Vorbereitung für das Entenrennen am 25. September läuft

6 000 Lose warten auf Käufer

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Gerd Richter (v.l.), Jan Müller-Scheeßel, Michael Schwekendiek und Ernst-Wilhelm Unterhinninghofen rühren die Werbetrommel die Werbetrommel für das Entenrennen am 25. September. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Einmal im Jahr strömen die Menschen in Massen in Richtung Nödenwiesen. Es sind Menschen, die auf den großen Gewinn beim Entenrennen hoffen und live dabei sein möchten, wenn Tausende Plastiktierchen in Höhe des Ronolulu zu Wasser gelassen werden, von dort aus stromabwärts in Richtung Amtsbrücke zischen und dort die schließlich Ziellinie passieren. Ein kurzweiliger Spaß voller Spannung – auch in diesem Jahr am Kartoffelmarkt-Nachmittag von 15 Uhr an.

Zum 17. Mal schon stellen die Rotarier am 25. September das Entennrennen auf die Beine. Und auch diesmal haben sie wieder eine ganze Reihe von Preisen im Angebot. Der Gewinner darf sich über eine einwöchige Reise für zwei Personen nach Rom freuen, der Zweite erhält ein iPad Air 2, für den Dritten gibt es 500 Euro in bar auf die Hand, der Vierte gewinnt einen LED-Fernseher, und für den fünften Sieger steht ein neues Sport-Fahrrad bereit. 150 weitere Gewinne sind zusammengetragen worden – es kann also losgehen. Die Tickets für fünf Euro gibt es unter anderem im MK-Pressehaus an der Großen Straße.

33.000 Clubs weltweit

Das sind die Fakten, aber fast viel wichtiger ist der Zweck des Entenrennens. Denn die Rotarier wollen möglichst viel Geld mit der Veranstaltung zusammentragen, um gleich mehrere Projekte finanziell zu unterstützen – vor Ort in Rotenburg, aber auch auf internationaler Ebene, wie der neue Rotary-Präsident Jan Müller-Scheeßel des Clubs Rotenburg (Wümme) betont, der bereits fast 50 Jahre alt ist und im kommenden Jahr sein Jubiläum feiert. Rotary International ist die älteste Service-Club-Organisation der Welt und umfasst 33.000 Clubs in mehr als 200 Ländern. Der Club Rotenburg (Wümme) hat beim Entenrennen in diesem Jahr die Federführung. Man wechselt sich dabei jährlich mit dem Club Wümmeland ab.

Der Erlös aus dem Verkauf der Entenrennen-Tickets geht komplett in die ausgewählten Projekte. Ein Drittel des Geldes fließt in Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention, Naturerziehung sowie in die Vermittlung von Medienkompetenz. Dabei arbeiten die Rotarier eng mit dem Präventionsrat Rotenburg zusammen. Ein weiteres Drittel möchten die Rotarier für die Ausbildung von Jugendlichen in Ghana in Handwerksberufen ausgeben, um ihnen damit Perspektiven in ihrer Heimat zu schaffen. Für Jugendliche aus armen Verhältnissen seien die Aussichten auf eine Berufsausbildung in Ghana gering, weil dort für eine Ausbildung in Lehrberufen selbst bezahlt werden müsse.

Vorbereitung auf selbstständiges Leben

Das Jugendausbildungsprogramm YAP (Youth Apprenticeship Programme) gebe Jugendlichen aus benachteiligten Bevölkerungsschichten die Chance, einen handwerklichen Beruf zu erlernen und bereite sie auf ein wirtschaftlich aktives und selbstständiges Leben vor.

Unter der Überschrift „Bildung in Äthiopien“ steht das dritte Projekt, das die Rotarier in diesem Jahr in den Fokus rücken wollen: Es geht um eine Schule in Ejaji, die man in zweierlei Hinsicht unterstützen wolle. Es würden dringend sanitäre Einrichtungen wie Toiletten und Waschräume gebraucht, damit ein Mindestmaß an Hygiene eingehalten werden kann, um ansteckende Krankheiten zu verhindern. Außerdem gebe es keine Bibliothek in der Schule, die die Kinder mit Schulbüchern versorgt. Um einen geregelten Unterricht zu ermöglichen, soll eine Leihbücherei eingerichtet werden.

Vor diesem Hintergrund entwickeln die Organisatoren des Entenrennens einen großen Ehrgeiz, um möglichst viele Enten per Ticket an den Mann und an die Frau zu bringen. Waren es in den vergangenen Jahren immer bis zu 5 000 Enten, die an den Start gegangen sind, stehen in diesem Jahr bis zu 6 000 der kleinen Plastiktierchen zur Verfügung. „Und die möchten wir gerne auch komplett loswerden“, sagt Müller-Scheeßel. Die Mitglieder des Clubs leisten jede Menge Vorarbeit, um dieses Ziel zu erreichen. Vom 6. August an verkaufen sie regelmäßig auf dem Rotenburger Wochenmarkt sowie an weiteren Verkaufsständen in Scheeßel die Lose zum Preis von jeweils fünf Euro. „Das sind rund 30 Verkaufstermine“, weiß Ernst-Wilhelm Unterhinninghofen. Doch auch damit ist es noch nicht getan: „Wir müssen alle Enten zuvor durchsortieren und zählen sowie nachschauen, ob auch die Nummern darauf noch lesbar sind.“ Parallel dazu seien die Preise zu besorgen, damit die Gewinner am Ende auch nicht leer ausgehen – 155 insgesamt . Aber es müssten auch Sponsoren gesucht werden, die sich ebenfalls mit einbringen, um die Kosten abzudecken, damit der Reinerlös am Ende auch wirklich denen zugute kommt, die in diesem Jahr vom Entenrennen profitieren sollen.

Ein Schwerpunkt im Präsidentschaftsjahr von Jan Müller-Scheeßel soll die Unterstützung der Jugend sein. Dabei gehe es um lokale Projekte, aber auch um den Jugendaustausch. Der Rotenburger Club ermöglicht in jedem Jahr bis zu drei Jugendlichen einen Auslandssaufenthalt, die sie in Gastfamilien und Schulen verbringen. Im Gegenzug kommen internationale Gäste auch nach Rotenburg. Ferner geht es um die Ausrichtung und den Besuch von Jugendcamps.

Mehr Informationen gibt es hier:

www.rotary1850.org/rotenburg

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