Wahlkampf beginnt 

Kathrin Rösel (CDU) tritt bei der Bundestagswahl gegen Lars Klingbeil (SPD) an

Kathrin Rösel und Lars Klingbeil wollen die Bürger im Wahlkreis überzeugen, dass sie die richtige Wahl sind. - Fotos: CDU/Koch

Der Wahlkampf ist nun eröffnet – und wir haben die Kandidaten zum Auftakt befragt.

Interview mit Kathrin Rösel

Frau Rösel, die Abstimmung der CDU-Mitglieder war ja sehr eindeutig. Hatten Sie das erwartet?

Kathrin Rösel

Kathrin Rösel: Während der vergangenen Wochen und Monate habe ich in allen Orts-, Gemeinde- und Stadtverbänden sehr viel Zuspruch erhalten, sodass mich das Ergebnis nicht wirklich überrascht hat. Dennoch bin ich natürlich allen, die mir ihre Stimme gegeben haben, sehr dankbar. Jetzt gilt es, auch die Mitglieder, die mich am Samstag nicht gewählt haben, davon zu überzeugen, dass ich mit allen gern zusammenarbeiten will.

Was haben Sie besser gemacht als Ihre Konkurrentin Ulrike Jungemann?

Rösel: Natürlich habe ich im Gegensatz zu Ulrike Jungemann über viele Jahre politische Erfahrungen sammeln können. Diese kamen mir zugute. Ich freue mich allerdings über das Engagement von Frau Jungemann und hoffe, von ihren Kenntnissen in der Regionalplanung profitieren zu können.

Nun treten Sie zuallererst gegen Lars Klingbeil an im Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis. Können Sie den Erfolg von Reinhard Grindel wiederholen?

Rösel: Mein Ziel ist es, gemeinsam mit den CDU-Mitgliedern die Menschen in unserem Wahlkreis davon zu überzeugen, dass die CDU die besseren Lösungen für die anstehenden Herausforderungen hat und dass ich diejenige bin, die den Wahlkreis am besten in Berlin vertritt.

Jetzt haben Sie etwas mehr Sicherheit, wie es politisch hier für Sie weitergehen könnte. Was verändert das?

Rösel: Dass ich nach der Nominierung persönlich meine ersten Anker im Wahlkreis werfe, habe ich von Anfang an gesagt. Das habe ich mit meinem Sohn abgesprochen, und dazu stehe ich. Ich bin intensiv auf der Suche nach einer Wohnung. Darüber hinaus bin ich nun nicht mehr „nur“ die Betreuungsabgeordnete, sondern die von den CDU-Mitgliedern getragene Abgeordnete und Kandidatin. Das gibt Sicherheit und noch mehr Motivation.

Über einen CDU-Listenplatz in den Bundestag einzuziehen, dürfte schwer werden. Gibt es einen Plan B, wenn es nicht klappen sollte?

Rösel: Plan A bis Z ist der Wiedereinzug in den Bundestag.

Mit welchen Themen wollen Sie im Wahlkampf punkten?

Rösel: Die Themen im Wahlkreis liegen auf der Hand. Kurzfristig: eine für Mensch und Natur gleichermaßen verträgliche Trassenführung des „SuedLinks“ und eine zügige Umsetzung der Wahlkreisprojekte des Bundesverkehrswegeplans. Mittel- und langfristig: Stärkung des ländlichen Raumes, Integration der Flüchtlinge mit Bleiberecht und Stärkung der landwirtschaftlichen Betriebe sowie unserer Bundeswehrstandorte. Und wahlkreisübergreifende Themen: Innere Sicherheit und gerechte Rentenpolitik.

Wie bereiten Sie Ihren Wahlkampf vor, wann geht es los?

Rösel: Der Wahlkampf begann am 19. November mit Bekanntgabe der Bundestagskandidatin.

Ist es schwer, wenn der größte Konkurrent im Wahlkreis Partner in einer Koalition ist?

Rösel: Wenn Sie Lars Klingbeil meinen: Ich arbeite sehr gut mit Lars zusammen – nicht nur wegen der großen Koalition. Ich unterstelle ihm mal, dass auch er das Beste für unseren Wahlkreis will. Der Weg dorthin ist an vielen Stellen nicht mein Weg. Darin unterscheiden wir uns.

Ist es eine gute Entscheidung, dass Angela Merkel Kanzlerin mit einer großen Koalition bleiben will?

Rösel: Deutschland und Europa befinden sich vor riesengroßen Herausforderungen. Hätte unsere Kanzlerin jetzt gesagt, sie traut es sich nicht zu, Deutschland durch die kommenden Jahre zu führen, hätte ihr sicher jeder vorgeworfen, vor den Herausforderungen einzuknicken. Merkel steht für Stabilität und Verlässlichkeit. Mit ihrer Gradlinigkeit hat sie uns durch viele Krisen geführt und das Ansehen Deutschlands in Europa und der ganzen Welt gestärkt. Meine Stimme hat Frau Merkel.

