Flüchtlinge lernen richtiges Verhalten im Straßenverkehr

Mit dem Fahrrad sicher zum Ziel

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An der Kreuzung Bischofstraße/Stiftstraße lernen die Radler das richtige Abbiegen in eine Nebenstraße.

Rotenburg - 15 Flüchtlinge, die in Rotenburg untergebracht sind, fühlen sich seit Dienstag etwas sicherer, wenn sie mit ihrem Fahrrad vom Campus oder Glummweg in die Innenstadt und zurück fahren. Als Teilnehmer eines zweitägigen Trainings haben sie vom Kontaktbeamten der Rotenburger Polizeiinspektion, Fred Krüger, erfahren, was ein Radler alles beachten muss, wenn er sich im öffentlichen Straßenverkehr bewegt, ohne sich oder andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

In der Fußgängerzone müssen alle Radler zwischen 10 und 19 Uhr vom Fahrrad absteigen und schieben.

„Ich bin auf die Idee des Fahrradtrainings mit Flüchtlingen gekommen, weil sie mir bei meinen Streifengängen vermehrt wegen nichtverkehrsgerechtem Verhalten auffielen“, erklärte der Polizist. Manche seien unerlaubt in der Fußgängerzone gefahren, und andere seien in entgegensetzter Fahrtrichtung einer Einbahnstraße geradelt. Viele fuhren sogar auf dem Fußgängerweg – das bestätigte auch Rotenburgs Flüchtlingskoordinator Manfred Kröger. Selbstverständlich sei es ihm auch nicht entgangen, dass viele Flüchtlinge durch verkehrswidriges Verhalten auf dem Zweirad bei den Ordnungshütern auffielen. „So entstand in der Präventionsabteilung der Polizei unter der Mitwirkung von Karin Stabbert-Flägel die Idee zu einer Schulung – die habe ich gerne aufgegriffen und nun entsprechend eingeplant“, so Kröger.

Fred Krüger habe dann das Konzept für die Theorie- und Praxis-Schulung unter Berücksichtigung der Sprachbarrieren entwickelt. Schnell war mit Ali Chebli, der am Glummweg mit einer Halbtagsstelle tätig ist, ein Dolmetscher und Unterstützer gefunden. „Chebli hilft uns zudem, die Flüchtlinge besser zu verstehen. Er lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in Scheeßel“, so Kröger.

Aber woher sollen die Geflüchteten auch wissen, wie sie sich mit dem Rad verkehrsgerecht verhalten? „Daher verfolgen wir das Ziel, so vielen Flüchtlingen wie möglich eine Schulung zu ermöglichen“, erklärte Kröger. Sein Job sei die professionelle Begleitung von Flüchtlingen. Da passe das Fahrradtraining bestens ins Konzept. „Wir versuchen, möglichst viele Fahrräder zur Verfügung zu stellen. Etliche haben wir aus Spendmitteln finanziert“, weiß der Koordinator.

Nach dem Motto, erst die Theorie und dann das Üben, lernten die Schulungsteilnehmer zunächst die technischen Voraussetzungen für die Nutzung eines solchen Gefährts kennen. In einer Power-Point-Präsentation waren alle Wege von den Unterkünften in die Innenstadt fotografisch festgehalten. So hatte Krüger genug Anschauungsmaterial, um die neuralgischen Punkte, die besonders beachtenswert sind, vorzustellen und das richtige Verhalten zu beschreiben. Danach war ein Geschicklichkeitstraining angesagt, um das Gefährt besser zu beherrschen.

Mit dem Fahrrad sicher zum Ziel

Für den praktischen Teil war eine Rundfahrt durch Rotenburg vorbereitet worden, und alle Punkte aus der Theorie wurden praktisch umgesetzt: Pünktlich um 14 Uhr setzte sich die Fahrradkolonne vom Glummweg aus mit Krüger vorweg in Richtung Innenstadt in Bewegung. Kröger machte das Schlusslicht. So hatten beide das Geschehen auf der Straße bestens im Blick. An der Bischofstraße lernten sie das richtige Abbiegen bei Gegenverkehr, und die „Rechts-vor-Links-Regelung“ wurde an der Stiftstraße geübt. Das Einfahren in den Mühlendkreisel war kein Problem, und auch in der Fußgängerzone stiegen alle vom Fahrrad ab. „Die Schulung war ein großer Erfolg“, sagte Krüger nach diesem Training.J go

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