Neue Ausstellung im Kunstturm

Große Kunst, kleine Fliegen

Kunstverein-Vorsitzender Peter Mokrus mit den Künstlerinnen Maria Mathieu und Cordula Prieser.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Einen „Leuchtturm der Kunst in Niedersachsen“ hat Bernd Neumann, ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, anlässlich eines Besuchs in Rotenburg den 24 Meter hohen einstigen Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr genannt.

Als der Turm an der Nödenstraße Mitte der 90er Jahre ausrangiert werden sollte, kam Architekt Jürgen Lohmann auf diese Idee: Wir gründen einen Verein, wir gestalten die vier Etagen des schlanken Turms um zu einer einmaligen Stätte der Kunst an der Wümme. Seither finden hier jährlich mindestens vier Ausstellungen mit teilweise international renommierten Künstlern statt.

Die nächste Ausstellung mit Werken von Maria Mathieu (68) aus Sottrum und Cordula Prieser (50) aus Bremen wird am Samstag um 18.30 Uhr eröffnet. Professor Hermanus Westendorp aus Blender, viele Jahre Rektor der Hochschule für Kunst in Ottersberg und seit Juni Nachfolger von Dr. Dieter Bierbaum als zweiter Vorsitzender, wird Begrüßungsworte sprechen, Dr. Yvette Deseyve (Gerhard-Marcks-Haus in Bremen) geht in ihrer Einführung auf die Künstlerinnen und ihre Arbeiten ein.

Cordula Prieser (r.), hier mit einer ihrer filigranen Arbeiten, und Maria Mathieu stellen ab Samstag im Kunstturm aus. - Fotos: Bonath

Die Ausstellung ist sonnabends von 15 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Sie klingt aus am 4. Dezember um 15 Uhr mit einer Finissage und einem Künstlergespräch.

Am Donnerstag: Überall im Kunstturm noch Handwerksgeräte, Nägel und Klebematerial. Die Hauptarbeiten waren erledigt, es ging an Einzelheiten der anspruchsvollen Ausstellung, deren Motto Worten von Gerhard Marcks entlehnt ist: „Wenn du Linien machst, dann machst du Räume“. Die beiden Künstlerinnen, die bereits in vielen Orten Deutschlands und des Auslands ihre Werke präsentierten, sagen zur Präsentation in Rotenburg, der Kunstturm als Ausstellungsstätte habe sie gereizt. 

Dabei war auch Peter Mokrus, seit über 20 Jahren an der Spitze des Kunstvereins Rotenburg, der zurzeit 140 Mitglieder hat: „Wir machen die Ausstellung nicht nur für Mitglieder, sondern um die Attraktivität Rotenburgs im kulturellen Bereich zu verbessern. Das wird von auswärtigen Besuchern aus Bremen und Hamburg gern wahrgenommen, aber leider weniger von den Rotenburgern. Das Interesse an moderner Kunst ist noch verbesserungsfähig.“

Der Kunstverein, so Mokrus, habe schon einmal 180 Mitglieder gehabt. Trotz erheblicher Anstrengungen sei es ausgesprochen schwierig, neue Mitglieder, besonders junge Leute für den Kunstverein Rotenburg zu werben. Auf ganz anderer Ebene liegt dieses Phänomen: Trotz geschlossener Fenster gelangen neuerdings Riesenschwärme kleiner Fliegen in den Kunsttempel und verenden. Vorsitzender Mokrus: „Auch der Kammerjäger kann sich keinen Reim daraus machen.“ Vielleicht gibt es unter den hoffentlich zahlreichen Besuchern der Ausstellung einen kundigen Fliegenkenner, der den lästigen Insekten auf die Schliche kommt.

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