Kreisjugendblasorchester in der Probenphase

Im Fünf-Vierteltakt in die Drachenhöhle und zu Tiffany’s

Für die 52 Orchesterplätze gibt es inzwischen sogar eine Warteliste. - Foto: Heyne

Rotenburg - Als Carolin Meyer am Freitagabend ihren Trompetenkoffer, Notenständer und Noten aus dem Kofferraum holt, während aus der Aula der Kreismusikschule in Rotenburg schon eine vielstimmige Kakophonie aus Phrasen, Tonleitern und Stimmengewirr dringt, hat die 18-Jährige nur eine vage Vorstellung, was sie bei der „Übungsphase 9a“ des Kreisjugendblasorchesters am Wochenende erwarten wird.

Die Tewelerin ist eine von einer Handvoll „Neuen“, die gemeinsam mit insgesamt 52 ambitionierten Hobbymusikern unter Leitung von Dirigent Christian Kirchfeld ein ganzes Wochenende lang um Rhythmen, Intonation und Klangfarben ringen wird.

Angemeldet hatte sich die junge Frau, die seit acht Jahren Trompete spielt, auf Anregung einiger Mitglieder ihres Blasorchesters in Tewel: „Das soll Spaß machen, und die Auswahl der Stücke war auch interessant“, meint Meyer. Bammel hatte sie nicht: „Wir hatten die Stücke ja vorher, da konnte ich mich gut vorbereiten, auch wenn einige Stellen ganz schön haarig waren.“

Vorbereitet sind so gut wie alle auf die ebenso herausfordernde wie lustvolle Arbeit im Orchester, aber auch einzelnen Registern. „Dadurch, dass sich in den letzten Jahren eine Stammbesetzung herauskristallisiert hat, kann man auf etwas aufbauen und gleich ganz anders arbeiten“, erklärt Workshopleiter des zweimal im Jahr probenden Projektorchesters Christian Kirchfeld vom Heeresmusikkorps Hannover, den die meisten hier „Church“ nennen.

Auf dem Programm: Holst, Roosts „Flashing Winds“, ein Morricone-Medley – allesamt anspruchsvolle, sinfonische Werke oder Arrangements. Dass die meisten (neben einigen neuen Stücken wie Gabrielas Song) aus dem Bestand stammen, hat seinen guten Grund: Zum ersten Mal endet die zweieinhalbtägige Probenphase nicht mit einer öffentlichen Probe, sondern findet nach Teil „9b“ im Februar mit einem abendfüllenden Konzert seinen Abschluss. Warum? „Wir möchten unser Können auch mal in großem Rahmen präsentieren“, so Daniela Kolkmann, eine der Organisatorinnen. Eine neue Herausforderung – nicht nur an Ansatz, sondern auch Konzentration, weiß Dirigent Kirchfeld.

Davor liegt vor den Hobbymusikern viel Arbeit; nicht nur im Orchester, sondern auch in Registerarbeit wird an den Stücken gefeilt – das fordert mitunter nicht nur für die Teilnehmer. „Wie zum Teufel dirigiert man einen Fünf-Viertel-Takt?“, ruft Saxophon-Registerleiter Thorsten Stürmhöfel in gespielter Verzweiflung.

Innerhalb der zweieinhalb Tage unternehmen die Musiker musikalische Reisen in die Höhle des Drachen, spielen das Lied vom Tod, durchleben bei Holst eine unglückliche Liebe, tanzen Jigs & Reels in einem irischen Pub und schauen zum Frühstück mit Audrey Hepburn bei Tiffany vorbei.

Am Ende des „Bestandsaufnahme“-Durchlaufs am Sonntag bleibt Zufriedenheit, Erschöpfung – und der ein oder andere hartnäckige Ohrwurm, der den einen oder anderen wohl auch auf der Fahrt nach Hause, ob Rotenburg, Tewel, Hamburg oder Bremen, begleiten wird.

hey

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