Geburtstagsfeier zum 98. nach der Probe

Rotenburgs älteste Schauspielerin

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Bei den Proben in er THS-Aula Anneliese Börner lacht über den „Dreher“auf der Geburtstagstorte, der sie um neun Jahre jünger macht. Das Ensemble singt derweil „Zum Geburtstag viel Glück“.

Rotenburg - Anneliese Börner hat am Sonntag ihren 98. Geburtstag gefeiert. Wer nun glaubt, dass sie es nun gemütlich angehen lässt, der hat sich kräftig getäuscht. Als ältestes Mitglied des Kir-Theater-Ensembles Rollentausch steht sie jeden Dienstag bei den Proben des neuen Stücks „Geliebte Aphrodite“ auf der Bühne.

„Ich spiele eine Götterbotin und habe eine Menge Text zu lernen. Aber das ist für mich kein Problem“, so die selbstbewusste Seniorin. Das neue Stück soll im März nächsten Jahres Premiere feiern und da will sie, so Gott will, mit dabei sein.

Nach der letzten Probe vor den Sommerferien am Dienstagabend, lud sie kurzerhand das gesamte Ensemble zu einer Feier in „Schmidt’s“ ein. Zuvor hatte sie von der Theatergruppe ein Geburtstagstörtchen und einige Geschenke überreicht bekommen. „89“ statt „98“, ein bewusst gewählter Dreher auf der Torte als Kompliment an die agile Akteurin.

„Ich habe mich schon immer zum Theater hingezogen gefühlt. Bereits als Kind stand ich in der Schule auf der Bühne“, erinnert sie sich. Dann die Unterbrechung während des Zweiten Weltkriegs. Gleich danach spielte sie bei verschiedenen Amateurensembles mit. Sie spielte 1969 auf der Bühne im Seniorentheater in Lüneburg und in Salzhausen war sie beliebte Darstellerin in den Sketchen.

Seit 2000 lebt sie in Rotenburg. In Hesedorf hatte ihr Sohn ein Haus gebaut und sie wollte in der Nähe sein. 2004 zog sie dann zum Schloßberg gleich neben dem Wachtelhof. „Ich machte mich auf die Suche nach einem geeigneten Amateurtheater für mich“, erklärte sie.

Beim Kulturbankett sei sie dann in der Stadtkirche auf das Ensemble Rollentausch aufmerksam geworden. „Könnt ihr noch so eine komische Alte gebrauchen?“, habe sie damals gefragt. „Komm doch mal bei einer Probe vorbei“, sagte Heribert Eiden damals. Gesagt getan eine Frau ein Wort. Sie kam, sah und überzeugte. Nun spielt sie bereits ihre fünfte Rolle. „Eine Götterbotin, werde ich sein“.

Ein kleine Episode am Rande, charakterisiert diese Lady auf der Bühne. In dem neuen Stück kommen auch vulgäre Wortpassagen vor. „Da wollte sie zunächst nicht mitspielen“, sagte Eiden. Sie wollte lieber ein Jahr aussetzen. Mit einem verschmitzten Lächeln habe er geantwortet, dass das Vorhaben mit 98 Jahren vielleicht doch etwas riskant sei. Laut lachend sagte sie darauf: „Natürlich spiele ich wieder mit."

go

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