Schulelternrat startet Unterschriftenliste für Ein-Standort-Lösung

IGS-Eltern lassen nicht locker

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Mit einer Unterschriftensammlung will der Schulelternrat der IGS Rotenburg seiner Forderung nach einer Ein-Standort-Lösung für die neue Schule Nachdruck verleihen. Auch die Vorsitzende Marje Grafe will die Entscheidung für zwei Standorte nicht akzeptieren. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Mehrbelastung für die Lehrer, längere Wege auch für die Schüler, schlechte Busanbindung und Erschließung über ein Wohngebiet: Aus Sicht des Schulternrats der IGS Rotenburg spricht alles dafür, doch noch von der Zwei-Standorte-Lösung für die Integrierte Gesamtschule abzurücken und damit die jetzige Realschule aufzugeben. Das sagt die Vorsitzende des Schulelternrates, Marje Grafe, in einem Gespräch mit der Kreiszeitung. Und vor diesem Hintergrund hat sie gemeinsam mit den anderen Eltern eine Unterschriftensammlung gestartet – um der Forderung nach einer Ein-Standort-Variante für die IGS Nachdruck zu verleihen.

Um die IGS Rotenburg zu einer wirklich allen Anforderungen gerecht werdenden integrierten Schule auszubauen, sei es unbedingt erforderlich, die IGS Rotenburg nur an einem Standort zu betreiben, heißt es im Aufruf zur Unterschriftensammlung. Gute Schulen entstünden nicht von selbst und kämen auch nicht „von oben“, sagt Grafe. Verantwortlich für eine Schule seien diejenigen, die sie gestalten. „Wir haben im Schulelternrat beschlossen, noch einmal aktiv zu werden, um etwas zu unternehmen, um das Desaster zu verhindern.“ Das Desaster, wie Grafe es nennt, ist allerdings beschlossene Sache. Dennoch lassen die Eltern nicht locker.

Dieses Desaster aus Sicht der Eltern: Die IGS werde mit zwei Standorten nie eine Schule. Das „Wir“ und „Die“ werde die Schüler auf Dauer begleiten. Grafe: „Wir möchten, dass alle Schüler von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe gemeinsam beschult werden.“

Reaktionen aus dem Lehrerkollegium gebe es einige. „Die wollen auch nur einen Standort.“ Und Grafe habe unter den ersten Unterschriften auch schon einige Lehrer entdeckt.

Bei ihrer Forderung berufen sich die Eltern nicht zuletzt auch auf Aussagen des Niedersächsischen Kultusministeriums, wonach es für die IGS ein charakteristisches Prinzip sei, dass alle Schüler eine Schule besuchen, nach einem gemeinsamen Lehrplan unterrichtet werden sowie am gesamten Schulleben gemeinsam teilnehmen. Es gehe dabei auch um die Gestaltung eines gemeinsamen Schullebens, um Projekte, die auch jahrgangsübergreifend zu organisieren seien. Aspekte, die die Eltern angesichts der für die IGS Rotenburg beschlossenen Variante gefährdet sehen.

Grafe – sie selbst sitzt für die SPD im Rotenburger Stadtrat – ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Variante mit nur einem Standort nicht teurer werden muss. Und auch für die Nachnutzung der Realschule gebe es bereits Ideen. Ein Beispiel: „Wir brauchen ja auch noch Platz für die Oberstufe der IGS“, sagt sie. Ob es diese allerdings geben wird, ist noch völlig unklar.

Die Sozialdemokratin fordert eine „vernünftige Prüfung“ der Kosten. Und dabei setzt sie auch darauf, dass sich der neue Rat nach der Kommunalwahl „pro Schule“ verschiebt.

„Demokratische Entscheidung“

„Der Stadtrat hat entschieden. Es gibt eine Lösung, die finanziell sicher am vernünftigsten war und Sinn macht“, sagt IGS-Schulleiter Sven Thiemer. Alle ins Spiel gebrachten Varianten hätten Vor- und auch Nachteile – die einen mehr, die anderen weniger. Auch Andreas Weber (SPD), Bürgermeister der Stadt Rotenburg, macht unmissverständlich klar: „Die Entscheidung ist gefallen.“ Er wundere sich allerdings darüber, dass er nicht einmal zu einer Sitzung des Schulelternrates eingeladen worden sei, um das alles zu erörtern. Die Unterschriftensammlung veranlasse ihn nicht, das Fass noch einmal zu öffnen. Weber: „Ich bin froh, dass es einen Zeitplan dafür gibt, wie die IGS bis zur zehnten Jahrgangsstufe realisiert wird.“

Zugleich erinnert der Bürgermeister an den Zuschuss aus der Kreisschulbaukasse für die erforderlichen Maßnahmen zur Realisierung des Vorhabens. Die Grundfläche am Standort Gerberstraße allein würde seiner Ansicht nach auch nicht reichen. Weber: „Das wäre zu beengt.“ Zugleich erinnert er an Vorteile, die der Standort Realschule biete. Die Nähe zur Ahe und damit zur Natur sowie zum Sportplatz. Es gebe so viele Argumente für die Zwei-Standorte-Lösung – nicht zuletzt auch die Finanzierung. Weber erinnert aber auch daran, dass es sich um eine demokratische Entscheidung gehandelt habe. „Und die gilt es zu akzeptieren.“

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