Interview mit Lars Klingbeil

Herr Klingbeil, Sie hatten keinen Gegenkandidaten im Wahlkreis. Kann man sich dennoch über das Wahlergebnis freuen?

Lars Klingbei

Lars Klingbeil: Ich habe mich über die 98 Prozent sogar sehr gefreut. In acht Jahren als Bundestagsabgeordneter tritt man auch mal jemandem auf den Fuß, oder es gibt mal einen Konflikt. Von daher bin ich sehr froh über die große Unterstützung.

Nun treten Sie zuallererst gegen Kathrin Rösel an im Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis. Warum sind Sie optimistisch, es dieses Mal besser zu machen als zuletzt gegen Reinhard Grindel?

Klingbeil: Der Abstand zwischen CDU und SPD bei der letzten Bundestagswahl lag bei 18 Prozent. Hier im Wahlkreis lag er bei den Erststimmen nur bei vier Prozent. Das hat mir schon gezeigt, dass meine Arbeit von vielen Menschen wertgeschätzt wird. Viele haben mich in den vergangenen acht Jahren kennengelernt und mit mir über Parteigrenzen hinweg zusammengearbeitet.

Sie dürften wie zuletzt auch über einen guten Platz auf der Landesliste abgesichert sein, wenn es nicht mit der Direktwahl klappt. Da müssten Sie sich doch eigentlich gar nicht so anstrengen im Wettrennen, oder? Schließlich könnte es ein Vorteil sein für die Region, weiter sicher zwei Abgeordnete im Bundestag zu haben.

Klingbeil: Über die Landesliste wird erst nächstes Jahr entschieden. Bei der jetzigen politischen Situation und zwei weiteren Parteien, die wohl in den Bundestag kommen, verlieren Landeslisten an Bedeutung. Sicherheit gibt es nur mit dem Direktmandat. Wer möchte, dass ich unsere Region weiter in Berlin vertrete, der muss mir dabei mit seiner Erststimme helfen.

Sie sind Vollblutpolitiker seit vielen Jahren. Aber man muss sich ja auch immer zur Wahl stellen. Gibt es eigentlich einen Plan B, wenn es nicht mehr klappen sollte?

Klingbeil: Nein. Ich halte nichts davon, wenn Politiker schon parallel an ihrer Zweitkarriere arbeiten. Ich mache das, was ich zur Zeit mache, mit voller Kraft und Überzeugung. Alles andere kommt danach.

Mit welchen Themen wollen Sie im Wahlkampf punkten?

Klingbeil: Hier im Wahlkreis geht es um die Frage, wem die Menschen zutrauen, in Berlin etwas für unsere Region rauszuholen, wenn es hart auf hart kommt. Darum geht es bei der Erststimme. Bundespolitisch werde ich dafür kämpfen, dass die arbeitende Mitte wieder ins Zentrum rückt. Die, die hart arbeiten und ehrlich ihre Steuern bezahlen, sind zuletzt eindeutig zu kurz gekommen. Das will ich ändern.

Wie bereiten Sie Ihren Wahlkampf vor, wann geht es los?

Klingbeil: Die beste Vorbereitung sind ständige Präsenz und harte Arbeit im Wahlkreis. Viele Unterstützer haben sich bereits bei mir gemeldet, dass sie helfen möchten. Die heiße Phase beginnt aber erst im Sommer. Wir sind für vier Jahre dafür gewählt, damit wir unser Land voranbringen, und nicht, um nach drei Jahren in den Wahlkampfmodus zu schalten.

Ist es schwer, wenn der größte Konkurrent im Wahlkreis Partner in einer Koalition ist?

Klingbeil: Nein. Vereinbarungen auf Zeit in einer Koalition ändern nichts daran, wofür ich inhaltlich stehe. Auf jeden Fall bin ich mir sehr sicher, dass es einen fairen und inhaltlich orientierten Wahlkampf gibt.

Ist es eine gute Entscheidung, dass Angela Merkel Kanzlerin mit einer großen Koalition bleiben will?

Klingbeil: Mich hat das nicht überrascht. Enttäuscht war ich, wie wenig Ideen Frau Merkel am Sonntag für die Zukunft unseres Landes präsentiert hat. Überall erstarken rechte und nationalistische Kräfte, die das Friedensprojekt Europa beenden wollen und unsere Werte unter Druck setzen. Ich finde es falsch, zu sagen: Wir machen alles so weiter wie bisher und tun so, als wäre nichts gewesen. Der Wahlkampf von Hillary Clinton hat zuletzt gezeigt, was passiert, wenn man sich zu sicher ist.

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