Karton, Papier und viel Liebe

Axel Volkmann ist ein Modellbauer der besonderen Art

Viele Stunden Filigranarbeit: die Dornier „DO-X“ und die „Bremen“. Axel Volkmann betreibt schon seit vielen Jahren den Kartonmodellbau. Vielleicht wird es schon bald eine Ausstellung mit seinen Modell in Rotenburg geben. - Foto: Bonath

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Auf der Fensterbank steht Deutschlands „Paradeschloss“ Neuschwanstein. Im Nebenraum teilen sich eine durch Kerze und Wasserdampf angetriebene Dampfmaschine, ein Flugboot Dornier „DO-X“ und die ehemalige „Pasteur“, die 1959 von der Werft Bremer Vulkan zur „Bremen“ umgebaut und 1972 ausgemustert wurde, den Platz.

Ein Modell neben dem anderen, Axel Volkmann (53), seine Lebensgefährtin Karin Skopnick und Mischling Cody müssen in der kleinen Wohnung an der Angerburger Straße sehr vorsichtig sein: Die filigranen Modelle aus der Luft- und Seefahrt, der Eisenbahn, aus der Industrie und die historischen Gebäude nehmen nämlich Karambolagen übel, stunden- und tagelange Arbeit geht schnell zu Bruch.

Axel Volkmann, geboren in Bremen-Vegesack, aufgewachsen in der benachbarten Hansestadt, ehemaliger technischer Zeichner, bevor er aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand trat, lebt seit gut einem Jahr in Rotenburg und brachte ein seltenes Hobby mit an die Wümme: den Kartonmodellbau, eine Leidenschaft, die Volkmann seit seiner Kindheit nicht wieder losgelassen hat.

Der 1,98-Meter-Mann: „Als Kleinkind brauchte ich nur eine Kinderschere, eine Tube UHU und einen Spielzeugkatalog. Dann war ich das liebste Kind der Welt.“ Später als technischer Zeichner übertrug er für die anschließende Produktion riesige Maschinenteile von Schiffen auf das Papier seines Reißbretts. Warum er nach Feierabend zu Hause mit der Pinzettenschere, der Reißnadel und dem Stahllineal weitergemacht und aus widerstandsfähigem Karton und festem Papier ungezählte Modelle geformt habe? Der 53-Jährige: „Aus Spaß an der Freude. Bei diesem Hobby komme ich zur Ruhe, dies war und ist für mich ein wichtiger Ausgleich.“

Axel Volkmann hat immer noch regelmäßig Kontakt zu seiner Heimatstadt Bremen und seiner Freunden der Interessengemeinschaft „Kartonmodellbau Europa“. Acht Männer, die ein wenig Kinder geblieben und von ihrer Millimeterarbeit besessen sind, die Aufträge von Institutionen und Organisationen wie das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven, dem Deutschen Eisenbahnverein in Bruchhausen-Vilsen oder der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit Sitz in Bremen übernehmen und für Schauvitrinen unterschiedliche Modelle bauen. Aus Karton, Papier und sehr viel Liebe zum Detail. 

Die Treffen und der Austausch von Ideen und Gedanken finden im Gasthaus Kaiser Friedrich in Bremen statt. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die „EuroModell“ am 12. und 13. November in Halle 6 und 7 der Bremer Messe. Volkmann, der inzwischen seine Partnerin Karin Skopnick mit seinem Hobby „angesteckt“ hat, schätzt, dass er bisher 500 bis 600 Modelle gestaltet hat – in den meisten Fällen mit Bastelbögen, ein Teil nach eigenen Zeichnungen.

Irgendwann muss zwangsläufig bei diesen „fliegenden“ und „fahrenden“ Modellbaumengen die Wohnung „dicht“ sein. „Natürlich“, weiß Volkmann, „dann muss ich mich schweren Herzens von bestimmten Modellen trennen.“ Ein Ende für dieses Hobby gibt es jedoch nicht. Jetzt hat er ein besonderes Ziel ins Visier genommen: ein Riesenmodell der legendären „Titanic“, 5,5 Meter lang und in Sequenzen gebaut, „weil es sich sonst so schlecht transportieren lässt“. Volkmann will Rotenburg in sein Hobby einbeziehen. Er möchte die relativ wenigen Gebäude, die die großen Schadensfeuer in der Vergangenheit übriggelassen haben, als Modelle nachbauen: „Wer kann mir“, fragt Volkmann, „Bauzeichnungen zur Verfügung stellen? Ich bin unter der Nummer 0173/8669213 zu erreichen.“

Wenn sich die Chance biete, „dann möchte ich in Rotenburg eine Ausstellung mit meinen Modellen veranstalten“.

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