Bund zählt Hälfte der Gesamtkosten von rund 400.000 Euro

Drei neue Radwege für Rotenburg

Das verbliebene Stück Schotterweg auf Ebbers Kamp soll noch in diesem Jahr einer Pflasterung weichen. Der Weg somit zur kalten Jahreszeit hin wetterfest werden. - Fotos: Krüger

Rotenburg - Von Michael Krüger. Zwölf Prozent des innerstädtischen Verkehrs in Rotenburg fällt auf Fahrradfahrer. Das hat eine wissenschaftliche Untersuchung ergeben – allerdings schon vor 14 Jahren. Wie viele Menschen nutzen heute das Rad? „Immer noch zu wenig“, ist sich Bürgermeister Andreas Weber (SPD) sicher. Er will im Sinne des Radverkehrskonzepts der Stadt von 2013 mehr Menschen dazu bewegen, aufs Rad umzusteigen. Nach der Einrichtung der Fahrradstraße Hemphöfen stehen nun drei weitere Maßnahmen in Aussicht.

Schon im Oktober soll es losgehen, verspricht Verkehrsamtsleiter Stephan Lohmann. Im Frühjahr habe die Stadt beim Bund Förderanträge gestellt, vor vier Wochen seien diese bewilligt worden. Von den rund 400.000 Euro Kosten, die die Stadt insgesamt veranschlagt hat, werden mehr als 50 Prozent bezuschusst. Der Haushalt der Kreisstadt selbst werde in den kommenden drei Jahren mit 194.000 Euro belastet. Das politische OK des Stadtrats gebe es für diese Investition bereits, so Lohmann.

Teilstück des Radwegs Ebbers Kamp wird befestigt

Als erste Maßnahme ist die Befestigung eines 450 Meter Meter langen Teilstücks des Radwegs Ebbers Kamp geplant – ungefähr zwischen Eschenweg und Ginsterweg. „Ebbers Kamp wurde von der Bevölkerung am meisten nachgefragt“, sagt Bürgermeister Weber. Bei Regen verwandele sich der Weg in eine matschige Piste, als Radfahr-Hauptschlagader zu Schulen und Kindergärten unzumutbar. Viele Bürger hätten ihn darauf hingewiesen, Fotos geschickt und Unterschriftensammlungen eingereicht. Nun endlich soll das verbliebene Teilstück des Wegs auch gepflastert werden. Zudem ist Rotenburgs zweite Querungshilfe mit einer Bevorrechtigung für Radfahrer entlang der Strecke über den Grafeler Damm geplant. Dies habe sich auch am Mittelweg mit dem Sandhasenweg etabliert, Probleme mit Autofahrern gab es nie – bei entsprechender Rücksichtnahme aller Beteiligten.

Die Querung am Rönnebrocksweg Richtung Hansa-Kreisel soll eine Bevorzugung für Radfahrer erhalten.

2017 soll es dann mit zwei weiteren Baumaßnahmen weiter gehen. Zum einen geht es um die Verbindung von den Nödenwiesen zum Imkersfeld und Rönnebrocksweg. Dort sind knapp 530 Meter Radweg noch nicht gepflastert, eine ähnliche Situation wie beim Ebbers Kamp. Geplant ist auch hier eine Querungshilfe mit Vorfahrt für Radfahrer, über den Rönnebrocksweg hinweg in Richtung des Hansa-Kreisels. Zum anderen soll der Sandhasenweg von der Jägerhöhe bis Brockmanns Wiesenweg befestigt werden. Hier geht es um 540 Meter neuen Radweg, die bislang „ein Trampelpfad“ sind, so Lohmann. Und auch hier soll es eine bevorrechtigte Querung geben: über die Jägerhöhe.

Weg zur „fahrradfreundlichen Kommune“

138 Einzelmaßnahmen auf etwa 60 Kilometern im insgesamt 130 Kilometer langen Rotenburger Radwegenetz waren in dem Gutachten von 2013 vorgeschlagen worden. Mit diesen drei Bauprojekten gehe man den Weg zur „fahrradfreundlichen Kommune“ – diesen Titel versucht Rotenburg bekanntlich zu ergattern – weiter, so Weber. Schon jetzt sei es möglich, sich auf dem Rad komplett durch die Stadt zu bewegen, ohne auf die Hauptverkehrsstraßen mit starkem Autoverkehr angewiesen zu sein. Das soll ausgebaut werden: „Durch die Erweiterung des Radwegenetzes werden hoffentlich einige Bürger ermutigt, aufs Rad zu wechseln.“

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