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Das Y ein „Geldschlucker“?

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Landrat Hermann Luttmann: Statt der Y-Trasse alternative Lösungen und Ausbau vorhandener Trassen. · © Foto: Bonath

Rotenburg - Fachleute rechnen damit, dass sich der Güterverkehr aus den norddeutschen Häfen in 15 Jahren etwa verdoppeln wird. Schon heute sind Kapazitätsgrenzen erreicht. Die Deutsche Bahn muss ihr Netz so schnell, so wirkungsvoll und so preisgünstig wie möglich aufrüsten.

Die Y-Trasse ist längst nicht mehr „das Gelbe vom Ei“. Die Kosten steigen an, inzwischen wird von realistischen Beträgen gesprochen, die sich bei etwa vier Milliarden Euro bewegen. Immer öfter wird die Lösung des Transportproblems über alternative Strecken, also den Ausbau vorhandener Trassen, diskutiert.

Zu denjenigen, die sich vehement für Alternativen zu der von einer breiten Bürgerfront abgelehnten Y-Trasse aussprechen, gehört Landrat Hermann Luttmann. Der Chef des Rotenburger Kreishauses in einem Gespräch mit dieser Zeitung: „Wenn man von uns will, dass wir dieses Projekt akzeptieren, dann nur auf der Basis einer aktuellen, sachgerechten Planung, die die ernsthafte Prüfung von Alternativen mit einbezieht. Ich denke nicht, dass das vor über zehn Jahren abgeschlossene Raumordnungsverfahren ein solides Fundament für das Projekt Y-Trasse ist.“

Der Landrat, der offenbar ein wenig den Verdacht hat, dass die Deutsche Bahn an der Y-Trasse als „Vorzeigeprojekt“ verbissen festhält, befürchtet, dass das Y zu einem „Geldschlucker“ wird. Die Erfahrungen anderer Projekte, so der Landrat, haben gelehrt, dass prognostizierte Kosten immer wieder nicht eingehalten würden. Deshalb: „Wir brauchen eine aktuelle, realistische Kostenschätzung und zwar auf den Zeitpunkt der tatsächlichen Bauausführung.“ Mit dem Baubeginn, so Luttmann, sei allerdings nicht vor 2015 zu rechnen.

Landrat Luttmann, der anerkennt, dass für den reibungslosen Abtransport immer größerer Gütermengen etwas getan werden muss, weist immer wieder darauf hin, dass die Lösung über alternative Strecken sinnvoller ist. Es handelt sich dabei um den dreigleisigen Ausbau der bestehenden Streckenabschnitte Lüneburg – Celle und Verden – Nienburg – Wunstorf und den zweigleisigen Ausbau der Strecken Rotenburg – Verden und Nienburg – Minden. Im Gegensatz zur Y-Trasse würde hier der Landkreis Rotenburg nicht von einer neuen Strecke durchschnitten, sondern lediglich berührt.

Als kleines Beispiel, dass der Ausbau vorhandener Strecken ihren Sinn hat, nennt der Landrat dieses jetzt abgeschlossene Projekt: der Ausbau der Strecke Rotenburg – Bremervörde. Der Verwaltungschef: „Wir als Landkreis setzen auf den Ausbau vorhandener Strecken. Das ist kostengünstiger und eher zu realisieren.“ Hermann Luttmann ist skeptisch, wenn es darum geht, von der Deutschen Bahn alternative Lösungen prüfen zu lassen: Halbherzigkeit befürchtet er dabei auf Seiten der DB.

Landrat Hermann Luttmann vermutet, dass die Deutsche Bahn AG ausschließlich die Y-Trasse im Visier hat, und zwar mit reduziertem Personenverkehr (angeblich geringere Nachfrage als angenommen) und wesentlich stärkere Nutzung der Strecke für Güterverkehr. · bn

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