Anordnung von fünf Landkreisen gilt ab Sonntag

Geflügel muss in den Stall

Die Vogelgrippe greift um sich. Betroffen sind bislang Wildvögel in Schleswig-Holstein und am Bodensee. Zugvögel gibt es aber auch im Landkreis Rotenburg sowie in den Nachbarkreisen reichlich. Jetzt wird die Stallpflicht für Nutzgeflügel angeordnet. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Nicht nur in Rotenburg, sondern auch in den Nachbarkreisen Verden, Osterholz, Stade und Cuxhaven muss das Geflügel von Sonntag an wieder in den Stall. Damit greift eine Präventionsmaßnahme, auf die sich die fünf Leiter der Veterinärämter vor dem Hintergrund der erneut aufgetauchten Vogelgrippe geeinigt haben. Einen konkreten Fall von Vogelgrippe hat es in den Landkreisen nämlich noch nicht gegeben.

Bereits seit mehreren Tagen tauschen sich die Veterinäre intensiv über die aktuelle Situation aus, sagt Dr. Joachim Wiedner, Leiter des Veterinäramtes in Rotenburg. „Wir verfolgen das Geschehen, denn das Thema hat an Intensität gewonnen“, so Wiedner, der damit auf die aufgetretenen Fälle von Vogelgrippe nicht nur in Schleswig-Holstein sowie am Bodensee, sondern auch in Polen und Ungarn hinweist. Betroffen waren Wildvögel. Wiedner spricht von einer erhöhten Aufmerksamkeit. „Wir betrachten das Ganze sehr sorgfältig.“ Am Donnerstagnachmittag gab es dann die Entscheidung, die sogenannte Aufstallung anzuordnen. Betroffen sind im Landkreis Rotenburg mehr als 1 000 Geflügelhalter mit mehr als 1,7 Millionen Tieren – darunter etwa 1,5 Millionen Tiere in Legebetrieben oder Maststallungen, erklärt Wiedner.

Mit der Aufstallung soll ein Kontakt zu Zugvögeln verhindert werden, unter denen der H5N8-Virus aufgetaucht ist. Jeder der Landkreise habe Gebiete, in denen Zugvögel Rast machen. In den Gesprächen der vergangenen Tage war es vor allem um die aktuelle Risiko-Bewertung gegangen, die vom Friedrich-Loeffler-Institut vorgenommen wird. In diese Bewertung fließen alle Funde ein, sagt Wiedner. Nicht nur die aus Deutschland, sondern aus Europa, gegebenenfalls auch weltweit. Kommt es zu einer Aufstallung, sei es ratsam gemeinsam in einer Region vorzugehen. „Es ist nicht sinnvoll, einen Flickenteppich entstehen zu lassen“, sagt der Leiter des Veterinäramtes.

Der H5N8-Virus, wie er jetzt bei Wildvögeln aufgetreten ist, gilt als hochansteckend. Allein deshalb setzen die Fachleute alles daran, Nutzgeflügel besonders zu schützen. Und: Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts – das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – spricht bereits von einer Epidemie in der Wildvogel-Population.

Mit einer erhöhten Aufmerksamkeit ist es also allem Anschein nach nicht mehr getan – jetzt folgt die Stallpflicht, zumindest in den fünf genannten Landkreisen. In begründeten Einzelfällen sei eine Ausnahmegenehmigung möglich. Das sei aber mit zusätzlichen Kosten verbunden, weil der Halter die „Nichtinfektion“ nachweisen müsse.

Gibt es nicht ausreichend Platz im Stall, müssen die Tiere im Freien unter einem Dach in einem eingezäunten Bereich gehalten werden, um das Eindringen von Wildvögeln zu verhindern. Wiedner geht davon aus, dass die verordnete Aufstallung mindestens bis Mitte Januar Bestand haben dürfte.

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