Polizei und ADAC geben Tipps für dunkle Zeit

Glätte und Wild machen Kraftfahrern zu schaffen

Der Herbst hat auch sehr schöne Seiten – allerdings steigen jetzt auch die Gefahren für die Autofahrer. - Foto: imago

Rotenburg - Regen, Nebel, glatte Straßen und dann auch noch Wildwechsel: Auto- und Motorradfahrer sind in dieser Jahreszeit besonders gefordert. Polizei und ADAC geben Tipps, wie sie sich am besten verhalten.

Die Straßenverhältnisse sind in dieser Zeit oft tückisch. Nicht nur Regen sorgt für rutschige Fahrbahnen, sondern auch Laub. Zudem kann es auch schon mal frieren – für diese Woche ist mit den ersten Schneefällen zu rechnen. Gerade bei Dunkelheit ist schwer zu erkennen, was einen auf den nächsten Metern erwartet. Im Landkreis Rotenburg ist es bereits zu Unfällen gekommen. So fuhr in Ahausen ein Auto auf einer leicht abschüssigen Straße auf den Vordermann auf. Dort blieb es beim Blechschaden.

Rotenburgs Polizeisprecher Heiner Van der Werp rät dazu, langsamer zu fahren als üblich. Erst recht, wenn man auf einem Zweirad unterwegs ist. „Die rutschen schnell weg“, betont er. Nicht die maximal zulässige Geschwindigkeit sei das Maß der Dinge, sondern eine der Situation angepasste Fahrweise. Zu den meisten schweren Unfällen komme es, weil Kraftfahrer dies nicht berücksichtigen.

Dass auch noch viele Rehe und Wildschweine unterwegs sind, erhöht die Gefahr. Mehr als jeder vierte Verkehrsunfall im Landkreis Rotenburg ist ein Wildunfall. 1 682 gab es im vergangenen Jahr, das sind statistisch viereinhalb an jedem Tag. Van der Werps Rat: Möglichst nur so schnell fahren, dass man in einer überschaubaren Entfernung anhalten kann!

Wenn vor einem plötzlich Wild auf der Fahrbahn auftaucht gilt: sofort bremsen, gegebenenfalls abblenden und hupen. In keinem Fall sollte versucht werden, an dem Tier vorbei zu steuern. Ein solches Manöver endet nicht selten am Baum. Im Zweifel ist eine kontrollierte Kollision mit dem Wild besser als ein unkontrolliertes Ausweichen, betont der ADAC.

Neben rutschigen Straßen und Wildwechsel erschweren die oft schwierigen Sichtverhältnisse die Fahrt. Um besser zu sehen und gesehen zu werden, ist es laut Heiner van der Werp daher ratsam, grundsätzlich mit Licht zu fahren, also auch tagsüber. Wer zusätzlich das Fernlicht einschaltet, sollte allerdings darauf achten, dass er entgegenkommende oder vor ihm fahrende Fahrzeugführer nicht blendet.

Verstärkt behindert in diesen Tagen Nebel die Sicht. Der ADAC gibt hier als Faustformel aus: Sichtweite ist gleich Fahrgeschwindigkeit. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Liegt die Sicht bei weniger als 50 Metern, darf auch der Tacho nicht mehr als Tempo 50 anzeigen. Die Leitpfosten am Straßenrand bieten eine gute Orientierung. Sie stehen an den Landstraße in einem Abstand von 50 Metern.

Liegt die Sichtweite darunter – und nur dann –, dürfen außerhalb geschlossener Ortschaften Nebelschlussleuchten eingeschaltet werden. Nebelscheinwerfer, also die zusätzlichen Leuchten nach vorne, dürfen dann an sein, wenn Nebel, Schneefall oder Regen die Sicht erheblich behindern. Auf der Autobahn ist dies bei einer Sichtweite von weniger als 150 Metern der Fall, auf Landstraßen gelten 120 Meter. Innerorts können die Scheinwerfer eingeschaltet werden, wenn man nicht weiter als 70 Meter gucken kann. Wichtig ist sowohl bei Schlussleuchte als auch bei Scheinwerfer: Es darf kein Verkehrsteilnehmer geblendet werden. Und sobald sich die Verhältnisse verbessern, müssen die zusätzlichen Leuchtkörper ausgeschaltet werden, was viele vergessen. Andernfalls droht ein Bußgeld.

Kraftfahrer sollten nicht nur sich, sondern auch ihre Fahrzeuge auf die Jahreszeit einstellen. Das fängt bei den Reifen an. „Von O bis O“, also von Oktober bis Ostern, sind Winterreifen angesagt, gibt van der Werp als Faustregel aus. Diese sollten dann aber auch ausreichendes Profil haben. Prüfen sollten die Fahrzeughalter außerdem die Beleuchtung. Viele Institutionen und Werkstätten bieten Lichttests an. Die Scheibenwischer sollten ebenfalls gut sein und mit Blick auf den bald einsetzenden Frost ist es ratsam, schon jetzt nach Kühl- und Scheibenwischwasser zu schauen.

zz

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