Erhöhung des Netzentgeltes ab 2017

Der Strom wird teurer

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Der Netzbetreiber Tennet kündigt zum Jahreswechsel an, dass die Netzentgelte um 80 Prozent steigen werden. Die Stadtwerke Rotenburg äußern sich noch nicht dazu. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Zeichen stehen auf Preiserhöhung. Aber die Stromanbieter lassen sich noch nicht in die Karten schauen. Fakt ist: Der langsame Ausbau der Stromnetze wird für den Verbraucher teuer. Der Stromnetzbetreiber Tennet erhöht massiv seine Preise – das schlägt am Ende auch auf die Stromrechnung durch, heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Reinhard David, Geschäftsführer der Stadtwerke Rotenburg (SR), will sich auf Anfrage nicht zu den zu erwartbaren Preiserhöhungen äußern.

David werde sich am Donnerstagabend im Rotenburger Stadtrat dazu äußern. Dieser wird den Jahresabschluss der Stadtwerke feststellen und hat außerdem auch die Entlastung des Aufsichtsrates sowie der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2015 auf der Tagesordnung. Traditionell äußert sich dann auch der SR-Geschäftsführer. Diesem Auftritt im Stadtrat wolle er nicht vorgreifen, lässt David der Kreiszeitung mitteilen.

Auch die EWE in Oldenburg nennt mit Blick auf 2017 noch keine Zahlen. „EWE hat bereits vor einigen Wochen öffentlich darauf hingewiesen, dass bis zum Jahresende die EWE-Preise für Strom und Gas so bleiben wie sie sind, und dass sich derzeit noch nicht seriös sagen lässt, wie die Preise sich danach entwickeln könnten“, heißt es. Fakt sei: Auf der Stromseite seien etwa 70 Prozent des Preises nicht vom Vertrieb beeinflussbar. Zu den maßgeblichen nicht beeinflussbaren Preiskomponenten gehörten die Netzentgelte und die EEG-Umlage sowie Steuern und Abgaben. Die vorläufigen Netzentgelte der Verteilnetzbetreiber und die EEG-Umlage seien erst Mitte Oktober zu erwarten. Frühestens zu diesem Zeitpunkt könne man also mit Preiskalkulationen beginnen. Die EWE wird die genannten Preiskomponenten unter anderem seinen Einkaufskosten gegenüberstellen, die in diesem Jahr günstiger waren als im Vorjahr. „Es wird sich am Ende zeigen, welche Preisentwicklung die einzelnen Preiskomponenten zulassen“, teilt EWE-Sprecher Dietmar Bücker mit.

Drei-Personen-Haushalt zahlt 30 Euro mehr im Jahr

Wie die dpa mit Hinweis auf einen Bericht im Handelsblatt berichtet, geht der Tennet-Chef Urban Keussen davon aus, dass ein Drei-Personen-Haushalt von 2017 an etwa 30 Euro mehr im Jahr für Strom ausgeben muss. Laut Keussen würden die Tennet-Netzentgelte zum Jahreswechsel um 80 Prozent steigen. Hauptursache für den Anstieg sei, dass der Netzausbau nicht so schnell voran komme wie der Zubau der Erneuerbaren. „Das muss uns alarmieren“, so Keussen gegenüber dem Handelsblatt. Der Ausbau der Netze wird seit Jahren verzögert durch politischen Streit, lange Genehmigungsverfahren und Proteste entlang der geplanten Trassen. Das Problem: Ohne einen deutlichen Netzausbau kommt die Energiewende nicht voran, Freilandleitungen sind vielerorts kaum durchsetzbar, Erdkabel sollen auf Dauer helfen. Ohne den Ausbau ist es aber schwierig, Sonnen- und vor allem den Windstrom aus dem Norden etwa nach Süden zu bekommen. Weil das Stromnetz mit den Schwankungen überfordert ist, fallen Milliarden-Kosten für die Gegenmaßnahmen an. Der Löwenanteil des für 2017 geplanten Anstiegs der Netzentgelte gehe auf das Konto solcher „netzstabilisierenden Notmaßnahmen“, wird Keussen zitiert. Nur fünf Prozent seien durch den Netzausbau begründet.

Tennet ist einer von vier Betreibern der Höchstspannungsleitungen in Deutschland. Hinzu kommen 806 Verteilnetzbetreiber – darunter auch viele Stadtwerke.

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