Neu in der Kommunalpolitik: Sascha Jansen will sich für Barrierefreiheit einsetzen

„Ich backe erst mal kleine Brötchen“

Sascha Jansen kandidiert bei der Stadtratswahl für die CDU. - Foto: Quebe

Rotenburg - Von Inken Quebe. Während es in allen Parteien an Nachwuchs mangelt, hat sich Sascha Jansen doch getraut: Er kandidiert am 11. September für die Wahl des Rotenburger Stadtrates, hat sich für die CDU aufstellen lassen. Doch ihn unterscheidet etwas von den anderen Kandidaten: Er ist Bewohner der Rotenburger Werke, ein Mensch mit Behinderung. Und möchte sich deswegen um ein Thema ganz besonders kümmern: „Mehr Barrierefreiheit für Rotenburg“, heißt es auf seinem Wahlflyer.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Jansen für die Belange seiner Mitmenschen einsetzen möchte. Schon seit 2007, sagt er, ist er im Heimbeirat der Rotenburger Werke, setzt sich für die Belange seiner Mitbewohner ein. Als Mitglied des Behindertenbeirates des Diakonischen Werkes Niedersachsen habe er an Verbesserungsvorschlägen zum Bundesteilhabegesetz mitgearbeitet.

„Seit etwa fünf Jahren bin ich auch im Behindertenbeirat des Landkreises“, erzählt Jansen. Auch dort bringt er sich ein. Ein Dorn im Auge ist ihm beispielsweise die Fußgängerampel an der Mühlenstraße / Ecke Gerberstraße. In einer Sitzung des Behindertenbeirats hat er das auch angesprochen: Zu schnell springe diese um. Er will Denkanstöße geben.

Dass in Sascha Jansen vielleicht auch ein guter Kommunalpolitiker steckt, sei auch in den Rotenburger Werken nicht unentdeckt geblieben. „Mitarbeiter in der Öffentlichkeitsarbeit der Werke haben auch schon angemerkt, dass ich dafür geeignet sein könnte“, erzählt er. Angesprochen worden sei er schließlich von Heinz-Günter Bargfrede (CDU) Ende des vergangenen Jahres. „Er hat gemerkt, dass ich mich auch für die Belange der Stadt interessiere“, erinnert sich Jansen.

Nun ist er für die Kommunalwahl also auf der Liste der Rotenburger CDU gelandet – auf Platz 24. Für den 28-Jährigen, der seit knapp 15 Jahren in Rotenburg lebt, ist klar: „Ich backe erst mal kleine Brötchen und lasse alles auf mich zukommen.“ Ziel sei es erst einmal, in den Rat gewählt zu werden, dann will er weiter schauen.

Als Mensch mit einer Behinderung möchte er sich im Falle einer Wahl aber besonders für Barrierefreiheit in der Innenstadt und die Beibehaltung sowie die Verbesserung des Rotenburg-Passes einsetzen, mit dem es für bedürftige Menschen zum Beispiel Ermäßigungen gibt. Für ihn ist aber auch W-Lan in der Innenstadt ein Thema: „Das würde junge Leute mehr dorthin ziehen“, glaubt er.

Jansen könnte sich aber auch vorstellen, zum Beispiel im Kulturausschuss mitzuwirken. „Ich interessiere mich sehr für Kunst, Hundertwasser ist mein Lieblingskünstler.“ Ihn würde es besonders freuen, wenn die Kulturwochen, die einst die bildnerische Werkstatt auf die Beine gestellt hatte, wieder aufleben würden: „Das macht die Stadt bunter. Es wäre schön, wenn es das wieder gäbe.“

Dass es gerade die CDU geworden ist, hat Gründe: „Ich bin katholisch“, sagt Jansen. Noch dazu habe ihn die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überzeugt – gerade in Bezug auf die Flüchtlingssituation, schildert er. Doch Parteimitglied ist er bisher noch nicht: „Ich möchte erst mal unabhängig bleiben.“

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