Rotenburger Rathaus

Ausstellung „frauenORTE Niedersachsen“ eröffnet

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Andreas Weber (v.l.), Mechthild Schramme-Haack, Brigitte Borchers, Gina Lemme-Haase und Elke Twesten vor der Stellwand mit Informationen über Helene Hartmeyer. Die Ausstellung im Rathaus ist bis zum 31. Oktober zu sehen. 

Rotenburg - Verteilt über die beiden Foyers des Rotenburger Rathauses präsentiert sich bis zum 31. Oktober die vom Landesfrauenrat initiierte Wanderausstellung „frauenORTE Niedersachsen – Über 1.000 Jahre Frauengeschichte“. 

Zu den Frauenpersönlichkeiten, die die Geschichte Niedersachsens in unterschiedlichen Epochen und Bereichen nachhaltig geformt haben, gehört die Pädagogin, Autorin, Diakonisse und Oberin Helene Hartmeyer, auf deren Mut und Entschlossenheit die Gründung des Diakonissen-Mutterhauses zurückgeht. Am Dienstag wurde die Ausstellung in Anwesenheit von Mechthild Schramme-Haack vom Vorstand des niedersächsischen Landesfrauenrates und Bürgermeister Andreas Weber eröffnet. Vor einer relativ kleinen Zahl von Besuchern.

Mechthild Schramme-Haack, die darauf hinwies, dass der Landesfrauenrat mehr als 2,2 Millionen Frauen in 65 Frauenverbänden und Frauengruppen vertritt: „Mit der Initiative frauenORTE Niedersachsen wendet sich der Landesfrauenrat erstmals (…) dem kulturellen Erbe zu, das das Leben und Wirken von Frauen in der Geschichte des Flächenlandes Niedersachsen und seiner Vorgängerstaaten hinterlassen hat. Wir sind stolz darauf, dass seit dem Start der Initiative bereits 30 Frauenpersönlichkeiten mit einem frauenORT gewürdigt wurden.“

Das Leben bedeutender historischer Frauen lebendig werden lassen

Ziel sei, das Leben und Wirken bedeutender historischer Frauenpersönlichkeiten lebendig werden zu lassen und der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. In der achtjährigen Laufzeit sei es dem Landesfrauenrat gelungen, die „große Lücke in der Vermittlung von Frauengeschichte zu füllen und auch diese im Kulturtourismus zu verankern“.

Die Ausstellung sei in diese vier Themenfelder gegliedert: „Eroberinnen des politischen Terrains“, „Pionierinnen in Bildung und Beruf“, „Schöpferinnen von Kunst und Kultur“ und schließlich „Akteurinnen zwischen den Konfessionen“, zu denen Helene Hartmeyer gehöre und deren Leben und Wirken seit 2010 in Rotenburg mit einem „frauenORT“ gewürdigt werde. Mechthild Schramme-Haack zu Helene Hartmeyer: „Sie war eine starke Frauenpersönlichkeit, die manch heftige Kontroverse und Krise und einen Rauswurf aus dem Hamburger Krankenhaus in Kauf nahm, um als Oberin des Diakonissen-Mutterhauses und Mitbegründerin des Diakoniekrankenhauses Rotenburg ihrem Berufsethos, dem Dreiklang von Ausbildung, Krankenpflege und Seelsorge treu zu bleiben.“ Mit ihr habe die Entwicklung Rotenburgs zu einem überregionalen Ausbildungszentrum für Krankenpflege und sozialpädagogische Berufe begonnen.

Den Weg bereitet

Sämtliche Frauen, so Schramme-Haack, hätten der nachfolgenden Generation den Weg in Politik und Verwaltung, Beruf und Gesellschaft bereitet. Sie hätten oft viel riskiert, Hervorragendes geleistet und deshalb auch heute noch Vorbildfunktion: „Durch ihre Leistungen haben sie die Gesellschaft entscheidend mit geprägt.“

Davon erzähle die Ausstellung, und sie mache auch deutlich, „dass es sich lohnt, genauer auf die Frauengeschichte zu schauen“. Zum Beispiel die beiden aus dem benachbarten Kreis Verden: die in Fischerhude aufgewachsene Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek, die als 22-Jährige im Jahre 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Oder die 1857 in Verden geborene Anita Augspurg, die als erste Juristin promovierte und für die Einführung des Frauenwahlrechts stritt.

Bürgermeister Weber, der die Teilnehmer bei der Eröffnung der Ausstellung begrüßte und sich bei der Gleichstellungsbeauftragten Brigitte Borchers für die Organisation bedankte, unterstrich die Bedeutung von Frauen in den Bereichen wie zum Beispiel Kultur und Politik. Forderungen, die in Rotenburg vielfach weitgehend erfüllt worden seien, aber oft noch auf Verwirklichung warteten. „Rotenburg hätte sich anders entwickelt, wenn Helene Hartmeyer nicht zusammen mit 70 Diakonissen aus Hamburg gekommen wäre“, betont Weber in seiner Rede.

Grüße des Landtages überbrachte Elke Twesten (Grüne). Gästeführerin Gina Lemme-Haase, die sich zusammen mit Oberin Sabine Sievers und der Gleichstellungsbeauftragten Brigitte Borchers der Pflege des Andenkens von Helene Hartmeyer widmet, berichtete den Besuchern aus der Arbeit für eine der wichtigsten Rotenburger Persönlichkeiten. 

bn

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