Rotenburger Jugendzentrum feiert im Januar 40. Geburtstag

Arbeit mit Jugendlichen eine spannende Herausforderung

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Zeit für eine Kicker-Partie bleibt Rita Kryszon (v.l.), Holger Kunz und Marcus Libbertz nur selten. Umso mehr treffen sich die Jugendlichen gerne an diesem Tisch, um ihre Sieger auszuspielen. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Das Programm steht. Rita Kryszon, Holger Kunz und Marcus Libbertz freuen sich schon darauf. Nicht nur auf das Ehemaligen-Treffen, sondern auch auf den Konzertabend sowie den Sektempfang und das Kindertheater. Drei Tage lang will das Team des Rotenburger Jugendzentrums an der Bergstraße vom 27. bis zum 29. Januar feiern – zusammen mit den Kindern und Jugendlichen. Die Einrichtung wird 40 Jahre alt.

Marcus Libbertz ist neu im dreiköpfigen Team des Jugendzentrums. Er ist der Mann für den musikalischen Bereich. Rita Kryszon und Holger Kunz indes kennen das Haus in- und auswendig. Die Chefin arbeitet seit 25 Jahren, Kunz seit 22 Jahren im Jugendzentrum. Und sie machen es immer noch gerne: „Diese spannende Arbeit mit den Jugendlichen ist jeden Tag eine Herausforderung“, sagt Kunz. Sie könnten mit ihnen viele Dinge umsetzen, es gebe eben keine starken Reglementierungen, und die Stadt habe nach wie vor Vertrauen in das Team. „Man lässt uns gewähren“, berichtet Holger Kunz aus seiner bisherigen Erfahrung. Allerdings: „Einmal mussten wir beim Bürgermeister antreten, da hat er uns infrage gestellt.“ Aber die Sache war schnell vom Tisch.

Es geht weiter

1972 hat sich in Rotenburg eine Jugendzentrum-Initiative gegründet, aus der nur ein Jahr später der Verein „Aktion Jugendzentrum“ wurde. Im gleichen Jahr baut die Stadt den Rathauskeller aus, um ein vorläufiges Jugendzentrum einzurichten. 1977 schließlich erhält das Jugendzentrum in der ehemaligen Jugendherberge an der Bergstraße ein eigenes Domizil. Die Stadt stellt einen Sozialarbeiter ein und schafft wenige Monate später zwei ABM-Stellen. Zwar entwickelt sich aus dem Kreis der Besucher eine Musiker-Initiative, aber die Selbstverwaltung im „Juze“ nimmt ab, es gibt erste Bestrebungen, das Jugendzentrum wieder zu schließen. Doch daraus wird nichts – es geht weiter.

Und wenn es nach dem aktuellen Team geht, mindestens weitere 40 Jahre. „Der Laden brummt“, verrät Holger Kunz. Und das, obwohl das Image der Einrichtung nach wie vor bescheiden ist. „Weil die Jugend sich abgrenzt – das stößt bei Älteren auch heute noch auf Kritik“, weiß Rita Kryszon. „Aber es ist ganz einfach nicht so, dass aus diesen Jugendlichen nichts wird. Sie alle sind es wert, dass wir uns um sie kümmern“, fügt Holger Kunz hinzu.

Besucher zwischen 10 und 25 Jahren

Die Zusammensetzung der Gäste ist jeden Tag eine andere, bunt gemischt und im Großen und Ganzen unkompliziert. „Im Mai haben wir den Saal renoviert und hatten daher eine Woche dicht“, betont Rita Kryszon. Jugendliche aller Altersklassen haben mit angepackt. In der Regel sind die Besucher zwischen 10 und 25 Jahren alt, auch von den Rotenburger Werken sowie aus dem Kreis der Flüchtlinge kommen gerne junge Leute ins Haus. Sie machen, was gerade gefällt. Es gibt einen Computerraum, den Kicker-Tisch, Billard, Musik, Getränke, Kochangebote, eine Nähwerkstatt, Musikunterricht, gemeinsame Fahrten und einen Kreativbereich.

Das Jugendzentrum übernimmt zudem seit 1991 das Kinderferienprogramm. „Wir sind eine wichtige Anlaufstelle für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, ist sich das „Juze“-Trio einig. Klar, manchmal gebe es Probleme – mal gehe es um Platzhirschgehabe, mal riskiere jemand eine dicke Lippe. Aber es arte nie aus. Im vergangenen Jahr waren 13 000 Besucher, also rund 60 am Tag da. Manchmal sind darunter auch Ehemalige, die vorbeischauen möchten, um zu sehen, was aus dem „Juze“ geworden ist. „Hoffentlich kommen am 27. Januar ganz viele von Ihnen“, so Holger Kunz, der sich bereits auf die Geburtstagsparty im Januar freut.

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