Autorin Katja Kessler liest im Wachtelhof-Garten aus ihrem neuesten Beziehungsratgeber

Hilfreiches selbst für Quotenmänner

Katja Kessler gibt im Garten des Wachtelhofs Überlebenstipps für die Ehe. - Foto: Diercks

Rotenburg - Von Bettina Diercks. So kann es gehen: „54 1/2 Pflegetipps für die glückliche Ehe“ hat Autorin Katja Kessler am Donnerstagabend im Garten des Landhauses Wachtelhof vorgestellt. Und, wie das so oft ist mit Job, Mann, vier Kindern: Sie kam auf den allerletzten Drücker aus Potsdam zur Lesung angereist.

Eventmanagerin Margrit Jäger-Waldau nahm es gelassen. Blick auf die Uhr? Fehlanzeige. Mittlerweile habe sie sich daran gewöhnt und bleibe entspannt.

Dann rauschte Katja Kessler auf die Bühne und zückte ihren Eheberater „Das muss Liebe sein: 54 1/2 Pflegetipps für die glückliche Ehe“. Nicht einen Moment setzte sich die Autorin, sie empfand es, stehend mehr auf Augenhöhe mit dem Publikum zu sein, als einen Tisch „als Barriere“ zwischen sich und ihren Zuhörern zu haben.

Sie zeigte sich allerdings genauso überrascht, die Lesung im Garten zu halten, wie die Gäste. Humor ist, wenn man trotzdem lacht: „Ich habe noch eine Jacke mit. Sonst nehme ich mir eine Decke und einen Mann aus der ersten Reihe“, scherzte Kessler in der ihr eigenen Art.

Die Autorin, bekanntermaßen seit 15 Jahren mit „Bild“-Chef Kai Diekmann verheiratet, zum Thema des Abends: „Das wirft die eine oder andere Frage auf. Wir wollen heute etwas über Männer lernen. Ich finde es toll, dass es Männer gibt.“ Sie gab zu Bedenken: „Sie sind ein Rohstoff, kein Fertigprodukt.“ Sie selber habe gelernt: „Katja, verzeih deinem Mann einfach, weil er ein Mann ist“. Natürlich kenne auch sie die Momente: „Tausche Brautkleid gegen Pistole“. Verheiratet zu sein, heiße Säuglingspflege, da sich Männer 30 Jahre durch ihre Baby-Koliken pupsen. „Es ist ein Abenteuer, einen Ehemann artgerecht zu halten. Mit viel Geduld können die aber viel lernen“, scherzte Kessler und erntete viele Lacher. Die an sich schon positive Sache an einer Ehe: Dass da jemand ist, den man heiratet, „der einen vielleicht lieber mag als man sich selbst“. Kessler fragt in die Runde: „Wer ist alles verheiratet?“ Fast ausnahmslos melden sich ihre Gäste, auch die „Quotenmänner“ des Abends. „Alles Opfer“, lacht Kessler und winkt im selben Moment ab: „Es ist furchtbar schön, verheiratet zu sein. Es könnte schön sein, wenn nicht mein Mann wäre.“

Von diesem Punkt der Lesung an ergeht sich Kessler häufig in Zahlen und Statistiken, die sicherlich interessante Aspekte beinhalten und immer wieder mit Wortwitz kombiniert werden. Die viele wissenschaftliche Theorie fängt sie auf, in dem sie anschließend ihre „Pflegetipps“ und Aufklärung einiger Sachverhalte parat hält. Zum Beispiel, weshalb ein Mann behaart ist wie eine Vogelspinne. Das hilft tatsächlich, um das weibliche Geschlecht anzulocken. Denn: Der Moschusduft, laut Kessler hervorgerufen durch körpereigene Hormone des Kerls, haftet länger in der Körperbehaarung als auf der Haut und sendet unmissverständliche Werbebotschaften an die Frauenwelt. „Ein Anschlag auf den eigenen Willen“, nennt Kessler das. Der Stoff, aus dem der Moschus ist, hat zwar den Pheromonen ähnliche Strukturen, Menschen verfügen von Natur aus allerdings nicht darüber.

Aufgrund eigener Studien kommt Kessler außerdem zu dem Schluss, dass eine Ehe die größte Überlebenschance hat, wenn sich die Partner besonders ähneln oder die gleiche Religion verfolgen. Das ist ihr so genanntes Paar-Pattex. Die Autorin räumt ein: „Das Gelingen einer Ehe hängt davon ab, dass man will.“ Und: Männer nicht bei der Geburt der gemeinsamen Kinder in den Kreißsaal zu zwingen. „Dafür sind die einfach nicht geboren. Da gibt es keinen Wagenheber oder eine Ferndbedienung, an der sie sich festhalten können. Geburten laufen viel entspannter ab, wenn die Männer nicht dabei sind, wurde festgestellt“, sagt Kessler. Zudem leide oftmals das Sexualleben darunter. Der Rat der Autorin: „Lasst den Männern Luft. Nicht jeder ist zum Helden geboren!“

Die Wahl-Potsdamerin zeigte sich zum Schluss kämpferisch. Am Beispiel ostdeutscher Familien, wo beide Ehepartner – das sei das Zauberwort – „moderaten Beschäftigungen“ nachgehen und deshalb beide Raum für das Kümmern der Kinder haben. „Ich will ein selbstbestimmtes Leben. Das ist missionarisch, ich weiß. Aber ich ebne den Weg für meine Töchter. Das ist der Kampf wert.“

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