Rollentausch-Jugendtheatergruppe bereitet sich auf die Hamlet-Premiere vor

Es geht um den letzten Schliff

Großes Wiedersehen von Ophelia (l., Sophie Hammer) und ihrem Bruder Leartes (Lea Müller). Sie fallen sich vor Freude in die Arme. Noch ist die Welt für beide in Ordnung. Das wird sich aber schnell ändern. - Fotos: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Eine TV-Moderatorin begrüßt die Zuschauer und lädt zu einer Reise in die Welt von Hamlet, dem Titelhelden des gleichnamigen Shakespearewerkes, ein. So beginnt die Rahmenhandlung des bekannten Stücks aus der Feder des englischen Autors, das die Rollentausch-Jugendtheatergruppe am Samstag ab 20 Uhr in der Aula der Rotenburger Theodor-Heuss-Schule (THS) an der Gerberstraße aufführt. Regisseur Johannes Arnold verleiht den einzelnen Szenen in den wenigen Tagen vor der Premiere den letzten Schliff.

Zehn Amateurschauspieler im Alter von 14 bis 16 Jahren üben seit mehr als zehn Monaten in der Aula der Schule. Die acht weiblichen und zwei männlichen Darsteller des Stücks sind Schüler des Ratsgymnasiums sowie der Eichenschule in Scheeßel. Da kann es passieren, dass eine Männerrolle von einer Akteurin übernommen werden muss. So auch bei dieser Aufführung.

„Wir haben das Drama von William Shakespeare gemeinsam ausgesucht. Ich habe das umfangreiche und lange Werk für uns bearbeitet, modernisiert, gekürzt und ihm eine Rahmenhandlung verpasst“, erklärt der Regisseur und Leiter der Theatergruppe. Seine Assistentin, Jacky Sappert-Böhk, ist von der Einsatzbereitschaft, dem Eifer und den schauspielerischen Fähigkeiten der Jugendlichen Akteure hellauf begeistert. „Einige von ihnen haben bereits im vergangenen Jahr mit dem Jugendtheater auf der Bühne gestanden und reißen die Neulinge mit.“ Der Regisseur äußert sich zum Stück, während seine Assistentin gerade ein Szene auf der Bühne begleitet. Die Rahmenhandlung spiele in einem Fernsehstudio. Eine Moderatorin und eine Professorin sprechen über Shakespeares Hamlet. Da kommt die Frage auf, ob das Stück uns auch heute noch etwas zu erzählen hat. Die Antwort der Expertin: „Ohne Hamlet wäre das moderne Theater gar nicht denkbar.“ Man könne das Stück als Liebesgeschichte, Spionagethriller, Polit-Satire, Geistergeschichte oder Historiendrama inszenieren.

Plötzlich werden Hamlet (Bela Conteh), Claudius (Dario Veltri), Gertrud (Giulia Enna), Ophelia (Sophie Hammer), Laertes (Lea Müller), Polonius (Ella Parry) und Horatio (Sophia Heeg) lebendig. Gemeinsam mit den Protagonisten des TV-Studios werfen die Zuschauer einen Blick auf eine eingefrorene Szene, die sich auf dem königlichen Hof abspielt. Mit Knopfdruck auf die Ferndbedienung durch die Moderatorin beginnen die in historischen Kostümen gekleideten Darsteller zu agierren: Hamlet, Prinz von Dänemark, ist soeben an den Königshof zurückgekehrt. Nach dem unerwarteten Tod seines Vaters teilt ihm ein Geist mit, dass dieser heimtückisch ermordet worden sei. Gemeinsam mit seinem Freund Horotio versucht Hamlet, Licht ins Dunkel zu bringen. Ein schweres Unterfangen. Und dann ist da noch die „Liebe“ zu Ophelia.

Manche Teile des Inhalts werden durch Erzählen der Moderatorin (Zora Slomma) oder Professorin (Mathilda Fitschen) überbrückt – bis zum bitteren Ende, das für einige Figuren der Handlung tödlich endet.

Eine zweite Hamlet-Aufführung ist am Sonntag, 20. November, ab 17 Uhr, ebenfalls in der Aula der Rotenburger THS, Gerberstraße 16, geplant. Das Ticket kostet zehn Euro. Auszubildende, Schüler oder Rentner zahlen nur die Hälfte. Die Eintrittskarten werden ausschließlich an der Abendkasse verkauft.

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