Ronolulu setzt in diesem Sommer erstmals auf Security-Kräfte

Mehr Sicherheit am Beckenrand

Reinhard David (l.) und Alfred Sommermeier setzen auf noch mehr Sicherheit am Beckenrand. Und deshalb holt sich das Team vom Ronolulu an besucherstarken Tagen Sicherheitskräfte dazu, die einen Blick auf das Geschehen im Erlebnisbad richten. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Schrankaufbrüche, Diebstähle, Pöbeleien, Handgreiflichkeiten, obszöne Bemerkungen und Gaffereien – auch im Rotenburger Erlebnisbad Ronolulu läuft es unter den Badegästen nicht immer friedlich und nett ab. „Zwar sind wir hier wirklich kein Krisenherd, aber eigentlich hätten wir schon früher auf die Idee kommen können“, sagt Reinhard David, Chef der Stadtwerke Rotenburg, die das Ronolulu betreiben.

Er meint das zusätzliche Sicherheitspersonal, das immer dann am Beckenrand unterwegs ist, wenn die Besucherzahlen aufgrund guten Wetters in die Höhe schnellen. Die Security im Erlebnisbad soll für mehr Sicherheit und damit auch für ein größeres Sicherheitsgefühl bei den Badegästen sorgen. Seit Beginn dieser Saison kaufen sich die Stadtwerke dieses Gefühl ein. „Aber das ist es uns wert“, so David. Und Alfred Sommermeier, stellvertretender Leiter des Ronolulu, versichert im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das erleichtert unsere Arbeit.“ 

Bisher nämlich haben die Mitarbeiter selbst alles getan, um in kritischen Situationen deeskalierend auf die Gäste einzuwirken. Zwei Kollegen seien bei der Polizei speziell geschult worden und hätten ihr Wissen an den Rest der Mannschaft weitergegeben. Außerdem war Thomas Teuber vom Präventionsteam der Polizei im Erlebnisbad zu Gast, um in Form eines Vortrages über die wichtigsten Aspekte zu sprechen.

„Wir haben uns schon seit längerer Zeit mit diesem Thema beschäftigt“, erklärt David. Und schließlich sei man zu dem Ergebnis gekommen, es mit zusätzlichem Fachpersonal zu versuchen, das vor allem immer dann angefordert werde, wenn mit vielen Badegästen zu rechnen ist. 

Die Security sei ein weiterer Baustein, wenn es um Deeskalation geht. Die Männer gehen eigenständig über das Gelände, werfen aber auch einen Blick in die Halle, in die Umkleidebereiche und auf den Parkplatz. „Wir sind schon sehr oft darauf angesprochen und gefragt worden, warum wir das machen“, sagt David. 

„Aber die Leute reagieren zum größten Teil sehr erfreut.“ Mit der Security wolle das Team Ronolulu alles daran setzen, mögliche Konflikte im Keim zu ersticken. Ein Kollege berichtet vom Dienst am Sonntag, wo es zu einer schwierigen Situation gekommen sei – die endete schließlich mit einem von Drohungen begleiteten Rauswurf. „Wir waren froh, dass die Kollegen da waren.“

Formal betrachtet, geht es um die Einhaltung der Bade- und Hausordnung. Und wie es so schön heißt: „Den Anweisungen des Personals ist Folge zu leisten.“ Das klappt aber nicht immer. Alfred Sommermeier: „Früher sind wir am Beckenrand immer noch mit großem Respekt wahrgenommen worden. 

Die Zeiten haben sich geändert.“ Er selbst bezeichnet sich als durchaus schlagfertig, aber mitunter falle ihm heute nicht mehr viel ein, wenn er die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen erlebt, wenn er sie zum Beispiel fragt, ob sie auch zu Hause die Türen derart laut zuknallen lassen. Für Reinhard David steht fest: „In der Sommersaison sind die Security-Kräfte für uns jetzt schon eine feste Einrichtung. Wir sind zufrieden, die Gäste sind es – es läuft gut.“

Wie oft sie in diesem Sommer noch im Ronolulu Dienst schieben, hängt vor allem vom Wetter ab. Und das war bislang nicht so ganz nach dem Geschmack des Teams, das übrigens auch wieder Trillerpfeifen benutzt. Dennoch: „In diesem Jahr zeichnen sich ähnliche Zahlen wie im vergangenen Jahr ab“, sagt David. 

2015 hatten 240.000 Gäste den Eingang passiert. Es gab aber auch schon Jahre, in denen die Zahlen deutlich darüber lagen. Grund? „Uns fehlen die Jugendlichen, die sonst immer schon gleich nach Schulschluss bei uns waren“, erinnert sich Sommermeier an die besseren Zeiten.

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