Veranstaltungsmanagerin Angelika Pütz wünscht sich perspektivischen Austausch

Es läuft im Heimathaus

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Angelika Pütz kümmert sich seit fünf Jahren um das Rotenburger Heimathaus und stellt fest: „Es läuft.“ 

Rotenburg - Von Guido Menker. Auf den ersten Blick macht Angelika Pütz einen zufriedenen Eindruck. Seit fünf Jahren ist sie als Veranstaltungsmanagerin im Rotenburger Heimathaus beschäftigt – und in diesen Wochen zeichnet sich ab, dass 2016 das bislang erfolgreichste Jahr sein wird. Aber auch beim Betrachten der vergangenen fünf Jahre kommt Pütz zu einem für sie zufriedenstellenden Ergebnis: „Ich finde, dass sich das Haus gut entwickelt hat.“

Von April bis Oktober war das Heimathaus komplett ausgebucht, hinzu kamen das Konzertwochenende zum Geburtstag des Kultur-Bahnhofes (Kuba) sowie das Gastspiel von La Strada auf dem Außengelände. „Ja, es war das bislang beste Jahr“, sagt Angelika Pütz. Und sie fügt hinzu, dass das Heimathaus auch als Ort für Trauungen immer beliebter werde. 

Zum ersten Mal werden es in einem Jahr mehr als 40 Hochzeiten sein, die in dem historischen Gebäude über die Bühne gehen. „Bis in den Dezember hinein sind die Termine gebucht worden. Das ist neu“, ergänzt die Frau, die im Heimathaus alles im Griff hat. Es gibt also einige Gründe für Angelika Pütz, mit dem Stand der Dinge zufrieden zu sein. 

Aber: „Mit fehlt zurzeit der perspektivische Austausch.“ Zwar hat sie schon vor einiger Zeit einen Runden Tisch angeboten, an dem immer am ersten Dienstag eines Monats von 15 Uhr an alle Platz nehmen können, die Ideen für die Nutzung des Heimathauses haben oder entwickeln möchten und auch bereit sind, etwas in die Hand zu nehmen. Dieses Angebot werde aber kaum mehr wahrgenommen. Mittlerweile fühlt sich Angelika Pütz als alleiniger Motor – dabei sei für sie manchmal selbst ein Motor von außen förderlich, wie sie sagt.

Viel Aufbauarbeit erforderlich

Als die Veranstaltungsmanagerin vor fünf Jahren mit ihrem Job im Heimathaus begonnen hat, sei sehr viel Aufbauarbeit erforderlich gewesen. „Es musste jemand da sein, der sich für das Haus erwärmt, ihm Leben einhaucht und sich um die Kommunikation nach außen kümmert.“ Hinzu kamen viele inhaltliche Fragen, die beantwortet werden wollten. „Die ersten ein, zwei Jahre waren klassische Aufbauarbeit. Abläufe waren zu klären, Kooperationen auf die Beine zu stellen“, erinnert sich Pütz. Auch das Drumherum erforderte Entscheidungen. Zum Beispiel die Außenanlage. „Das musste sich alles finden – und das hat es auch“, berichtet die Veranstaltungsmanagerin.

Wichtig war und ist ihr heute noch, das Haus offen zu gestalten und die Abläufe nicht nur transparent, sondern eben für alle gleich zu gestalten. Klare Spielregeln und Preise – alles das ist auf der ebenfalls neuen Homepage nachzulesen. Und doch wäre aus Sicht von Angelika Pütz mehr möglich. Problem für sie selbst: Sie hat eine halbe Stelle, daher müsse sie mit den ihr zur Verfügung stehenden zeitlichen Möglichkeiten klar kommen. Pütz: „Für mich ist der Rahmen festgelegt und weitgehend ausgeschöpft.“ Und dabei erreichen auch sie selbst immer wieder Hinweise von Menschen in der Stadt, wonach auf dem Heimathausgelände eigentlich noch viel mehr möglich wäre.

Immerhin: Nachdem sich vor mehreren Jahren eine Gruppe geschichtsinteressierter Rotenburger um die Fachfrau Christine Götze herum gebildet hatte, ist das museale Inventar mittlerweile vollständig erfasst, geordnet und damit auch nachvollziehbar gesichert. Ein Teil dieses Sammlungsprojektes ist permanent zu besichtigen – in Vitrinen im Obergeschoss, in den beiden Stuben im Untergeschoss sowie in den Kübbungen des Hauses. „Das Inventar ist erfasst und steht als Datenbank zur Verfügung“, sagt Götze. Auch online. Dass es Interesse daran gibt, zeigt die Resonanz auf die Sonderöffnungszeiten an mehreren Sonntagen im Heimathaus. Fünfmal gab es diese in diesem Jahr – durchschnittlich zählte das Betreuungsteam rund 50 Besucher. Klarer Fall: Das Angebot wird es im kommenden Jahr immer am zweiten Sonntag eines Monats geben – also zwölf Mal. Jeweils von 14 bis 17 Uhr können Besucher dann bei freiem Eintritt „einen Bruchteil“ der Sammlungen bewundern. Inwieweit es – in einem Museum üblich – wechselnde Ausstellungen geben wird, hängt von den personellen Kapazitäten ab. Denn: Auch die Sammlungsgruppe existiert nicht mehr in der ursprünglichen Größe. Deshalb sagt Christine Götze: „Wir würden uns über weitere Unterstützung sehr freuen.“ Nicht zuletzt damit wird deutlich, dass es im Heimathaus noch einige Kapazitäten gäbe – aber alles das können wenige Leute alleine nicht dauerhaft stemmen.

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