Reparatur-Café in Waffensen

Ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz

Schnell hat Rüdiger Leibrandt den defekten Trafo beim Verstärker herausgefunden. Nun muss der Fachhandel ran. - Fotos: Goldstein

Waffensen - Es gibt Dinge im Haushalt, die zu schade zum Wegschmeißen sind oder von denen sich die Besitzer einfach nicht trennen können. Zu sehr ist das Stück ihnen ans Herz gewachsen. Was aber, wenn das Lieblingsspielzeug, das bewährte Haushaltsgerät, das so geliebte Möbelstück oder schicke Kleid defekt ist? – Seit März 2015 haben diese Menschen Gelegenheit, jeden zweiten Samstag im Monat in das Reparatur-Café im Mehrgenerationenhaus in Waffensen zu kommen, um die Sachen checken oder reparieren zu lassen.

So wie Annike Werner, die ganz in der Nähe wohnt. Ihre Verstärkeranlage macht keinen Mucks mehr. „Ich hoffe, dass jemand mir hier helfen kann.“ Das ist eine Aufgabe für Rüdiger Leibrandt, der an seinem Arbeitstisch das entsprechende Werkzeug und zum Teil auch kleine Ersatzteile bereit liegen hat. Er ist vor Ort, wie auch der Ingenieur Reinhard Jordan, Ansprechpartner für Elektronik, Elektrotechnik und deren Reparatur sowie Wartung. Gerne erklären sie den Laien auch technische Systeme. „Schauen wir mal nach“, sagt Leibrandt beim Abschrauben des Gehäuses und geht auf Fehlersuche. 

„Dieser elektrische Messerschleifer ist hin“, erklärt Hobby-Handwerker Conrad Valett (r.) dem Besitzer Christian Malek.

Mit Überprüfungen der Stromversorgung, der Kabel und Sicherungen tastet er sich immer weiter vor und findet schließlich den Defekt. „Der Transformator ist hin. Den müssen Sie im Fachhandel bestellen. Der Einbau geht schnell und ist kein Problem“, freut Leibrandt sich zumindest, den Fehler gefunden zu haben. Das Geld für die Auswechselung will Annike Werner gerne investieren. „An dem Stück hängen viele gute Erinnerungen für mich.“

Beide Experten sind seit Eröffnung des Cafés jeden Monat dabei. So wie auch Erika Knipp aus Scheeßel. „Nähen ist mein Hobby“, erklärt die Seniorin und freut sich, dass sie anderen Menschen, die nicht das handwerkliche Geschick haben, mit Nadel und Faden umzugehen, helfen zu können. Sie hat alle Hände voll zu tun, denn sie näht aus Stoffresten Geschirrtücher. Auch Marion Niebusch ist mit ihrer Nähmaschine angereist und erledigt kleine Schneiderarbeiten. 

Dann gibt es dort noch die „Alleskönner“ – begabte Hobbybastler, die so manchen verzwickten Defekt mit viel Fummelarbeit wieder hinbekommen. Dazu gehören Wolfgang Tenschert und Conrad Valett. Auch sie sind seit Gründung des Cafés dabei. Die Motivation aller Ehrenamtlichen, hier mitzumachen, ist gleich: „Wir wollen anderen Menschen helfen. Viele Leute stehen hilflos vor dem defekten Gerät und müssten es dann entsorgen, weil sich eine Reparatur oft nicht lohnt. Das ist unser kleiner Beitrag zum Umweltschutz.“

go

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