Bürgermeister stellt die ersten Weichen

Bald freies W-Lan in Rotenburg?

Freies W-Lan könnte vielleicht auch schon bald in Rotenburg zur Verfügung stehen. Die Stadt stellt die ersten Weichen in diese Richtung. Die Politik muss entscheiden. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Rotenburger Stadtverwaltung gibt die Richtung vor und unterstreicht ihren Willen, in der Innenstadt für ein öffentliches und kostenfreies W-Lan zu sorgen. Wie die Erste Stadträtin Bernadette Nadermann auf Anfrage der Rotenburger Kreiszeitung mitteilt, bereitet die Verwaltung zurzeit die finanziellen Voraussetzungen für freien Internetzugang vor – für den Fall, dass es am Ende von der Politik grünes Licht gibt.

„Wir haben im Sommer die Installations- und Unterhaltungskosten prüfen lassen und werden diese Summe in den Haushalt einstellen“, so Nadermann. Der neue Rat werde sich in den kommenden Wochen und Monaten dann mit dieser Frage auseinandersetzen und zu einer Entscheidung kommen. Angedacht sei, ein freies W-Lan im Bereich vom Pferdemarkt bis hin zum Neuen Markt zu schaffen. „Dafür sind allerdings noch viele technische Fragen zu klären“, erklärt die Erste Stadträtin.

Das Thema ist auch in Rotenburg nicht ganz neu. Vor allem Cornelia Gewiehs von der IG City-Marketing hatte sich mehrmals dafür stark gemacht, ein solches Angebot in Rotenburg zu schaffen. Die Stadt selbst hatte bislang eher zurückhaltend reagiert, weil nämlich die Frage der Haftung nicht vorteilhaft für die Anbieter war. 

Doch genau das sieht nach einer Gesetzesänderung jetzt ganz anders aus. Inzwischen ist es für die Anbieter wesentlich leichter, einen freien Internetzugang anzubieten. Denn der im Telemediengesetz geregelte Haftungsausschluss von Accessprovidern gilt nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums auch für die W-Lan-Betreiber. Das bedeute, dass jemand, der sein W-Lan für andere zur Nutzung frei gibt, den gleichen Haftungsprivilegien unterliege wie zum Beispiel die Deutsche Telekom. Zudem gelte die Regelung für alle gleichermaßen – es gebe also keine Unterscheidung zwischen großen oder kleinen, gewerblichen oder privaten Anbietern, heißt es auf der Internetseite des Ministeriums.

Und so kommt nun auch in Rotenburg Bewegung in diese Angelegenheit, die zuletzt ja doch eher auf Eis gelegen hatte. „Wir als Stadt sehen in einem solchen Angebot einen Service nicht nur für die Rotenburger selbst, sondern auch für Besucher“, sagt Bernadette Nadermann. Ein öffentliches W-Lan-Angebot sei ein weicher Standortfaktor, den man den Menschen bieten könne. Nadermann hält es durchaus für möglich, dass das Projekt im kommenden Jahr zur Umsetzung kommt.

Wie Kämmerer Hans-Joachim Bruns mitteilt, halten sich die Kosten in einem überschaubaren Rahmen: Zurzeit müsse man von 5 000 Euro pro Jahr für laufende Kosten ausgehen, hinzu kämen 1 500 Euro für die zu installierende Hardware. Diese Summe soll in den Haushalt der Kreisstadt für das kommende Jahr eingestellt werden. Ob dieses Geld schließlich auch abgerufen wird, entscheiden die Mitglieder des Stadtrates.

Nach Ansicht von Cornelia Gewiehs führe an dieser Entscheidung aber eigentlich kein Weg mehr vorbei: „Das kommt auf kurz oder lang sowieso. Ich finde es wunderbar, wenn die Stadt jetzt diesen Schritt macht.“ Ein öffentliches W-Lan sei wirklich eine gute Sache, und es sei eben wünschenswert, dass die Stadt Rotenburg ganz vorne mit dabei ist, also nicht hinterher laufe. Gewiehs: „Ich sehe darin wirklich keine Nachteile, ganz im Gegenteil.“

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