Juniorwahl am Sottrumer Gymnasium / Stimmabgabe der Schüler in der großen Pause

Testlauf für die Demokratie

Anatoli Schmidt (14, l.) und Nico Wall (15) mit der Wahlbenachrichtigung: Bei der nächsten Bundestagswahl wollen sie auf jeden Fall dabei sein. ·
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Anatoli Schmidt (14, l.) und Nico Wall (15) mit der Wahlbenachrichtigung: Bei der nächsten Bundestagswahl wollen sie auf jeden Fall dabei sein.

Sottrum - Von Nina Baucke. Dichter Andrang im Computerraum des Sottrumer Gymnasiums: Denn während die offiziell wahlberechtigten Bürger am Sonntag ihre Stimme für die Bundestagswahl abgeben, war gestern die Meinung der Schüler gefragt – bei der Juniorwahl.

Bundesweit stellen Schulen dieses von Bund und Ländern gefördertes Projekt auf die Beine, in Sottrum nach der Landtagswahl bereits zum zweiten Mal. „Allerdings sind bei uns die Bedingungen noch einen Tick realistischer, als an anderen Schulen“, erklärt Anna-Lena Hauenstein, die als Lehrerin den Ablauf der Juniorwahl überwacht. Denn während viele andere Jugendlichen die Wahl innerhalb des Unterrichts vornehmen, hat das Sottrumer „Wahllokal“ – nämlich der Computerraum – lediglich in den großen Pausen und zur Mittagszeit geöffnet; den Schülern steht es damit frei, ob sie wählen oder nicht.

192 Schüler der Jahrgangsstufen Neun bis Elf waren zur Stimmabgabe aufgerufen. „Man sieht, es brummt ganz schön. Sie sind drin in dem ganzen Thema. ‚Was wählst du?‘ ist zur Zeit eine oft gestellte Frage auf den Fluren und zu Hause“, bemerkt Hauenstein, die sich ganz zufrieden mit dem offenbaren Interesse der Schüler zeigt.

Die Wahlhelfer, Schüler der neunten Klasse, haben alle Hände voll zu tun, die Wahlbenachrichtigungen in Empfang zu nehmen und die Personalausweise zu kontrollieren. Allerdings machen die Schüler nicht mit Kuli ihr Kreuzchen, sondern bekommen von den Helfern nach Abgabe der Benachrichtigung einen Zettel mit einer Pin-Nummer, die sie dann berechtigt, am Computer ihre Favoriten auf einem digitalen Wahlzettel anzuklicken.

„Dieser Jahrgang hat gerade das Thema Staatsaufbau und Demokratie im Politikunterricht durchgenommen – daher lag es nahe, das sie auch den Ablauf organisieren“, bemerkt Hauenstein.

Die Jugendlichen haben sich außerdem im Unterricht mit den Parteien und ihren Kandidaten auseinandergesetzt – und natürlich gehört dazu auch der Wahlkampf zwischen Klassenzimmer und Pausenhof: Bei einer Podiumsdiskussion in der Schulaula wetteiferten die Kandidaten für den Bundestag Lars Klingbeil (SPD), Reinhard Grindel (CDU), Lennart Onken (Die Linke) sowie Hendrik Jürgens als Vertreter der FDP um die Gunst der Schüler.

Jenny Rothfischer war das nicht genug. Die 14-Jährige nutzte den Wahl-O-Mat (eine interaktive Internatplattform zur Wahlinformation), um sich einen Überblick zu verschaffen. „Das interessiert mich nämlich schon“, erzählt sie. „Ich habe mich bei meinen Eltern informiert, was die so wählen“, erklärt Anatoli Schmidt. Der 15-Jährige will später, bei der nächsten Bundestagswahl, auf jeden Fall seine Stimme abgeben. Wer am Sonntag das Rennen machen wird? „Ich glaube, es wird wieder die CDU“, ist sich Jenny sicher.

Was die Wahlbeteiligung angeht: 65 Prozent der wahlberechtigten Schüler gaben gestern ihre Stimme ab ...

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