Erst zehn, aber schon groß

Simbav feiert heute runden Geburtstag

Antje Jäger ist Hebamme und seit zehn Jahren Vorsitzende von Simbav. Mit seinen umfangreichen Angeboten hat der Verein ein Netzwerk entstehen lassen. Die Resonanz darauf zeigt, wie groß der Bedarf war und ist. Heute feiert Simbav Geburtstag. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Name war gewöhnungsbedürftig. Inzwischen ist er den meisten Rotenburgern jedoch ein Begriff: Simbav. Es ist der Name für einen Verein, der heute zwar erst seinen zehnten Geburtstag feiert – aber eigentlich schon richtig groß geworden ist. „Alle haben begriffen, was wir machen und wie wichtig das ist“, sagt Antje Jäger nicht nur selbstbewusst, sondern auch voller Stolz. Sie ist die Vorsitzende dieses Vereins – und das von Beginn an.

Hinter den sechs Buchstaben, aus denen dieser Name gebildet wird, stecken Begriffe, die genau das bezeichnen, was der Verein im Blick hat: „Schwanger, Information, Mütter, Babys, Austausch, Väter“. Simbav als Verein war eigentlich nur Mittel zum Zweck. Es ging seinerzeit darum, ein Mütterzentrum in Rotenburg zu schaffen. Um aber als solches gefördert zu werden, war der Eintrag ins Vereinsregister unumgänglich. Ein Verein als Mittel zum Zweck. Denn es gab Bedarf. Das war Antje Jäger bereits klar, als sie mit ihrer Familie vor 18 Jahren nach Rotenburg gekommen war. Zentrale Anlaufstellen für Schwangere und junge Mütter? Fehlanzeige!

Antje Jäger ist Hebamme. Und in dieser Funktion erreichten sie von vielen Müttern über die Wochenbett-Betreuung hinaus immer wieder Anrufe. „Es ging manchmal nur um Kleinkram, Dinge also, mit denen man nicht zum Kinderarzt geht“, erinnert sich die 56-Jährige. Wen aber sollten die Frauen anrufen? In der Hebamme sahen sie die einzige Möglichkeit, ihre Fragen zu klären. Jäger;: „Für die Zeit bis zum Kindergarten klaffte da eine große Lücke.“ Und so wuchs nicht nur bei ihr, sondern auch bei der Gleichstellungsbeauftragten Brigitte Borchers und weiteren engagierten Frauen die Überzeugung: „Eigentlich muss man da was machen.“

Vernetzung von Angebot, Beratung und Information

Es sollte eine Anlaufstelle geben, ein Platz, von dem aus sich Angebote, Beratung und Information vernetzen lassen. „Wir haben dann zu einem ersten Treffen bei der Auferstehungsgemeinde eingeladen, die uns einen Raum zur Verfügung gestellt hat. Der Raum war brechend voll – auch die Kinder waren mitgekommen“, erinnert sich Jäger. Weitere Gruppen entstanden, man hob den Verein aus der Taufe, das Mütterzentrum wurde Realität – Simbav begann zu wachsen und hat sich zum Ziel gesetzt, die körperliche, geistige, seelische und soziale Gesundheit von Schwangeren, Säuglingen, Kindern und Eltern zu fördern. Zudem sollen die Elternkompetenzen und das Zusammenspiel zwischen Mutter, Vater und Kind gestärkt werden. „Wir richten unser kostenloses Angebot an Eltern mit Kindern im Alter von null bis sechs Jahren“, sagt Jäger. 60 Ehrenamtliche halten das Angebot aufrecht. Geld gibt es vom Land, Landkreis und der Stadt, eine wichtige finanzielle Säule sind die Spenden – inzwischen mehr als 20 000 Euro pro Jahr. Simbav beschäftigt mittlerweile sechs hauptamtliche Mitarbeiterinnen.

Raum für Austausch der Eltern untereinander

Der Verein versucht, in den Gruppen den sozialpädagogischen sowie den gesundheitlichen Aspekt in der Arbeit mit Babys und kleinen Kindern sowie ihren Eltern gleichermaßen zu fördern. Darüber hinaus ist genügend Raum für den Austausch der Eltern untereinander. Das alles kommt sehr gut an. Und: Es treffen Eltern aufeinander, die ohne Simbav wahrscheinlich nie aufeinandergetroffen wären. Die verheiratete Anwältin hilft der Alleinerziehenden, auch Sachspenden sind an der Tagesordnung. Im „Düt & Dat“ werden sie günstig verkauft – der Erlös fließt wieder in die Arbeit des Familienforums beim Speicher. Heute, so Jäger, sei es normal, dass sich Schwangere frühzeitig bei Simbav melden, sich also vernetzen. Einzelberatungen gibt es nicht, aber immer den richtigen Tipp, wo die erforderlichen Infos oder Hilfen zu finden sind.

Die Angebote im Familienforum, wo heute von 10 bis 14 Uhr der Geburtstag mit einer Art Tag der offenen Tür gefeiert wird, sind vielfältig. In einigen Fällen sind Gebühren erforderlich, aber: „Am Geld scheitert es bei uns nie.“ Seit drei Jahren macht Simbav Angebote auch außerhalb der Kreisstadt. Nicht zuletzt das zeigt, dass der Verein für sein Alter schon richtig groß geworden ist. Das macht Antje Jäger stolz: „Stolz auf die Frauen und Familien, die das alles mittragen.“ Bürgermeister Andreas Weber (SPD) ergänzt: „Simbav ist Prävention pur und ein Segen für die Stadt.“

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