Amtliches Endergebnis steht fest

Kommunalwahl: Obszöne Sprüche, Blümchen und zu viele Kreuze

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Der Wahlausschuss hat am Dienstagabend das Ergebnis der Wahlen für den Rotenburger Stadtrat sowie für die Ortsräte in Mulmshorn, Unterstedt und Waffensen amtlich gemacht. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Die sechs Mitglieder des Rotenburger Wahlausschusses sind am Dienstagabend ganz schön ins Schwitzen geraten. Ihre Aufgabe: Sie hatten das amtliche Endergebnis der Kommunalwahl festzustellen und mussten sich daher mit den Unterlagen beschäftigen, die aus den 16 Wahllokalen zurückgekommen waren. Diese beinhalten alles zur Stadtratswahl, aber auch zur Abstimmung für die drei Ortsräte in Waffensen, Unterstedt und Mulmshorn. Mehr als zwei Stunden lang nahmen sie alles unter die Lupe – bei Temperaturen von 29 Grad im Ratssaal.

Das Wichtigste vorweg: Das amtliche Endergebnis steht. Weder an der Sitzverteilung noch an den Kandidaten, die diese Plätze im Stadtrat beziehungsweise in den Ortsräten besetzen, hat sich etwas geändert. „Es war eine große Belastung, die wir am Sonntag zu bestehen hatten.“ Mit diesen Worten hat Bürgermeister Andreas Weber (SPD) den Wahlausschuss auf seine Aufgabe eingestimmt. 96 Kandidaten auf nur einem Stimmzettel – „es war sehr schwer, das auszuwerten“, so Weber. Die Stimmzettel seien unhandlich gewesen, deshalb habe er die klare Vorgabe an alle ausgegeben, die mit dem Auszählen der Stimmen beschäftigt waren: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Das Ende vom Lied: Erst um 3 Uhr in der Nacht zum Montag war Feierabend.

Energiereserven mobilisieren

Weber selbst hatte sich in der Nacht auf den Weg in ein Schnellrestaurant gemacht und für die Mitarbeiter im Rathaus „säckeweise Burger und Pommes“ besorgt, um auch noch letzte Energiereserven zu mobilisieren, wie er sagt. Es ging im Rathaus um die Auszählung der Briefwahl. Diesmal waren fast 1. 900 Umschläge mit 3. 800 Wahlbögen darin auszuarbeiten. Das waren rund 800 mehr als noch vor fünf Jahren. Alles, was dabei sowie bei der Auszählung in den Wahllokalen herausgekommen ist, hat der Wahlausschuss nun amtlich gemacht.

Dabei händigte der im Rathaus für die Wahlorganisation zuständige Ordnungsamtsleiter Frank Rütter auf Wunsch die Unterlagen einzelner Wahllokale aus, um Stichproben zu ermöglichen. was dabei deutlich wurde: Viele Rotenburger gehen zur Kommunalwahl mit dem Ziel, ganz bewusst einen ungültigen Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen. Obszöne Sprüche, gemalte Blümchen, scheinbar bewusst zu viele Kreuze bei den Parteien und Kandidaten – die Bandbreite der Zusätze auf den Stimmzetteln ist groß. Rütter: „Jeder Zusatz macht den Stimmzettel ungültig.“ Bei der Wahl zum Stadtrat gab es davon 153 Stück. Der Ordnungsamtsleiter unterstellt allerdings nicht jedem dieser „Wähler“ Vorsatz: „Es gibt immer auch Menschen, die gar nicht wissen, wie viele Kreuze sie machen dürfen.“ Es waren jeweils bis zu drei davon erlaubt.

Beim Auszählen der Stimmzettel für den Stadtrat hat es einen kleinen Fehler gegeben, wie der Wahlausschuss herausfand: Für die Liste der Grünen waren acht Stimmen zu viel notiert worden. Rütter setzte sich sofort hin und rechnete alles nach. Ergebnis: Der Abzug dieser Stimmen hat keinen Einfluss auf die Zahl der Sitze. Bei den Wahlen für die Ortsräte war nichts weiter zu beanstanden. Andreas Weber: „Ich bin dem Wahlausschuss sehr dankbar für seine Arbeit. Die Mitglieder haben sehr akribisch die Unterlagen durchgearbeitet und vieles kritisch hinterfragt.“ Nach mehr als zwei Stunden hatten sie dann Feierabend. Und selbst dann war es immer noch heiß im Rotenburger Ratssaal.

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