Deutschlehrerin Amalya Hovhannisyan lernt das deutsche Schulsystem kennen

Armenischer Gast an der IGS

Die armenische Deutschlehrerin Amalya Hovhannisyan hospitiert zurzeit an der IGS in Rotenburg. Schulleiter Sven Thiemer beherbergt sie bei sich zu Hause in der Familie. - Foto: Menker

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Rotenburg hat in diesem Jahr zum ersten Mal auf ein Angebot des Pädagogischen Austauschdienstes der Kultusminister-Konferenz reagiert – und auf Anhieb den Zuschlag bekommen: Für drei Wochen beherbergt die Schule nun in Amalya Hovhannisyan eine armenische Hospitantin. Schulleiter Sven Thiemer und auch die 40-jährige Gastlehrerin sind begeistert – obwohl das pädagogische Gastspiel gerade erst begonnen hat.

„Es ist einfach spannend“, sagt Thiemer. Er und seine Kollegen hätten schließlich nicht gewusst, wer im Rahmen dieses Projektes in die Schule kommen würde. Die Hospitation wird Deutschlehrern aus Asien, Lateinamerika, Osteuropa, Griechenland, Portugal, Spanien, Zypern und aus einer ganzen Reihe afrikanischer Staaten angeboten. „Im Juli haben wir dann erfahren, dass wir dabei sind und Amalya Hovhannisyan zu uns kommt“, so der Schulleiter, der den Gast auch bei sich zu Hause in der eigenen Familie aufgenommen hat. Den Gästen soll die Möglichkeit gegeben werden, das deutsche Schulwesen kennenzulernen, ihre Sprachfertigkeit zu verbessern, das landeskundliche Wissen über die Bundesrepublik zu vertiefen beziehungsweise zu aktualisieren, innovative Unterrichtsformen zu erleben, persönliche Kontakte zu knüpfen, der Schule in Deutschland das Heimatland vorzustellen und gegebenenfalls Projekte und im Idealfall eine Schulpartnerschaft zu initiieren. Das geht aus dem Informationsschreiben hervor, das der Pädagogische Austauschdienst den gastgebenden Schulleitern im Rahmen der Bewerbung an die Hand gegeben hat.

Für die 40-jährige Mutter von zwei Söhnen ist es ebenso wie für die IGS in Rotenburg eine Premiere: „Ich bin zum ersten Mal in Deutschland, und es war auch für mich die erste Bewerbung für die Teilnahme an diesem Programm.“ Sie ist begeistert: „Es gefällt mir wirklich sehr gut hier. Vor allem auch die Schule. Die ist modern – auch mit ihren Prinzipien und Arbeitssystemen.“ Mit ihrer Schule in Armenien ganz und gar nicht zu vergleichen, sagt sie. Deutschland sei weit entwickelt, das zeige sich auch in den Arbeitsmitteln, die in der IGS zur Verfügung stehen. „Ich arbeite in einer sehr konventionellen Schule, in der solche Möglichkeiten nicht vorhanden sind.“ Kollegen hatten sie auf die Möglichkeit angesprochen, für drei Wochen an eine deutsche Schule zu gehen. „Da habe ich mich dann beworben.“ Die Kosten für die Reise und den Aufenthalt werden komplett erstattet.

Schon jetzt, nach den ersten Tagen in der IGS, sei für Amalya Hovhannisyan klar, dass sie einiges mit nach Hause nehmen werde. Begeistert sei sie beispielsweise von der Vernetzung in der Schule. „So sehr kommt der PC bei uns noch nicht zum Einsatz, aber das ist gut“, erklärt die Deutschlehrerin. Auch die Arbeitsmethoden in der IGS – zum Beispiel die Gruppenarbeit in den Klassen – gefallen ihr sehr gut. In der kommenden Woche schaut sie sich für einen Vormittag den Unterricht im benachbarten Ratsgymnasium an, und Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hat sie auch schon empfangen. „Die Deutschen sind gar nicht so kalt, wie viele meinen. Sie sind sehr nett, sehr freundlich“, schwärmt sie.

Und die Begeisterung geht über die Erlebnisse in der Schule hinaus. Sven Thiemer und seine Familie waren mit der Armenierin bereits in Hamburg und Bremen. Hafenrundfahrt, Sightseeing – ein schöner erster Aufenthalt in Deutschland.

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