Werther-Nachfolge nur übergangsweise

Diako hat zwei neue Chefs

Christoph Maier (l.) und Detlef Brünger bilden eine Doppelspitze.

Rotenburg - Der öffentlich geführte Streit um die Demission von Rainer W. Werther als Geschäftsführer des Agaplesion Diakonieklinikums Rotenburg hat ein vorläufiges Ende gefunden. Die Gesellschafter, der Frankfurter Gesundheitskonzern Agaplesion und das Evangelisch-lutherische Diakonissen-Mutterhaus, haben am Montag einvernehmlich das Vorgehen zur Neubesetzung der Geschäftsführung im Klinikum festgelegt, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung.

Werther wird gehen, so ist zu vernehmen, ein Auswahlverfahren für die Nachfolge habe begonnen. „Wir rechnen damit, dass es ein halbes bis dreiviertel Jahr dauern kann, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist. Die Gesellschafter werden den Auswahlprozess strukturiert und ohne Eile gestalten, um im Schulterschluss eine gute Nachfolgeregelung zu finden“, teilt Agaplesion-Sprecher Tino Drenger mit.

Bis dahin wird es eine neue Doppelspitze am Rotenburger Klinikum geben: Christoph Maier als Generalbevollmächtigter und Detlef Brünger als Geschäftsführer seien interimsweise berufen worden. Maier werde die Leitung des Klinikums übernehmen. Dass es nach Werther, der nach bisherigen Angaben Ende des Jahres das Haus verlassen wird, eine Doppelspitze geben wird, begründet Unternehmenssprecher Drenger so: „Damit die zahlreichen Projekte des Diakonieklinikums während der Vakanzzeit weitergeführt werden können, ist eine Verstärkung der Geschäftsführung notwendig.“

„Aufpasser“ für Brünger

Kritiker, die die öffentliche Debatte um den einseitigen Beschluss von Agaplesion zur Absetzung Werthers in Gang gebracht hatten, sprechen von einem „Aufpasser“ für Brünger. Dieser verantwortet seit März 2015 die Bereiche Finanzen, Controlling sowie das medizinische Controlling im Diako. Tatsächlich war Maier, bislang Geschäftsführer des Klinikums Werra-Meißner in Hessen, wohl als Nachfolger für Georg Schmidt als Chef des Agaplesion Bethesda Krankenhauses Wuppertal im Gespräch – bis Schmidt Anfang November „vor dem Hintergrund der laufenden Diskussionen auf Gesellschafterebene“ der Nominierung als Werther-Nachfolger in Rotenburg eine Absage erteilt hatte.

Landessuperintendent Hans Christian Brandy, Kuratoriumsvorsitzender des Mutterhauses, zeigt sich allerdings zufrieden mit der jetzigen Übergangslösung: „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Vorgehen eine gute Lösung für die Zukunft des Krankenhauses gefunden haben“, wird er in der offiziellen Mitteilung vom Donnerstag zitiert. 

mk

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