„La Strada unterwegs...“: Alles Wissenswerte von A bis Z

Ohne Ehrenamt unmöglich

Hartmut Ladwig (Kir, v.l.), Kathrin Bahr, Julia von Wild (beide „zweifellos.net“) und Reinhard Lüdemann (Stadt Rotenburg) freuen sich auf das diesjährige „La Strada unterwegs...“. - Foto: Röhrs

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Es wird wieder bunt und außergewöhnlich in der Rotenburger Innenstadt. Am Freitagabend startet der internationale Straßenzirkus „La Strada unterwegs...“ zum achten Mal in der Kreisstadt und bringt internationale Künstler und ein breites Feld bestehend aus Artistik, Clownerie, Tanz und vielem mehr an die Wümme. Wir holen kurz vor Beginn nochmal zum großen Rundumschlag aus und fassen alles Wissenswerte rund um „La Strada unterwegs...“ von A bis Z zusammen.

A wie „Ankunft“

Schon seit Mittwoch sind mit der Compagnia Sergi Estebanell die ersten Künstler in Rotenburg. Die meisten kommen allerdings erst am Freitag an. Wenn sie dabei mit dem Zug oder dem Flieger anreisen, werden sie entweder von der künstlerischen Leitung oder einem Shuttle, der die Darsteller immer zu ihren Spielorten bringt, vor Ort abgeholt – aber immer ganz persönlich. Sonntagabend beziehungsweise Montagfrüh fahren die Künstler wieder ab.

B wie „Backstage“

Die Künstler brauchen einen Platz, an dem sie sich vor und zwischen ihren Shows in Ruhe vorbereiten können. „Wir haben mit dem Gemeindehaus der Stadtkirche einen tollen Ort dafür, hier gibt es genug Platz für alle“, weiß die künstlerische Leiterin Julia von Wild. Dort können sich die Künstler sowohl aufwärmen als auch einfach einen Kaffee trinken oder Mittag essen.

C wie „Café des Artistes“

Auf dem Pferdemarkt steht das Wochenende über das Café des Artistes, ein Treffpunkt für alle Helfer und andere Beteiligte des Straßenzirkus. Doch das Café wird auch anderweitig genutzt: Freitag findet nach der offiziellen Eröffnung dort eine Party statt, Samstag der Frühschoppen.

E wie „Eröffnung“

Freitagabend ist es soweit. Auf dem Pferdemarkt fällt um 19.30 Uhr der Startsschuss zu „La Strada unterwegs...“. Nachdem die Reden gehalten sind und Maskenspieler Hans-Joachim Reich seinen Auftritt hatte, gibt es eine „Restauranteröffnung der spanischen ,Compagnie Sergi Estebanell‘“, so die Veranstalter. Die müssen dafür am Abend aber noch einige Hindernisse überwinden. Im Anschluss gibt es noch eine Feier mit Musik aufgelegt von Ulli Schorpp im „Café des Artistes“.

F wie „Frühschoppen“

Bei dieser achten Auflage von „La Strada unterwegs...“ in Rotenburg gibt es erstmals einén Frühschoppen. Am Samstag ab 10 Uhr steht dabei sogar eine Premiere auf der Bühne. Erstmals tritt das Trio Filet mit den Rotenburger Musikern Thorsten Finner an der Gitarre, Philipp Lennartz am Saxofon und Uli Torspecken am Keyboard auf.

G wie „Gala“

Die einzige kostenpflichtige Veranstaltung des Straßenzirkus ist die Gala am Samstag ab 20 Uhr. Eine Auswahl der Künstler spielt dann die Highlights ihrer Shows in der Aula der Realschule. Karten sind im Infobüro des Rathauses, bei Famila in Rotenburg und bei der Buchhandlung Wandel in Scheeßel erhältlich. Sie kosten 16 Euro, beziehungsweise ermäßigt zwölf Euro. An der Abendkasse liegt der Preis bei 19 beziehungsweise 15 Euro.

H wie „Helfer“

„La Strada unterwegs...“ wäre ohne die freiwilligen Helfer kaum möglich. Rund 100 von ihnen sind im Einsatz und mit den unterschiedlichsten Aufgaben betraut – beispielsweise beim Auf- und Abbau, beim Fahrdienst, an den Info-Ständen, beim Catering sowie bei der Künstler- und Bühnenbetreuung. Übrigens ehrenamtlich, keine Arbeitsstunde wird ihnen bezahlt. Alle Einnahmen dienen der Finanzierung des Festivals – inklusive der Trinkgelder.

I wie „Inklusion“

„Rotenburg wäre nicht Rotenburg, wenn nicht Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam arbeiten und auftreten würden“, sagt Uwe Goldschmidt von der Kulturinitiative Rotenburg (Kir). Auch in diesem Jahr spielt der inklusive Gedanke eine Rolle, Menschen mit und ohne Handicap arbeiten Seite an Seite für den Erfolg der Veranstaltung. Beispielsweise an den Verkaufsständen, beim Auf- und Abbau und als Darsteller beim Maskenprojekt „Ente süß-sauer“.

K wie „Köpfe“

Von Beginn an ist die Stadtverwaltung bei der Organisation beteiligt. Ganz vorne mit dabei ist Hauptamtsleiter Reinhard Lüdemann. Ebenfalls zu den Veranstaltern zählt die Kir mit ihrem Vorsitzenden Uwe Goldschmidt. Die künstlerische Leitung haben Kathrin Bahr und Julia von Wild von der Bremer Agentur „zweifellos.net“ inne. Nur, um ein paar zu nennen.

