Polizei und Metronom mit Null-Toleranz-Politik

Nordderby: Bei Ausschreitungen ist die Fahrt vorbei

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Hamburger SV stockt Sicherheitspersonal vor Nordderby auf

Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Tausende Fußballfans, die von Hansestadt zu Hansestadt pilgern – und mittendrin: Der Landkreis Rotenburg mit seinen Bahnhöfen Sottrum, Rotenburg, Scheeßel und Lauenbrück. Das Bundesliga-Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen am Nachmittag im Volksparkstadion wirft schon länger seine Schatten voraus. Die ersten Wortgefechte zwischen den rivalisierenden Anhängern sind schon ausgetragen, das Fußballspiel hat nicht nur aus geografischen Gründen in der Mitte der beiden Hansestädte Brisanz. Weiterhin heikel: die Anreise.

An den Bahnhöfen auf der Strecke von Bremen nach Hamburg sammeln sich die Anhänger beider Mannschaften, die Bundespolizei wird dort daher besonders präsent sein, die Lager trennen und zu den Zügen eskortieren. „Die Bundespolizei wird einen geordneten Einstieg erzwingen“, sagt Björn Pamperin, Sprecher der Eisenbahngesellschaft Metronom, die diese Strecke bedient.

Die Bundespolizei selbst hält sich bedeckt, was Strategien zur Bewältigung der Massen an Fans angeht. Auch die Antwort, wie die Experten eventuellen Konflikten zwischen den Gruppen und teilweise gewaltbereiten Anhängern entgegentreten wollen, bleibt Rüdiger Carstens, Sprecher der Bundespolizei Hamburg, schuldig – „aus ermittlungstaktischen Gründen“. Überhaupt ließen sich im Vorfeld keine genauen Angaben machen – was gestern noch aktuell war, könne heute schon wieder ganz anders sein. Nur so viel: „Wir werden lagerelevante Züge begleiten und an den Bahnhöfen präsent sein.“ Darüber hinaus gilt eine Allgemeinverfügung, die unter anderem ein Alkohol- und Glasflaschen verbot einschließt.

Auch die Metronom-Eisenbahngesellschaft hat sich vorbereitet. Sie arbeitet schon seit fünf Jahren mit der Polizei und den beiden Fußballvereinen zusammen, um ein friedliches Nordderby zu ermöglichen. Daher sei die Vorlaufzeit für das heutige Spiel „relativ kurz“, sagt Pamperin.

Sicherheitsdienst aus Bremen mit an Bord

Der Metronom fährt eine Null-Toleranz-Politik. „Sollte es auch nur im Geringsten zu Ausschreitungen oder Gewalt kommen, erleben die Fans das Fußballspiel nicht. Dann beenden wir die Fahrt konsequent“, stellt Pamperin klar. Ergänzend dazu werde jede Straftat sofort zur Anzeige gebracht. Bereits seit zwei Jahren habe der Metronom eindeutig geregelt, was passiert, wenn es beim Einstieg oder während der Fahrt zu Ausschreitungen kommt: Die Züge fahren gar nicht erst los oder halten sofort an.

Um gerade auf die Gästefans positiv einzuwirken, fahren zudem Mitarbeiter des vereinseigenen Sicherheitsdienstes von Werder Bremen in den Zügen mit. Pamperin: „Wir geleiten die Fans zum Einstieg und achten darauf, dass die Züge nicht überfüllt sind. Während der Fahrt achten wir gemeinsam mit dem Verein darauf, dass es nicht zu Ausschreitungen kommt.“

Während der Fahrt soll alles so normal wie möglich ablaufen. Das Personal werde wie immer Fahrkarten kontrollieren und auch das ohnehin beim Metronom geltende Alkoholverbot durchsetzen. Sollte der Zug überfüllt sein, müssen die Fans auf die nächste Verbindung warten, Sonderzüge setzt die Eisenbahngesellschaft laut Pamperin nicht ein.

Alkohol und Glasflaschen sind verboten

Die Bundespolizei trifft anlässlich des Bundesliga-Nordderbys zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen eine Vielzahl von Vorkehrungen, um einen friedlichen und reibungslosen Ablauf rund um die Spielpaarung zu ermöglichen. So spricht sie ein Alkoholkonsumverbot, ein Mitführverbot von Glasflaschen und Dosen, pyrotechnischen Gegenständen, Vermummungsgegenständen und Schutzbewaffnung aus. 

Diese Verbote gelten in der Zeit von 6 bis 15.30 Uhr sowie von 17 bis 24 Uhr, betroffen sind alle zum und vom Hamburger Volksparkstadion führende Züge mit Ausnahme des Fernverkehrs. Neben einigen weiteren gilt diese Verfügung auch auf der Strecke zwischen Bremen und Hamburg und damit auch auf den Bahnhöfen in Sottrum, Rotenburg, Scheeßel und Lauenbrück. 

„Die Erfahrung bei brisanten Fußballspielen hat gezeigt, dass insbesondere Glasbehälter von gewaltbereiten und zum Teil alkoholisierten Fußballfans als Wurfgeschosse gegen Reisende, friedliche Fans und Beamte eingesetzt werden“, schreibt die Bundespolizei. Nicht zuletzt bilden zerbrochene Glasbehälter und Flaschen ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Reisende und Fans. Die Gefahr, die von pyrotechnischen Gegenständen ausgeht, sei mittlerweile hinlänglich bekannt. Im Bezug auf die Vermummungsgegenstände wird ausdrücklich auf das Verbot von Jacken und Westen mit eingearbeiteter Vollvermummung hingewiesen. 

Bei Zuwiderhandlungen wird ein Zwangsgeld in Höhe von 250 Euro erhoben. Die Bundespolizei bittet alle Reisenden, sich auf die Besonderheiten bei der Planung und Durchführung ihrer Reise einzustellen. Es sollten unter Umständen Alternativen zur An- und Abreise geprüft werden. Die Allgemeinverfügung ist online unter www.bundespolizei.de abrufbar. 

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