Beim Konzert werden Erinnerungen an Woodstock wach

„Santana ist kein Spielzeug“

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Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Wer am Samstagabend am Weichelsee dabei gewesen ist, hat Superlativen schnell zur Hand: Gehört doch der Auftritt von „The Magic of Santana“ zu den musikalischen Höhepunkten der vergangenen 15 Jahre. Warum? Ganz einfach, weil es den Musikern ohne sichtbare Anstrengung gelingt, ihr Publikum in die Zeit von Flowerpower, Frieden und freier Liebe zu katapultieren. Kurzum, ein großartiger Abend – nicht nur für die Woodstock-Generation.

Die großen Hits und auch weniger bekannte Stücke von Carlos Santana – ob Latin, Rock, Blues, Jazz oder Funk – klingen authentisch und es scheint fast so, als würde der große Meister selbst auf der Bühne stehen. Eigentlich stimmt alles: Das Wetter sommerlich, das Ambiente mit weißem Sand, Liegestühlen, Sitzgarnituren und Cateringständen rund um die Strandbühne passt genau zu dieser Veranstaltung – ganz zu schweigen von der Band, deren Auftritt super ist. Allein die Anzahl der Besucher bleibt mit rund 200 hinter den Erwartungen aller Beteiligten zurück. Schade eigentlich.

Aber diejenigen, die da sind, haben nicht eine Sekunde der Performance bereut – so emotional bringen die Protagonisten die Musik rüber. Auch bei Günter Lengen aus Heidenau, der mit seiner Frau Sigrid im Wohnmobil angereist ist, gibt es Gänsehaut pur. „Ich bin Santana-Fan und hatte richtig Bock darauf, seine Stücke einmal live zu hören. Es war einfach nur wunderbar. Eine tolle Cover-Band“, so Lengen am Ende der Performance. Auch sein Freund Erik Abel ist begeistert: „Ich habe nicht geglaubt, dass es möglich ist, Santana so authentisch zu präsentieren. Super!“

Ein Mann der genau weiß, wie es damals war, ist Alex Ligertwood. Er war von 1979 bis 1994 Gitarrist und Sänger der Santana-Band. Am Freitag ist er aus Kalifornien in Hamburg eingetroffen und von dort direkt zum See gefahren. „Ich lebe bei San Francisco direkt am Strand. Hier zum Konzert in Rotenburg direkt am Wasser mit dem Sand fühle ich mich wohl“, so der 69-Jährige im Gespräch vor dem Auftritt. „Ich bin ganz sicher, dass wir alle – Musiker und das Publikum – heute gemeinsam viel Spaß haben werden“, erklärt er. „Unsere Leidenschaft für die Musik von Carlos spiegelt sich in unseren Konzerten wider und das spürt das Publikum. Die Musik spricht für sich selbst.“ Keyboarder Jens Skwirblies ist indes neues Mitglied der Band. „Ich finde es faszinierend, dass neben der älteren Generation, die durch uns an die ,Woodstock-Zeit‘ erinnert werden, auch viele junge Menschen zu unseren Konzerten kommen“, sagt er und blickt in die Runde.

The Magic of Santana am Weichelsee

Drummer Markus Zell ist seit drei Jahren dabei. „Santana ist kein Spielzeug. Da ist die Herausforderung für mich an den Drums groß, denn ich habe mindestens zwei Percussions um mich herum. Wir müssen besonders aufeinander eingehen. Es hat aber auch seinen Reiz, sich der Herausforderung zu stellen.“

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