Zahlreiche Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Neue Blicke auf den Reformator

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Die Ausstellung „Bilder von Luther“ stellt der städtische Arbeitskreis in den Mittelpunkt des Programms im Jubiläumsjahr.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Nein, Martin Luther war nie in Rotenburg. Eine große Rolle habe die Region bei der Reformation wohl nicht gespielt, heißt es beim städtischen „Arbeitskreis Lutherjahr“. Allerdings sind die Folgen in der von diakonischen Einrichtungen stark geprägten Kreisstadt unverkennbar. Und deswegen beteiligt sich auch Rotenburg mit zahlreichen Veranstaltungen am Luther-Jubiläumsjahr.

Der Reformationstag im kommenden Jahr, also am 31. Oktober 2017, ist der 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenanschlag an die Schlosskirche Wittenbergs 1517 – so sagt man zumindest. Überall auf der Welt und insbesondere in Deutschland wird dieses Jubiläum gefeiert. In Rotenburg steht eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Harald Birck im Mittelpunkt des Programms. 

Der Kirchenkreis Rotenburg, die Werke, der Herbergsverein, die Volkshochschule, das Diakonissen-Mutterhaus und die Stadtverwaltung haben sich „übergreifend und überkonfessionell“ im Arbeitskreis zusammengeschlossen, um die einzelnen Themen zu koordinieren. „Wie es gute alte Sitte in Rotenburg ist“, so Flüchtlingskoordinator Manfred Kröger, Sprecher der Gruppe.

Der Berliner Künstler Birck war bereits 2011 während der Kulturwochen unter dem Titel „Von wegen Gerechtigkeit“ mit Skulpturen in Rotenburg zu Gast. Damals hatte er modellierte Ton-Köpfe von Obdachlosen „Aufs Podest gehoben“.

Mit der aktuellen Ausstellung, zu der es unter dem Titel auch ein Buch „Bilder von Luther“ gibt, entwerfe er „neue und überraschende Perspektiven auf den Reformator“, heißt es in der Ankündigung. Zur Eröffnung am 2. Mai werde er selbst vor Ort sein, bis zum 30. Mai sollen die Exponate an verschiedenen Orte zu sehen sein: zum Beispiel im Rathaus, im Kaufhaus Karo, in der Volkshochschule und in der Stadtkirche. Doch die Ausstellung ist nur ein Teil des Programms.

Ähnlich wie der Kirchenkreis Rotenburg, der allein über 50 Veranstaltungen zum Lutherjahr plant, will auch der Arbeitskreis Vielfalt bieten. Erste Ideen sind auf dem Weg: ein Tanztheaterprojekt des Ballettstudios Güttel, eine Lesung in der Buchhandlung Müller, ein Flüchtlingsprojekt im Kaufhaus Karo, Kabarett und Musik unter anderem mit Pastor Peter Handrich und Kantor Stephan Orth sowie Sebastian Schoy und ein kunsthistorischer Vortrag mit Frauke Reinke-Wöhl. 

Dabei, so Kröger, lege man Wert darauf, nicht nur einen „verklärten Blick“ auf den Reformator zu werfen, sondern auch kritische Aspekte seines Lebens zu beleuchten. Zudem seien die 95 Thesen keine rein kirchliche Angelegenheit, denn deren Auswirkungen hätten natürlich auch politische und gesellschaftliche Auswirkungen – bis heute, wie man in Rotenburg täglich erlebe. Das müsse aufgezeigt werden aus verschiedenen Perspektiven. Kröger: „Luther ist nicht nur Kirche, sondern auch Stadt.“

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