärte Wickert augenzwinkernd.

Erst Sachbücher geschrieben

Ein Untersuchungsrichter in Frankreich habe eine hohe Machtposition und gleiche Rechte wie die französische Polizei. „Warum schreibt ein Mann, der in seinem Leben so erfolgreich war und in den Ruhestand geht, Krimis?“, wollte die Moderatorin der Lesung vom Nordwestradio, Hilke Theesen, vom Autoren wissen. „Der Grund warum ich gerne Krimis schreibe ist simpel – ich lese selber gerne Krimis“, erklärte Wickert. Noch während seiner Tätigkeit bei der ARD habe er zunächst angefangen Sachbücher zu schreiben, aber nach dem ersten Krimi wollte er die Romanfigur Jacques Ricou weiterleben lassen.

Jener Richter im Roman hatte in den ersten fünf Büchern schon einiges mitgemacht und auch schon so manches komplizierte Geflecht der Korruption entwirrt. Aber so in Bedrängnis, wie in diesem Fall, sei die Hauptfigur des Krimis noch nie geraten. Die Ermittlungen gegen den Präsidenten Äquatorialguineas erweisen sich als schwierig und gefährlich. Es geht um Prostitution, teure Autos, Mädchenhandel und Korruption, erfuhren die Zuhörer.

Die Idee zu den dramatischen Abläufen sei Wickert beim täglichen Zeitungslesen gekommen und einiges davon findet sich in seinem Roman „rein zufällig“ wieder. Eine aktuelle Nachricht gab’s zum Schluss: Am 4. Oktober wird Wickert vom Bundespräsidenten Joachim Gauck der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Und dann hieß es: „Ich wünschen einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht.“

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