Kooperative Leitstelle übernimmt Aufgabe der Polizeiinspektion Rotenburg

Notrufschwenk nach Lüneburg

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An modernen Einsatzleitrechnern laufen die Notrufe künftig auch aus dem Landkreis in Rotenburg in Lüneburg ein.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Am anderen Ende des Notrufs nimmt ab kommender Woche jemand in Lüneburg ab. Wer im Landkreis Rotenburg „110“ wählt, landet ab Dienstag in der Kooperativen Leitstelle der Hansestadt und nicht mehr in der Rotenburger Polizeiinspektion. Für diejenigen, die Hilfe suchen, soll sich dadurch nichts ändern.

„Es ist ein politischer Beschluss“, sagt Rotenburgs Polizeisprecher Heiner van der Werp. Und der sei nicht ganz unumstritten innerhalb der Polizei. Ein „emotionales Thema“, wie er sagt: Wissen die Kollegen in Lüneburg die Lage vor Ort wirklich richtig einzuschätzen? Wird der Notruf von hier dort vielleicht mal falsch eingeordnet?

Die Entscheidung für die großen Leitstellen ist in Niedersachse aber längst gefallen. Die Kooperative Leitstelle Lüneburg (KLL) wurde im August eingeweiht. In Niedersachsen geht man seit Mitte der 2000-er Jahre den Weg zu größeren Notruf-Zentren, in Hameln eröffnete 2008 der damalige Innenminister Uwe Schünemann den Pilotbetrieb in der kooperativen Regionalleitstelle für Feuerwehr und Polizeieinsätze. Derzeit gibt es landesweit fünf Großleitstellen: in Oldenburg, Osnabrück, Wittmund, Hameln und eben Lüneburg.

Für Rotenburg ist es binnen weniger Jahre die zweite Umstellung beim Thema Notrufe. Während die Anrufer bei „112“ in der Einsatzleitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr in Zeven landen, von wo aus auch die Einsätze für den Kreis Harburg und Heidekreis koordiniert werden, gab es bis 2005 bei „110“ noch die klassische Trennung in die Gebiete Bremervörde, Zeven und Rotenburg. Die Abschnitte waren jeweils für sich zuständig für die Koordination ihrer Dienste. Diese Trennung wurde dann aufgehoben in der „Einsatzleitstelle Wümme“, angesiedelt in der Polizeiinspektion an der Königsberger Straße in Rotenburg. Schon damals, so van der Werp, sei die Angst da gewesen, dass die Ortskenntnis in der Zentrale fehle. Doch moderne Technik wie GPS und Digitalfunk machten diese Sorgen überflüssig.

In Rotenburg liefen zuletzt rund 35000 Notrufe jährlich ein, also fast 100 am Tag. Sechs Kollegen waren allein für die Annahme der Anrufe rund um die Uhr zuständig. Dass die Aufgabe nun nach Lüneburg verlagert wird, führt auch zu personellen Veränderungen. Die Stellenzahl wird laut van der Werp auf vier reduziert, die bisherigen Kollegen übernehmen neue Aufgaben und koordinieren Einsätze, die weiterhin über die Amtsnummer 04261/ 9470 eintreffen.

„Man erhofft sich eine größere Schnelligkeit, Flexibilität und bessere Vernetzung“, sagt der Polizeisprecher zum sogenannen Notrufschwenk. „Die Kollegen in Lüneburg sind hoch motiviert, das zu beweisen.“ Er selbst habe sich kürzlich ein Bild der neuen KLL gemacht. Und das sei beeindruckend. 7,1 Millionen Euro wurden investiert, um aus bislang konventionellen Einzelbüros im Behördenzentrum Auf der Hude eine moderne Großleitstelle zu machen. Die polizeilichen Notrufe aus den Landkreisen Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen werden bereits seit einigen Jahren in Lüneburg entgegen genommen, und auch das Einsatzmanagement erfolgt zentral aus Lüneburg. Außerdem hat die Rettungsleitstelle für Landkreis und Stadt Lüneburg seit August ihren Platz in der KLL. Im Februar folgen die „Notrufschwenks“ aus dem Heidekreis und Rotenburg. Anfang 2017 werden schließlich auch die beiden letzten verbleibenden Landkreise des alten Bezirks Lüneburg, Celle und Stade, angeschlossen. Die KLL ist dann für rund 1,25 Millionen Bürger zuständig. Schon die Betreuung der ersten vier Landkreise hatte zu rund 360 Notrufen geführt, aus denen 210 Einsätze entstanden. Dass es da zu mehr Fehlern bei der Koordination komme, glaubt Rotenburgs Polizeisprecher van der Werp nicht. Er beruhigt die Bürger: „An Qualität geht nichts verloren.“

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