Ziel ist es, die Fluggeräte über ein kabelloses Netzwerk zu registrieren

Drohnen-Test auf dem Flugplatz

Der große Wingcopter, eine eher an ein Modellflugzeug erinnernde Drohne, wird am Himmel von einer kleineren Drohne verfolgt, um Aufnahmen von dem Flug zu machen. Dahinter steckt ein Praxistest zur Registrierung von Drohnen. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Der Fachmann ist begeistert, der Laie wundert sich. Drohnen kreisen über den Rotenburger Flugplatz, am Boden beobachten viele Männer das Geschehen. Die einen haben mit ihren Fernbedienungen alles im Griff, die anderen stehen mit Laptops und Kameras daneben. Sie alle sind Teil eines Praxistests, für den der Bundesverband für unbemannte Systeme (BUVUS) seinen Forschungsstützpunkt zur Verfügung stellt.

Seit April dieses Jahres können Wissenschaft und Industrie auf allen Gebieten des Drohnen-Einsatzes in Rotenburg testen und ausprobieren. Und genau das war am Mittwoch zu bewundern. In diesem Fall ging es um ein Projekt zum Registrieren von Drohnen auf der Basis eines kabellosen Netzwerkes. Eine solche Registrierung soll zu mehr Verantwortungsbewusstsein und damit für mehr Sicherheit sorgen sowie die Zahl der Zwischenfälle minimieren, sagen die Experten. Basis für die Registrierung von Drohnen kann und soll ein sogenanntes LoRa-WAN sein, wie es das Unternehmen Digimondo – ein Start-Up aus dem E.ON-Programm „:agile“ – betreibt. Das Netz befinde sich zurzeit im Aufbau, mit einer bundesweiten Netzabdeckung sei möglicherweise bis Ende kommenden Jahres zu rechnen, heißt es. Mit im Boot sitzt die Firma Airgrid, die sich mit Drohnensystemen beschäftigt.

Die Nutzungsmöglichkeiten des Netzes seien vielfältig. Eine davon könnte es sein, darüber eben auch Drohnen zu registrieren und zu tracken. „Bei unserem heutigen Test hat es gut geklappt, wir haben rund 600 Datenpakete übertragen“, sagte Alexander Suling von Digimondo. Um diesen Test überhaupt zu ermöglichen, war auf dem Flugplatz zunächst eine Antenne aufgebaut und in einen sogenannten Wingcopter ein Transmitter eingepflanzt worden. Dieser sendet GPS-Koordinaten über das LoRaWAN an die Empfangsstation, von dort aus werden dann die Datenpakete über das Mobilfunknetz an die Server übertragen. Interessant sei dieser Test, um zu erfahren, inwieweit unterschiedliche Flughöhen und Geschwindigkeiten der Drohne Einfluss auf diese Datenübertragung haben. Suling: „Nur wenige Datenpakete sind verloren gegangen.“

E.ON S.E. weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine Registrierung von Drohnen zukünftig zur Pflicht werde, denn die Deutsche Flugsicherung wolle diese Maßnahme in einer Neufassung der Luftverkehrsordnung festschreiben. Damit könne bei der stark anwachsenden Zahl von Drohnen die Sicherheit im deutschen Luftraum wesentlich erhöht und bei Verstößen oder gar Unfällen der Eigentümer der Drohne ermittelt werden. Genau das ist heute in der Form noch nicht möglich, weil die Fluggeräte noch kein digitales Kennzeichen tragen, das eindeutig einem Eigentümer zuzuordnen ist.

Zu dem Test auf dem Flugplatz gehörte es übrigens auch, dass kleinere Drohnen gemeinsam mit dem großen Wingcopter unterwegs waren, um dessen Flugverlauf im Bild festzuhalten. Diese Drohnen erinnerten dann schon mehr an Geräte, die vor allem privat genutzt werden und kleine Action-Kameras mit sich führen.

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