Kooperatives offenes Lernen erneut gesichert 

„COOLes“ Zertifikat für BBS Rotenburg

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Andrea Bentlin präsentiert gemeinsam mit den Machern des COOL-Projektes und den Lehrkräften der BBS das erneut verliehene Zertifikat, das die Schule durch Professor Georg Neuhauser (3.v.r. ) für weitere drei Jahre verliehen bekommen hat. 

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Die Rotenburger Berufsbildenden Schulen (BBS) standen am Montag ganz im Zeichen des kooperativen offenen Lernens (COOL). Seit fünf Jahren wird diese Form des Unterrichts in den Fachbereichen Wirtschaft Sozialpädagogik, im Beruflichen Gymnasium, der Berufseinstiegklasse, Einzelhandel und Steuerfachangestellte in der Kreisstadt angeboten, um Schüler zu Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu erziehen. Bereits 2013 sind die BBS als erste Lehranstalt Deutschlands als Impulsschule zertifiziert worden. Turnusgemäß wurde dieses Zertifikat jetzt erneuert.

So waren unter anderem Vertreter der örtlichen Politik, Verwaltung und weitere BBS-Schulleiter aus dem Bezirk Lüneburg sowie aus Schulen in den Niederlanden, der Schweiz und Österreich versammelt, um ihre Erfahrungen mit COOL auszutauschen. Bei dieser Gelegenheit wollte man das Projekt auch weiterentwickeln.

Für die Rotenburger BBS stand dabei die Rezertifizierung als Impulsschule im Mittelpunkt. Schulleiter Wolf Hertz-Kleptow berichtete von einer rasanten Entwicklung an seiner Schule. Aktuell seien 26 Lehrkräfte aktiv in 14 Klassen der verschiedenen Schulformen für das Projekt im Einsatz. Aus einer „Glühbirne im Jahr 2011“ sei bereits ein „heller Strahler“ geworden. „Für uns als Impulsschule ist die Verbreitung und damit die Ausweitung des ,COOLen’ Gedankens von besonderer Bedeutung“, so der Schulleiter. Er habe sich mit seinen Lehrkräften ein weiteres Ziel gesetzt: „Wir wollen den Status einer COOL-Innovationschule erreichen.“

Wie die Schüler selbständiger und teamfähiger wurden, dokumentierten die Lehrkräfte Andrea Bentlin, Meike Hülsemann und die stellvertretende Schulleiterin Katharina Engelhardt. Sie seien mit an Bord, um das Lernen an den BBS zu individualisieren und den Lernprozess der Schüler im Unterricht aktiver zu gestalten. Sie sollen Probleme eigenverantwortlich lösen und damit motivierter arbeiten. Dabei würden die Lehrer zu Beratern, die Hilfestellungen anbieten. Teamarbeit sei in den Klassen angesagt. Für die Lehrkräfte sei das laut Hülsemann eine Entlastung – das motiviere nicht nur die Schüler, sondern auch die Pädagogen.

Grenzen im Schulwesen noch nicht erreicht

Die Schulleitung habe das COOL-Konzept nach allen Kräften unterstützt und hätte erreicht, dass die Zufriedenheit sowohl bei den Lernenden als auch bei den Lehrern gestiegen sei. Um so mehr freute man sich, aus den Händen des Leiters des Impulszentrums aus Österreich, Georg Neuhauser, die Rezertifizierung zu erhalten.

„COOL“ sei ein großartiges Projekt. Das stellte der Didaktiker Professor Hilbert Meyer von der Universität Oldenburg in seinem Vortrag fest. Die Grundprinzipien wie individuelle Freiheit, Kooperation zwischen Schülern und Lehrkräften und Selbsttätigkeit würden bei dem Projekt beachtet. Aber wie weit kann und sollte die Individualisierung der Lernprozesse im Schulalltag gehen? Offenbar seien die Grenzen im deutschen Schulwesen noch nicht erreicht.

Meyer stellte fest, dass hoch entwickelter Unterricht durch die drei Grundformen – direkte Instruktion, individualisierenden sowie kooperativen Unterricht – in ausgewogener Form angeboten werden sollte. „Davon sind wir an den allgemeinbildenden Schulen weit entfernt – aber im COOL-Projekt wird dies zumindest ansatzweise erreicht.“ Er wünsche sich, dass sich das Projekt in Niedersachsen weiter verbreite und dass die BBS Rotenburg nicht die einzige Impulsschule bleibe. Zudem hoffe er, dass das Konzept auch an niedersächsischen Gymnasien und Realschulen umgesetzt werde. 

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