Sparkasse Rotenburg-Bremervörde zieht Bilanz / Pläne für Rotenburger Neubau

Verschlankte Zukunft

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Das Führungsteam der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde: Matthias Schröder (v.l.), Berend Bohlen, Stefan Kalt, Reinhard Krüger, Marco Tudoletzki und Volker Eichler.

Zeven - Von Michael Krüger. Reinhard Krüger atmet kurz tief durch und bringt es dann auf den Punkt: „Es ist eine Herausforderung gewesen“, sagt der Vorstandvorsitzende der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde an diesem Donnerstagmittag im Ringhotel Paulsen in Zeven. Gemeinsam mit seinem Führungsteam blickt er auf die Bilanz des vergangenen Jahres – und die anstehenden Aufgaben.

Und die stehen, wie für die gesamte Wirtschaft, weiter unter dem Einfluss der andauernden Niedrigzinsphase, für die Kreditinstitute kommen „zunehmende regulatorische Anforderungen hinzu“, sagt Krüger. Die Situation sei mittlerweile so paradox, dass es für Banken ein Risiko sei, wenn ihre Kunden viel Geld anlegen – immer mehr Partner nähmen Minuszinsen, heißt es vom Sparkassen-Chef. Diese gelte es so lange wie möglich nicht an den Kunden weiterzugeben, auch wenn das für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden kann. Noch sei die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde aber in einer „komfortablen Situation“, da man aufgrund eines „ausgewogenen Geschäftsmodells und die nahezu ausgeglichenen Bestände an Darlehen und Einlagen“ von Refinanzierungen auf dem Kapitalmarkt nicht in hohem Maße abhängig sei.

Am Ende des Jahres 2015 steht deshalb für die Sparkasse ein um 900 000 Euro gegenüber 2014 gesteigerter Jahresüberschuss von 2,7 Millionen Euro in der Bilanz. Wie viele ihrer Kreditkunden setzt deshalb auch die Sparkasse auf Investitionen in Neu- und Umbauten. Ende 2015 wurde der 2,6-Millionen-Euro-Neubau der Geschäftsstelle in Gnarrenburg eingeweiht, kommende Woche wird am Zevener Hauptverwaltungsgebäude mit geplanten 240 Arbeitsplätzen Richtfest gefeiert. Rund 18 Millionen Euro investiert die Sparkasse in diesem Bereich, um die bislang auf sechs Standorte verteilten Stabs- und Marktfolgeabteilungen – also alle Arbeiten, die „im Hintergrund“ laufen – zu vereinen. In einem Jahr will man einziehen. Im Sommer soll mit der Modernisierung der Geschäftsstelle in Zeven begonnen werden, und auch für Rotenburg gibt es bekanntlich große Pläne: Anfang März wird der Verwaltungsrat laut Vorstand Stefan Kalt eine „Richtungsentscheidung“ fällen, ob die Sparkasse am bisherigen Standort am Pferdemarkt bleibt oder komplett in den Neubau auf dem Post-Grundstück umzieht. Es werde nur einen Standort geben, heißt es: „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir umziehen“, so Kalt.

Das Gebäude am Pferdemarkt sei nicht mehr zeitgemäß, sagt Krüger. Derzeit würden viele Optionen der Nachnutzung durchgespielt, eine davon sei weiterhin die, dass die Polizeiinspektion Rotenburg als Hauptmieter folgt. 2017 könnte demnach der Um-, Neu- und Anbau auf dem innerstädtischen Postgelände beginnen. Einzug: drei bis vier Jahre später. Krüger und seine Kollegen betonen, dass sich die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde in einem fortlaufenden Erneuerungsprozess befindet. Dem geänderten Kundenverhalten müsse sich das Unternehmen anpassen. Und das bedeute auch: ein Blick auf die Filialen. 17 gibt es aktuell, ob das so bleibe, werde geprüft. Auch flexiblere Öffnungszeiten seien ein Thema. Zudem sei schon jetzt klar: „Wir müssen die Arbeit mit weniger Mitarbeitern bewerkstelligen“, so Krüger. 430 gibt es aktuell, dazu 38 Auszubildende. Verschlankung, Optimierung, Anpassung – das sind die Stichworte, die zur Reduzierung führen sollen. Alles „sozialverträglich“, denn wie in den vergangenen Jahren setze man beim Abbau auf die „natürliche Fluktuation“. Krüger bekennt diesbezüglich: „Die Arbeit wird sich verdichten.“

Auch das sei ein Antrieb für die Sparkasse, die Qualifikation der Mitarbeiter zu verbessern. Fast 400 000 Euro hat sich das Kreditinstitut das im vergangenen Jahr kosten lassen. Rein rechnerisch habe jeder Mitarbeiter drei Fortbildungsmaßnahmen besucht. An der Gebührenschraube werde die Sparkasse in diesem Jahr nicht drehen, verspricht Krüger. Mit den Anpassungen 2015 „sind wir nicht die teuersten und nicht die billigsten“. Die Reaktionen seien im Sommer auf die Erhöhungen bei Girokonten „verhalten“ gewesen – keine 100 Kunden seien gegangen.

Die Zeichen stehen auf Wachstum

Ein stabiles Wirtschaftswachstum und eine nachhaltige Niedrigzinsphase, dazu viele politische Fragezeichen: Die aktuelle Situation stellt sich auch für die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde etwas zwiegespalten dar. Und dennoch lautet das Fazit für 2015 im Jahresbericht: „Der Vorstand ist mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2015 sehr zufrieden.“ Der Blick auf die Zahlen zeigt die Gründe auf. So konnten die Darlehenszusagen an Unternehmen und Privatkunden nochmals gesteigert und das sogenannte Dienstleistungsgeschäft, bestehend aus dem Handel mit Wertpapieren, Versicherungen und Bausparverträgen auf hohem Niveau ausgeweitet werden. Für den Wohnungsbau wurden Kreditzusagen in Höhe von 129,6 Millionen Euro getätigt. Dies entspricht einem Zuwachs um 19,2 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. An Privatkunden gingen Darlehen in Höhe von 92,9 Millionen Euro (+10,8 Mio. Euro) und an Unternehmen und Selbstständige in Höhe von 146,2 Millionen Euro (+21 Mio. Euro).

Die Kundeneinlagen steigerten sich ebenfalls, wenn auch im Vergleich zum Vorjahr, als noch eine Steigerung um 45,3 Millionen Euro zu verzeichnen war, jetzt um 8,9 Millionen Euro moderat. Die Kundeneinlagen belaufen sich nunmehr auf 1 273,1 Millionen Euro. Der Wertpapierumsatz konnte auf mehr als 155,9 Millionen Euro gesteigert werden. Dies entspricht einem Zuwachs von 20,6 Millionen Euro. Der Gesamtbestand an Wertpapieren inklusive der Deka-Bank-Depotbestände belief sich zum Jahresende auf 275,8 Millionen Euro. Das Bausparneugeschäft wurde um 1,6 Millionen Euro moderat ausgebaut. Das abgeschlossene Bausparvolumen lag bei 63 Millionen Euro. Die Sparkasse selbst hat 126 Immobilien im Gesamtwert von 17,3 Millionen Euro vermittelt. Das Versicherungsgeschäft wies eine Beitragssumme von 32,4 Millionen Euro auf. Unter dem Strich konnte mit 2,7 Millionen Euro ein gegenüber dem Vorjahr spürbar verbesserter Jahresüberschuss ausgewiesen werden (+0,9 Mio. Euro).
mk

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