Straßenmusiker Ivan Iordan über seine Erfahrung mit dem Saxophon

„Ich spiele für meine Familie“

Straßenmusiker Ivan Iordan spielt seit einigen Wochen von morgens bis abends in der Fußgängerzone Saxophon. - Foto: Ginter

Rotenburg - Von Jessica Ginter. Ein kleiner Hocker ist sein Arbeitsplatz. Vor ihm: eine Saxophontasche, darin ein Hut mit einigen Münzen. Schatten bietet die Restaurantwand, vor der er spielt. Durch die Rotenburger Fußgängerzone hallen seit einigen Wochen immer mal wieder seine Saxophontöne. Haben Sie sich auch schon Mal gefragt, wer der Mann mit dem Blasinstrument ist?

Bereits in den Morgenstunden auf dem Weg zur Arbeit wird man beim Betreten der Großen Straße von den Klängen begrüßt. Denn Ivan Iordan ist schon zur Stelle, um allen den Start in den Tag musikalisch etwas angenehmer zu gestalten. Der 44-jährige Straßen-Saxophonist kommt aus Rumänien und ist seit etwa einem Monat in Deutschland, erzählt er.

Ein bisschen Jazz, ein wenig Swing. Ab und an mal Pop, doch eigentlich bevorzuge Iordan eher klassische Lieder. Saxophon-Spielen ist nicht nur sein Hobby, sondern auch sein Beruf – zumindest in Deutschland und nur für kurze Zeit. So verdiene er Geld für sich, seine Frau und die drei Kinder.

„Ich spiele für meine Familie“, sagt Iordan. Weder er, noch seine Frau haben einen richtigen Job. „In Rumänien haben sehr viele Menschen wegen der politischen Lage keine Arbeit“, so seine Erklärung. In der Hoffnung, in Deutschland über den Sommer etwas Geld verdienen zu können, um anschließend wieder in die Heimat zurückzukehren, ist Iordan mit seiner Familie nach Verden gekommen. Er erzählt, dass er in den vergangenen Jahren auch in den Niederlanden und in Großbritannien gewesen sei, um sich etwas dazuzuverdienen und somit seinen Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen.

„Ich spiele nicht nur in Rotenburg“, erklärt Ivan Iordan, dessen Rumänischer Vorname eigentlich Ionut lautet. Neben der Kreisstadt hält er sich wechselweise auch auf den Straßen von Achim und Nienburg auf. „Ich setze mich immer ins Zentrum“, wie auch in Rotenburg in der Fußgängerzone. Dort spielt er täglich bis zu neun oder zehn Stunden. „Gut ist das nicht“, sagt er. Vom vielen Sitzen habe er Rückenprobleme und „für die Organe ist das auch schlecht, da sie beim ständigen Saxophon-Spielen ziemlich belastet werden“, erklärt der 44-Jährige.

Doch was verdient ein Straßenmusiker am Tag? „Etwa 15 Euro. Manchmal auch 20.“, sagt Iordan. Gerne würde er auch in einem Restaurant arbeiten, doch die Deutsche Sprache sei ein großes Hindernis. Was die Zukunft für den Straßenmusiker und seine Familie bereithält, ist unklar. „Ich hoffe, dass alles gut wird und ich in Rumänien irgendwann einen guten Arbeitsplatz bekomme.“ Fest steht: Im August geht es für die fünfköpfige Familie zurück in die Heimat. Ob er noch einmal die Chance hat, nach Deutschland zurückzukommen, bezweifelt er, da das Reisen viel Geld kostet.

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