Abgelehnte Asylbewerber nehmen Inventar mit

Wohnung bei Auszug ausgeräumt - sogar Heizkörper weg 

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Symbolbild

Basdahl - Da staunten die Mitarbeiter der Samtgemeinde Geestequelle in der vergangenen Woche nicht schlecht: Als sie eine Wohnung in der Eckstraße wieder herrichten wollten, fehlte das komplette Inventar - inklusive der Heizungen. Das berichtet die Polizei am Mittwoch. 

Die Gemeinde hatte die Wohnung für Flüchtlinge aus Montenegro gemietet. Da die siebenköpfige Familie jedoch keinen Anspruch auf Asyl hat, hat sie Deutschland freiwillig wieder verlassen. „Es gibt keinen Flüchtlingsschutz für Menschen aus Montenegro“, sagt Mario Jagels, Leiter des Ordnungsamtes der Samtgemeinde Geestequelle.

Mitgenommen zurück in ihre Heimat haben die Montenegriner zur Überraschung der Samtgemeinde sechs Heizkörper, eine Waschmaschine, einen Kühlschrank und einen Backofen. Auch das Ceranfeld wurde ausgebaut und eingepackt. Ebenfalls mit ins Gepäck kam der Staubsauger. 

Bereits am 27. Mai 2015 ist die Familie eingereist. Ein Asylverfahren wurde eingeleitet, doch durch die große Flüchtlingswelle des vergangenen Jahres wurde erst jetzt entschieden, dass es für sie kein Anrecht auf Asyl gibt, erklärt Jagels. Generell sollen alle Asylbewerber aus Montenegro zurückgeführt werden. Der Balkanstaat ist als sicheres Herkunftsland eingestuft

Vor einer sogenannten Abschiebung wird den betroffenen Personen zunächst angeboten, das Land freiwillig zu verlassen. „Dadurch haben sie gewisse Vorteile. Sie dürfen zum Beispiel bereits nach zwölf Wochen wieder einreisen“, sagt Jagels. Wer unfreiwillig zurückgeführt wird, darf erst nach fünf Jahren wieder zurück  nach Deutschland kommen. 

Wie die Familie das Inventar der Wohnung in Basdahl genau transportiert hat, ist nicht bekannt. Die Mitarbeiter der Gemeinde gehen davon aus, dass die Sachen nachts verladen wurden. Außerdem liege der Vermutung nahe, dass Bekannte und Verwandte dabei geholfen haben, sagt Ordnungsamtsleiter Jagels. Diese haben eventuell auch etwas von der Beute behalten. Es wird allerdings vermutet, dass das Inventar mit auf den Balkan genommen wurde. 

Sicher ist, dass die Samtgemeinde die Wohnung nun wieder herrichten muss. Es wird noch geprüft, ob die Kosten vom kommunalen Schadenausgleich übernommen werden. Dieser kommt für Schäden, die durch Flüchtlinge verursacht werden, auf. Außerdem wurde Anzeige erstattet. 

jom

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