La-Strada-Künstler fühlen sich auf Bamans Hof in Unterstedt bestens aufgehoben

Der Hahn kräht zum Frühstück

Nach dem Frühstück trinken die Künstler draußen noch zusammen einen Kaffee und genießen die Idylle von Unterstedt. Anschließend brechen sie auf, um in der Kreisstadt die vielen tausend Menschen mit ihrem Programm zu begeistern. - Foto: Menker

Unterstedt - Von Guido Menker. Die Kinder sind kaum zu halten. Sie toben durch den Garten und lassen es sich gut gehen. Und während der Hahn lauthals kräht, trudeln nach und nach die Künstler im Frühstücksraum ein. Müde rühren sie in ihrem Kaffee. Die Spaßmacher vom Dienst müssen erst noch in diesen Tag kommen – der letzte Teil vom Straßenzirkus La Strada in Rotenburg.

Eine ganze Reihe von Bewohnern und Mitarbeitern der Rotenburger Werke gehören zum Helferteam bei La Strada.

Bereits seit mehreren Jahren bucht die Agentur „Zweifellos.net“ den Bamans Hof in Unterstedt für die Unterbringung der internationalen Künstler. „Es ist einfach klasse hier“, sagt Julia von Wild. Für einen ganz normalen Hotelablauf seien die Künstler viel zu extrovertiert. Hier am Rande Unterstedts könnten sie ganz unbeschwert ihre freie Zeit gemeinsam verbringen. Und die ist an einem solchen Wochenende knapp bemessen. Am Abend zuvor waren sie erst spät zurück in der Unterkunft. Nach der Gala in der Aula der Realschule in Rotenburg habe sie bei den Männern und Frauen eine Mischung aus „aufgekratzt und müde“ festgestellt, sagt von Wilds Kollegin Kathrin Bahr. Da sitze man dann gerne noch zusammen, um etwas zu trinken, sich auszutauschen und ein wenig zu feiern. In der Unterstedter Idylle kein Problem. „Das ist doch ein wirklich sehr entspanntes Volk“, sagt Ute Müller-Pott. Sie betreibt zusammen mit Daniel Schneider den Bamans Hof und freut sich in jedem Jahr über die internationalen Gäste. 45 Betten hat sie im Angebot. Zusammen mit den Gästen sitzt sie an diesem Morgen nach dem Frühstück auf der kleinen Veranda am Bauwagen, der ebenfalls als Herberge dient. „Wenn man sich mag, können zwei Personen darin übernachten“, sagt die Wirtin. Der Blick von dort in die ruhige Landschaft, in der die Sonnenblumen hervorstechen, sorgt dafür, dass keiner mehr so recht aufstehen mag. Aber es nützt ja nichts: In gut einer Stunde müssen alle wieder los. Um 13 Uhr startet das Programm in der Stadt. Es gibt noch viel zu tun. Bis zum Abend kann Ute Müller-Pott wieder alles herrichten. Selbst nach Rotenburg schafft sie es heute nicht.

In der Stadt warten bereits die Helfer darauf, dass es los geht. Unter ihnen auch eine ganze Reihe von Bewohnern der Rotenburger Werke. Mit dem großen Maß an Ehrenamtlichkeit verbindet die Kulturinitiative Rotenburg (Kir) zugleich auch völlig unangestrengt eine besondere Form der Inklusion. Das ist so normal, dass kein Hahn danach kräht.

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