Gespräch über erhöhte Krebszahlen am Freitag im Kreishaus

Ministerin trifft Ärzte

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Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsmministerin Cornelia Rundt kommt am Freitag nach Rotenburg.

Rotenburg - Die Skepsis bleibt. Am Freitagnachmittag will Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) im Rotenburger Kreishaus mit Vertretern aus Politik, Bürgerinitiativen und der Ärzteschaft über die erhöhten Krebszahlen in der Region sprechen.

212 Ärzte hatten sich vor zwei Wochen an die Öffentlichkeit gewandt, weil sie bei der Suche nach Ursachen das Land in der Pflicht sehen, mehr zu tun. Dass die Ministerin nach langem Zögern nun doch zum Gespräch erscheine – „eine reine PR-Veranstaltung“, befürchtet Paul-Matthias Bantz, Betriebsarzt des Diakonieklinikums. Er wird heute am nicht-öffentlichen Gesprächskreis teilnehmen, als Vertreter der Regionalgruppe der IPPNW (Ärzte in sozialer Verantwortung). Sie hatte die Kritik, die ein großes Medienecho hervorgerufen hatte, geäußert.

Bantz und seine Mitstreiter sind vor allem deswegen skeptisch, weil die Ministerin sich erst bewegt habe, als der öffentliche Druck groß wurde. „Ziel soll es wohl sein, zu zeigen, wie toll alles läuft.“ Rundts Sprecher erwiderte gestern jedoch, dass sich die Ministerin nie dem Dialog verwehrt habe. Es habe mehrere schriftliche Antworten auf die Forderungen der Rotenburger Ärzte gegeben.

Die waren im offenen Brief vor zwei Wochen klar formuliert und dürften auch nach dem Gespräch bleiben: „Wir wenden uns deshalb jetzt mit der dringenden Bitte an Sie, die Ursachenforschung durch die rasche Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel für die unbedingt notwendigen wissenschaftlichen Untersuchungen sicherzustellen.“ Die Ärzte fordern, dass eine unabhängige wissenschaftliche Institution die Aufklärung vorantreiben müsse. Die Auswertung des Landkreises dauere viel zu lange. Das Gesundheitsamt des Kreises befragt zurzeit einzelne Betroffene, um zum Beispiel Details über deren Wohnorte oder Arbeitsstellen zu erfahren. Dadurch erhoffen sich die Experten Rückschlüsse auf Parallelen bei den einzelnen Fällen.

Ursprünglich sollten die Ergebnisse im Herbst vorliegen. „Die Einzelbefragungen sind aber sehr aufwendig“, sagte die Sprecherin der Kreisverwaltung, Christine Huchzermeier. Außerdem habe die gestiegene Zahl an Flüchtlingen das Gesundheitsamt stark gefordert. Die Experten hoffen, dass sie die Befragungen bis Sommer abschließen können. Die Ergebnisse sollen dann noch in diesem Jahr vorliegen.

Bothels Bürgermeister Dirk Eberle (parteilos) geht das jedoch nicht schnell genug. „Wir können nicht länger warten. Die Geduld der Bürger ist schon groß gewesen.“ Er fordert von Landkreis und Ministerium einen konkreten Plan, wie sie die Aufklärung beschleunigen können. Ende März sieht er als spätesten Termin für die Ergebnisse. Sollte das mit dem vorhandenen Personal nicht möglich sein, müsse dies aufgestockt werden, sagte er.

mk/dpa

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