Lutz Hillmer aus Rotenburg stellt gesunde Erfrischung her

Mit Muskelkraft gibt’s Apfelsaft

Mit einem sehr scharfen Messer werden die Äpfel geviertelt und die Druckstellen sowie Wurmstellen entfernt. Fotos: Heinz Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Wenn lautes Quietschen des Schwungrades einer Obstmühle und das Stöhnen des Bedieners des Gerätes in seinem heimischen Garten zu hören sind, dann wissen die Nachbarn bescheid, dass bei Lutz Hillmer aus Rotenburg wieder die Apfelsaftproduktion angelaufen ist.

Die geviertelten Apfelstücke kommen zunächst in die Obstmühle. Anschließend werden die Äpfel geschnitzelt.

Seit drei Jahren presst er während der Erntesaison das Obst für Direktsaft, der ganz ohne Zusatzstoffe hergestellt wird. Dafür nimmt der Hobby-Saftproduzent den anschließenden Muskelkater gerne in Kauf – denn die Herstellung verlangt viel Muskelkraft. Oft sind die eigenen Kinder und einige aus der Nachbarschaft dabei. „Das ist sehr lehrreich für die Kleinen, wenn sie praktisch erfahren, wie und woraus eigentlich der Saft gewonnen wird, den sie zumeist nur abgefüllt in Flaschen oder Tetra-Packs aus den Supermärkten her kennen“, so der 52-Jährige. 

Aus der entstandenen Maische wird dann mit einer Spindel unter hohem Druck der Saft herausgepresst und in einem Behälter aufgefangen.

Bis der Saft getrunken werden kann, ist aber ein langer Weg, der zwar körperlich anstrengend ist, aber auch viel Spaß macht, sagt Hillmer, der als Hotelausstatter in seinem Büro an der Großen Straße arbeitet und dieses ungewöhnliche Hobby hat. Die Arbeit beginnt bereits mit dem Pflücken und Einsammeln der Früchte. Dazu fährt der Rotenburger zumeist gemeinsam mit seiner Familie zu öffentlichen Streuobstwiesen in der Peripherie der Kreisstadt. „Es kommt aber auch vor, dass Besitzer von privaten Obstgärten bei mir anrufen, dass ich ihren Überschuss an den Obstbäumen gerne abholen kann“, erklärt er. Für seine Saftproduktion eigne sich neben den gepflückten Früchten auch Fallobst.  Oft sammelt Hillmer auch Birnen mit ein und mischt jene Maische unter die von den Äpfeln, um dem Saft, wenn erforderlich, und je nach Apfelsorte eine natürliche Süße zu geben. 

Nach dem Erhitzen wird der Saft in Flaschen gefüllt und über Kopf zum Abkühlen abgestellt.

Aber zurück zur Herstellung. Die gesammelten Äpfel werden von ihm in einer riesigen Wanne gewaschen, dann mit einem scharfen Messer von Druck- sowie Wurmstellen befreit und anschließend geviertelt. „Die Stücke kommen dann in die Obstmühle. Das Schneidewerk wird von mir mit einem Schwungrad von Hand angetrieben. Da fließt der Schweiß. „Bizeps sind hier gefragt“, erklärt Hillmer mit einem Lächeln und lässt seine Muskeln an beiden Oberarmen spielen.  „Aus der so entstandenen Maische wird dann mit einer Spindel unter hohem Druck der Saft ausgepresst, der in einem Behälter aufgefangen wird“, sagt er. Der so entstandene Saft wird dann bis 80 Grad erhitzt und dann in Flaschen (im Backofen auf 130 Grad erhitzt) gefüllt und mit einem Twist-Off-Deckel geschlossen. Dann müssen die Flaschen über Kopf abkühlen. „So entsteht darin ein Vakuum und der Saft ist mindestens zwei Jahre haltbar“, erklärt er. Am Samstag ist er erneut in Aktion zu sehen und zu hören.

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