Kreistag votiert mehrheitlich dafür

Der Weg ist frei für IGS in Rotenburg

Kreis Rotenburg - Der Weg für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Rotenburg ist frei. Am Mittwoch stellte der Kreistag mehrheitlich die Ampeln für eine vierzügige IGS auf Grün. Zum Schuljahresbeginn 2014 könnte die neue Bildungsstätte, in der Haupt- und Realschule aufgehen sollen, ihren Betrieb mit der Klasse 5 aufnehmen. Weitere IGSsen sind im Südkreis damit vorerst ausgeschlossen. Wenn Rotenburg die geforderte Mindestschülerzahl von 120 je Jahrgang nicht aus dem eigenen Stadtgebiet rekrutieren kann, können auch Schüler aus dem Umland zum Zuge kommen.

Schulausschussvorsitzender Helmut Ringe (SPD) ließ eingangs der Aussprache die mehrjährige Debatte zunächst um Gesamtschulen im gesamten, dann um eine IGS im Südkreis kurz Revue passieren. Er wies auf Unsicherheiten hin: Das Elternverhalten sei nicht sicher vorherzusagen, man wisse nicht, wie sich die Inklusion entwickele und auch nicht, welche Auswirkungen eine IGS aufs Gymnasium habe. Heinz-Günter Bargfrede, Sprecher der CDU/FDP-Gruppe im Kreistag, nahm den Gedanken auf: „Was ist, wenn Eltern klagen?“ Diese rechtliche Unsicherheit hatte auch die Landesschulbehörde angesprochen.

Für Jan-Christoph Oetjen (FDP) ist es bedauerlich, dass die Schüler aus dem Umland mit ihren Zweit- und Drittwünschen in die Bedarfsberechnung für eine IGS in Rotenburg eingeflossen sind, sie aber keine Chance haben, diese Schule zu besuchen. Oetjen: „Wer für Rotenburg stimmt, schlägt die Tür für andere Standorte zu.“

Lothar Cordts (SPD) sieht in der Debatte „schizophrene Züge“, appelliert an die Solidarität unter den Kommunen im Südkreis, hofft darauf, dass das Land übergemeindliche Schulverbünde zulasse und setzt auf den Druck der Eltern, weitere IGSsen im Südkreis später einzurichten.

Solange möchte Dr. Gabriele Hornhardt (CDU) nicht warten. In einem Änderungsantrag forderte sie, der Kreistag möge „die Option einer Übernahme der Schulträgerschaft durch den Landkreis Rotenburg für eine IGS im Südkreis (...) überprüfen und den dafür günstigsten Standort (...) suchen.“ Sie erinnerte an die Verpflichtung des Landkreises aufs Gemeinwohl. Der Beschlussvorschlag verstoße dagegen, bevorzuge Rotenburg. Die Kreisstadt, argumentiert die Kirchwalsederin, bediene sich bei den Schülern „unverfroren aus dem Südkreis“, nehme die „massive Schwächung anderer Schulstandorte“ in Kauf.

Bei der Abstimmung votierte Hartmut Leefers (CDU) aus Rotenburg mit der Kreistagsmehrheit für eine IGS in der Kreisstadt. Bis auf wenige Enthaltungen, sprachen sich CDU/FDP für die Hornhardtsche Initiative aus. · sf

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