L wie „Logistik“

„Logistische Meisterleistung – unter diesem Begriff könnte man die gesamte Organisation zusammenfassen“, so die Veranstalter. Woher am Ende alle wissen, wo sie zu erscheinen haben, hat eine Menge mit Excel-Listen und E-Mails und ein wenig Intuition zutun. Für den Transport der Künstler ist ein Fahrdienst zuständig, außerdem ist der Bauhof der Stadt involviert.

N wie „Nahrung“

Natürlich gibt es beim Rotenburger Straßenzirkus nicht nur was zu sehen, sondern auch zu essen. Bratwurst, Flammkuchen, Waffeln, Kuchen, Kaffee, Bier, Wein sowie Säfte stehen auf der Karte. Außerdem bietet das Team das Kir-Spezial an: Schwarzer-Johannisbeer-Likör mit Sekt und Eis.

O wie „Orte“

Gespielt wird übrigens nicht nur auf dem Pferdemarkt, sondern an verschiedenen Orten in der Rotenburger Innenstadt: am Kirchhof, in der Fußgängerzone, auf der Geranienbrücke und am Heimathaus. Doch nicht jeder Künstler ist an einem festen Platz zu finden. Der eine oder andere Walking Act – beispielsweise das Entenorchester von Hans Joachim Reich – ist ebenfalls anzutreffen.

P wie „Programm“

Nach der Eröffnung Freitag und dem Frühschoppen Samstag geht es Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr mit den Straßenkünstlern weiter. Spannend, leise, lustig – groß ist die Bandbreite der Darbietungen der Künstler. Ein Hingucker ist außerdem der lokale Walkact, der als Entenparade daher kommt. Ansonsten reicht das Programm von komödiantischen bis zu clownesken Leckerbissen wie Sid Bowfin, Gregor Wollny, Kasper und Gaya und This Maag. Akrobatik gibt es beim Fullstop Acrobatic Theatre und dem britischen Frauentrio Mimbre, innovativen Tanz bietet das spanische Duo „HuryCan“. Hingucker für unterwegs sind die Compagnie Mobil und auf Stelzen das Theater Gajes. Wer Lust auf Interaktion hat, ist bei Slagman Producties sowie Musikanty gut aufgehoben. Schluss ist Samstag gegen 18.45 und am Sonntag etwa 18.30 Uhr. Details sind in einem Programmheft zu finden.

R wie „Reise“

Der Rotenburger Straßenzirkus ist ein internationales Festival. Die Künstler kommen aus ganz Europa. Die weiteste Anreise hat die Gruppe „HuryCan“ aus Madrid, die mit dem Flugzeug anreist. Am dichtesten lebt Inconstruct aus Bremen und Scheeßel. Beim Transport ihrer Requisiten gehen die Künstler übrigens sehr unterschiedlich vor: Sid Bowfin zum Beispiel reist nur mit seiner Violine. Die Compagnia Sergi Estebanell aus Barcelona hingegen bringt so viel mit, dass sie einen ganzen Transporter bepacken und die Schauspieler hinterher fliegen.

S wie „Schietwetter“

Von Regen geht keiner der Beteiligten aus. „Das gibt es nicht, und wenn doch, werden die Bälle beim Jonglieren nicht so hoch geworfen“, sagt Uwe Goldschmidt von der Kir. Bei zu starkem Regen liegt allerdings eine Indoor-Lösung in der Schublade. Dann werden die Stadtkirche, das Kantor-Helmke-Haus, das Rathaus und das Heimathaus zum Zirkus umfunktioniert. Trotzdem, wie Kathrin Bahr von der Agentur „zweifellos.net“ sagt: „Wir hoffen aber lieber auf Sonnenschein.“

U wie „Unterkunft“

Die Künstler, die in Rotenburg auftreten, schlafen nicht im Hotel, sondern auf Bamanns Ponyhof in Unterstedt. Dort ist es urig, gemütlich und weitläufig, sodass sich die Artisten wohlfühlen können. Mittlerweile hat der Hof einen guten Ruf in der Straßenzirkus-Szene errungen. „Die weltbeste Pension für Künstler aller Art und überhaupt“, sagt von Wild.

V wie „Vorbereitung“

Bühnen, Bänke, Getränkestände und Gastrobuden – im Vorfeld von „La Strada unterwegs...“ muss einiges aufgebaut werden. Seit Donnerstag sind dafür zahlreiche Helfer im Einsatz. Für alles, was für das Programm und die Dekoration des Festivals relevant ist, ist ein Technikerteam zuständig.

Z wie „zahlen, bitte“

Wie immer ist auch in diesem Jahr „La Strada unterwegs...“ im Prinzip kostenlos. Lediglich für die Gala am Samstagabend müssen Tickets gekauft werden. Die Künstler spielen beim Straßenzirkus „auf den Hut“, also jeder Besucher zahlt direkt das, was ihm die Vorstellung wert ist. Für den Straßenzirkus fallen natürlich trotzdem Kosten an. Bei der finanziellen Umsetzung helfen Stadt, Landkreis und diverse Sponsoren mit.

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