Ausgaben für Strom und Wärme fallen

Landkreis senkt seine Energiekosten deutlich

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Die Landkreisverwaltung hat die richtigen Hebel angesetzt, um Energiekosten zu sparen. Der Verbrauch konnte bei Strom und Wärme in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt werden, obwohl die Nutzflächen vergrößert wurden.

Landkreis Rotenburg - Von Michael Krüger. Der Landkreis wirtschaftet in Energiefragen recht sparsam. Das macht der „Energiebericht 2015“ deutlich, den das Amt für Gebäudemanagement jetzt fertiggstellt hat. Die Kosten insbesondere für Strom und Wärme sind in den vergangenen Jahren gefallen.

Die erste Ausschusssitzung des Kreistages nach der Kommunalwahl läuft in großer Harmonie ab. Angelika Dorsch begrüßt die Mitglieder des Ausschusses für Hoch- und Tiefbau, es ist vermutlich die letzte Sitzung für die SPD-Politikerin als Vorsitzende. Die Mehrheiten haben sich bekanntlich verschoben. „Wir werden jetzt effizienter arbeiten können“, sagt Dorsch und spielt auf weniger wahltaktische Manöver an. Da vier Vertreter der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und WFB an diesem Morgen fehlen, kann die CDU schnell kontern. Reinhard Trau: „Mit dieser Mehrheit sowieso.“

Dabei gibt es gar keine strittigen Punkte auf der Tagesordnung, es geht im öffentlichen Teil einzig um die etwas verspätete Vorstellung des Energieberichts durch die Verwaltung. Personalengpässe im Kreishaus hatten diese in den vergangenen Monaten verzögert. Das, was Andreas von Fintel vom Amt für Gebäudemanagement dann präsentieren kann, ist allerdings eine positive Nachricht. Im Zehn-Jahres-Vergleich wird deutlich, dass die Kreisverwaltung sowohl von guten Preisverhandlungen als auch günstigen klimatischen Bedingungen – relativ warmen Wintern – profitiert.

Kreisverwaltung will weiter sparen

Aktuell stehen Ausgaben für Wärmeerzeugung, zu 92 Prozent Gaskosten, in Höhe von 669 000 Euro für die Liegenschaften des Kreises in den Büchern, 2009 waren es zwischenzeitlich 1,03 Millionen Euro. Und auch beim Strom spart der Kreis: Lagen die Kosten im Jahr 2008 bei einem zwischenzeitlichen Höchstwert von 601 000 Euro, liege man nun bei 499 000 Euro. „Die Realkosten sinken im Vergleich“, so von Fintel. Die Gesamtkosten für Strom, Wärme und Wasser betrugen für den Landkreis im vergangenen Jahr rund 1,34 Millionen Euro, nach 1,4 und 1,6 Millionen in den Vorjahren.

Und die Kreisverwaltung will weiter sparen. Der Kreis setzt sich demnach seit dem Jahr 2009 Ziele zur Senkung des Wärmebedarfs für das jeweils folgende Haushaltsjahr. So wurde für die Schulgebäude ein Ziel von 18 Prozent und für die Verwaltungsgebäude ein Ziel von 14 Prozent unter dem Basisjahr 2008 gesetzt. Bei den Verwaltungen konnte 2015 gegenüber 2008 eine Reduzierung um 14 Prozent und bei den Schulen um 20 Prozent erreicht werden. Für das Jahr 2016 soll der klimabereinigte Energiebedarf bei steigender Nutzungsfläche immerhin konstant gehalten werden.

Turnhallen besonders kostspielig

Ein großer Brocken, bei dem angesetzt werden könne, seien die kreiseigenen Turnhallen, so von Fintel. Die nach dem Verbrauch kostspieligsten Hallen sind demnach die an den Berufsbildenden Schulen in Rotenburg, an der Rotenburger Pestalozzischule und am Bremervörder Gymnasium. Wie es besser geht, lasse sich zum Beispiel an der Turnhalle des Rotenburger Ratsgymnasiums erkennen – dort sei der Verbrauch je Quadratmeter besonders gering.

Die ewige Diskussion in der Landkreispolitik über den Bezug des Stroms ist laut von Fintel übrigens wenig zielführend. Die Mehrheitsgruppe hatte durchgesetzt, dass der Kreis seit 2013 seinen Strom komplett ökologisch bezieht, aus Wasserkraftanlagen in Norwegen. Die CDU/FDP-Opposition hat immer wieder immens höhere Kosten kritisiert, auch einige Kommunen sind aus dem Bezugsmodell ausgeschert. Laut von Fintel seien die Mehrausgaben aber „nur marginal“. Wirklich teurer sei Ökostrom nicht. Die Kreisverwaltung hatte die Mehrausgaben 2013 und 2014 jeweils auf rund 16 000 Euro, 2015 und 2016 jährlich auf rund 7 000 Euro beziffert. Die politisch gesetzte Grenze einer Kostenüberschreitung gegenüber herkömmlichem Strom von zehn Prozent wurde bislang nicht ausgereizt. 2017 wird der Kreis den Strombezug allerdings neu ausschreiben. Mit der aktuellen Harmonie dürfte es dann vorbei sein.

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